{"id":174940,"date":"2018-07-02T09:51:45","date_gmt":"2018-07-02T07:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174940"},"modified":"2018-07-02T09:52:27","modified_gmt":"2018-07-02T07:52:27","slug":"schiff-ahoi-leinen-los-oder-doch-eher-travel-and-work-malerausbildung-an-einem-gaffelsketschsegler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174940","title":{"rendered":"Schiff ahoi, Leinen los oder doch eher \u201eTravel and Work\u201c &#8211; Malerausbildung an einem Gaffelsketschsegler"},"content":{"rendered":"<p>8 Auszubildende Maler und Lackierer der Ferdinand-Braun-Schule Fulda und 2 Austausch\u00fclerinnen aus \u00d6sterreich, machten sich auf den Weg nach Hamburg-Harburg um, mit Ihrem Lehrer und Experten Gregor Botzet und dem Seniorexperten Michael Doll, ein Traditionssegelschiff zu renovieren. Die Idee entstand im Bundesleitungszentrum Maler WorldSkills Germany nach einem pers\u00f6nlichen Kontakt mit einem der Schiffseigner und dem Seniorexperten. \u201eAuf der Suche nach einem Ausbildungsprojekt in dem sich sowohl Fach-, Sozial- und Interkulturelle Kompetenzen besonders gut entwickeln lassen, sind wir auf die Idee gekommen ein Segelschiff, das inzwischen zum mobilen historischen Kulturgut z\u00e4hlt, in der Restaurierung und der Instandhaltung zu unterst\u00fctzen\u201c, so Gregor Botzet, Fachlehrer und Koordinator an der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda.<\/p>\n<p>Der Gaffelsketchsegler Nordstjerne ist einer der wenigen noch erhalten gebliebenen so genannten d\u00e4nischen Haikutter. Um ihr den Weg auf eine Abwrackwerft zu ersparen, wurde sie nach Beendigung ihres langen Fischereilebens zum Freizeitschiff umgebaut. Mittlerweile wird die Nordstjernen von ihrer Eigent\u00fcmergemeinschaft und Freunden des Schiffes in deren Freizeit in Stand gehalten und gepflegt. In diesem Jahr stand die Beschichtung des Schiffsrumpfs oberhalb der Wasserlinie, incl. Schanzkleid und deren Abdeckung, sowie die Renovierung des gesamten Oberdecks auf dem Programm. Diese Aufgaben sollen die Auszubildenden eigenst\u00e4ndig unter fachlicher Anleitung der Experten bew\u00e4ltigen. <\/p>\n<p>Doch zun\u00e4chst einmal gibt es technische Informationen und eine Unterweisung, wie man sich auf einem Schiff zu bewegen hat, bzw. was im Fall eines \u201eunfreiwilligen Bades\u201c zu tun ist. Hochmotiviert starten die einzelnen Teams ihre zugewiesenen Arbeiten. Zun\u00e4chst steht die Untergrundvorbereitung im Focus: abschleifen und abbrennen von verwitterten Altbeschichtungen, entrosten des Vordersteven, reinigen der Metallbuchstaben der Schiffsbezeichnung. In jedem Team zeichnet sich ein\/e Auszubildende\/r verantwortlich f\u00fcr die Leitung der Gruppe und berichtet zum Feierabend \u00fcber den aktuellen Stand der Arbeiten. Nach zweieinhalb Tagen harter Schleif- und Vorbereitungsarbeiten, konnte dann mit den Beschichtungsarbeiten begonnen werden. Mit v\u00f6llig anderen Materialien als bisher gewohnt, beschichtet die Auszubildenden voller Stolz ihre aufbereitenden Untergr\u00fcnde. <\/p>\n<p>Alle Schiffseigner sind \u00fcberzeugt: \u201eWas ihr da in vier Tagen geleistet habt ist der Wahnsinn\u201c. Als Dank f\u00fcr die geleistete Arbeit wurde die Mannschaft mit einem T\u00f6rn belohnt. Einen ganzen Tag lang schipperte die Nordstjernen in strahlendem Glanz bei Sonnenschein die Elbe hoch und runter. Dabei mussten alle Teilnehmer des Projektes ans Ruder und als Steuermann maritimes Flair versp\u00fcren. Ein unvergessliches Erlebnis mit Nachhaltigkeitsgarantie.<\/p>\n<p>Projektleiter Gregor Botzet ist \u00fcberzeugt: \u201eSchulen sollen nicht nur Wissen und K\u00f6nnen vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.\u201c Im Sinne dieses Ansatzes wollten wir als Bundesleitungszentrum Maler diese Aussagen f\u00fcr die berufliche Bildung aufgreifen, um einer alten handwerklichen Tradition folgend, aber neu ausgerichtet, mit unseren Auszubildenden \u201eauf die Walz zu gehen. Die Teilnahme an solchen Projekten wirkt sich fachlich und insbesondere pers\u00f6nlichkeitsf\u00f6rdernd f\u00fcr den Lebensweg der Auszubildenