{"id":175091,"date":"2018-07-12T08:45:11","date_gmt":"2018-07-12T06:45:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=175091"},"modified":"2018-07-12T08:45:11","modified_gmt":"2018-07-12T06:45:11","slug":"integrationsfachdienst-von-kompass-leben-e-v-als-bindeglied-zwischen-arbeitnehmern-und-arbeitgebern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=175091","title":{"rendered":"Integrationsfachdienst von Kompass Leben e.V. als Bindeglied zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern"},"content":{"rendered":"<p>Arbeit hat einen hohen Stellenwert in der deutschen Gesellschaft. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung rangiert ihre Bedeutung auf Platz zwei, wichtiger sind den deutschen Erwerbst\u00e4tigen nur Familie und Partnerschaft. Diese Einsch\u00e4tzung macht deutlich, wie sehr das Wohlbefinden von einem guten Arbeitsplatz abh\u00e4ngt \u2013 das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Menschen mit Behinderung.<\/p>\n<p>Die Vermittlung von Menschen mit Handicap ist die Aufgabe des Integrationsfachdienstes (IFD). Mit drei Mitarbeitenden bietet er an f\u00fcnf verschiedenen Standorten im Vogelsberg Beratungsstunden an \u2013 f\u00fcr Arbeitnehmer mit Behinderung wie f\u00fcr Arbeitgeber, denn Herausforderungen stellen sich beiden Parteien, wenn sie sich in einem Arbeitsverh\u00e4ltnis zusammentun.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Klienten sind h\u00e4ufig Menschen, die durch Krankheit oder Unfall eine Schwerbehinderung haben, aber auch solche, die von Geburt an unter einer Behinderung leiden, die sich vielleicht im Lauf der Zeit noch verschlimmert\u201c, erl\u00e4utert Annette Walther. \u201eEs kann vorkommen, dass sie mit einem Handicap nicht mehr genauso wie vorher an ihrem Arbeitsplatz t\u00e4tig sein k\u00f6nnen. Dann versuchen wir zum einen, mit Hilfsmitteln M\u00f6glichkeiten zu schaffen, dass sie dort bleiben k\u00f6nnen, oder wir versuchen gemeinsam mit dem Arbeitgeber einen alternativen Arbeitsplatz im Unternehmen zu finden\u201c. Ist das nicht m\u00f6glich, schauen Annette Walther und ihre Kollegen Franziska Gaub und Ingo Conrad, ob sie in einem anderen Unternehmen einen geeigneten Arbeitsplatz finden k\u00f6nnen. \u201eWir beraten auch Menschen mit Behinderung, die aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden ihre Stelle wechseln m\u00f6chten\u201c, so Walther. Das Team arbeitet hier sowohl mit Agentur f\u00fcr Arbeit zusammen als auch mit der Kommunalen Vermittlungsagentur und nat\u00fcrlich mit den Firmen vor Ort. Denn nicht nur die Arbeitnehmer profitieren von einer ad\u00e4quaten Besch\u00e4ftigung, auch f\u00fcr Firmen hat die Anstellung von Menschen mit einer Schwerbehinderung Vorteile, und sei es auch nur, dass sie ihren gesetzlichen Pflichten nachkommen. \u201eAuch Unternehmen k\u00f6nnen mir ihren Fragen zur Anstellung eines schwerbehinderten Menschen zu uns kommen\u201c, pr\u00e4zisiert Walther das Angebot des IFD, der im \u00dcbrigen unter der Tr\u00e4gerkooperation von Kompass Leben e.V. und der Schottener Soziale Dienste gGmbH steht, die hier wiederum vom Integrationsamt beauftragt sind.<br \/>\nEin Beispiel f\u00fcr ein sehr gelungenes Arbeitsverh\u00e4ltnis, das mit Hilfe des IFD begr\u00fcndet wurde, kann man in Eudorf im Hotel-Restaurant \u201eZur Schmiede\u201c kennenlernen. Hier arbeitet seit einem Jahr Nicole Hill im Bereich des House Keeping. Sie ist stark h\u00f6rbehindert und somit auch sprachlich mitunter schwer zu verstehen. Seit einiger Zeit tr\u00e4gt sie ein Cochlea-Implantat, mit dem sie h\u00f6ren kann \u2013 eine neue Welt erschlie\u00dft sich ihr damit, eine Welt voller verschiedener Ger\u00e4usche, die ihr bis dahin v\u00f6llig fremd waren. Nach Eudorf kam sie in einer gut abgestimmten Aktion zwischen KVA und IFD gemeinsam mit der gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Familie Pfeiffer-Hofmann.<\/p>\n<p>\u201eEs hat einfach gepasst\u201c, bringt J\u00f6rg Hofmann, K\u00fcchenchef in der Schmiede, es auf den Punkt. \u201eNat\u00fcrlich ist die Kommunikation im Team nicht immer einfach, doch Nicole hat schon viel gelernt. Und sie bringt etwas ganz anderes mit: Sie ist hochmotiviert, sehr freundlich und aufmerksam und sie hat immer gute Laune.\u201c Einen Menschen mit einer Schwerbehinderung einzustellen, ist f\u00fcr ihn und seine Frau Ute Pfeiffer-Hofmann keine Frage, sondern eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. \u201eEs ist wichtig, dass auch Menschen mit Handicap ihre Chance bekommen zu arbeiten und Geld zu verdienen.\u201c Dass man mit etwas mehr Erkl\u00e4rungen geringf\u00fcgig mehr Aufwand hat und die gesetzlichen Anforderungen etwas anders sind, stellt f\u00fcr das Schmiede-Team kein Problem dar, im Gegenteil: \u201eGerade die Gastronomie bietet Stellen f\u00fcr Menschen mit einer Behinderung \u2013 und die haben dann, wenn man mal von den Arbeitszeiten absieht, den sch\u00f6nsten Job der Welt\u201c, findet der K\u00fcchenchef, dem man direkt abnimmt, dass sein Haus nicht nur famili\u00e4r gef\u00fchrt wird, sondern auch die Mitarbeitenden sich wie in einer Familie f\u00fchlen. Und dazu geh\u00f6rt nun eben auch gajz selbstverst\u00e4ndlich Nicole Hill.<\/p>\n<p>Nach ihrer Meinung gefragt, macht sie deutlich, dass sie sehr gl\u00fccklich ist, in Eudorf zu arbeiten und sich nur ungern bei der Arbeit st\u00f6ren l\u00e4sst. Ihr Namensschild, das sie als vollwertige Mitarbeiterin des Hotels ausweist, zeigt sie stolz und erz\u00e4hlt von ihrem Aufgabengebiet, das sie in die Hotelzimmer f\u00fchrt, aber auch in das Restaurant, die Tagungs- und Festr\u00e4ume und auch in den Wellnessbereich bis hin zu den Toiletten. \u00dcberall arbeitet sie akribisch und ist kaum zu bremsen, wie ihre Chefin best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Dass dieses gl\u00fcckliche Arbeitsverh\u00e4ltnis zustande kam, ist nicht nur den Bem\u00fchungen aller Beteiligten geschuldet, sondern auch der M\u00f6glichkeit, eine dreimonatige Probezeit zu vereinbaren, in der der Arbeitgeber kein finanzielles Risiko eingeht. Diese und andere finanzielle F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten kennen Annette Walther und ihre Kollegen vom IFD, genauso wie M\u00f6glichkeiten, bestehende Arbeitspl\u00e4tze der Behinderung entsprechend auszustatten, und die verschiedensten Probleme aus dem Weg zu r\u00e4umen. Von der Vorbereitung von Praktika und dem Verfassen von Bewerbungsunterlagen \u00fcber das Suchen einer passgenauen Stelle f\u00fcr die Arbeitnehmer und einer passgenauen Besetzung f\u00fcr die Arbeitgeber bis hin zur Beratung zur Wiedereingliederung und Fachberatung beispielsweise zur Geb\u00e4rdenkompetenz haben sie ein breites Spektrum, im dem sie sich gemeinsam mit den Arbeitssuchenden und Arbeitgebern bewegen.<\/p>\n<p>Der IFD hat neben seinen Standorten in Alsfeld und M\u00fccke-Merlau Sprechstunden in Lauterbach, Herbstein und Schotten. Alle Infos dazu finden Arbeitnehmer und Arbeitgeber unter http:\/\/kompassleben.de\/integrationsfachdienst\/ oder direkt per Mail (a.walther@kompassleben.de) oder Telefon (0160 983 504 68)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Arbeit hat einen hohen Stellenwert in der deutschen Gesellschaft. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung rangiert ihre Bedeutung auf Platz zwei, wichtiger sind den deutschen Erwerbst\u00e4tigen nur Familie und Partnerschaft. Diese Einsch\u00e4tzung macht deutlich, wie sehr das Wohlbefinden von einem guten Arbeitsplatz abh\u00e4ngt \u2013 das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Menschen mit Behinderung. 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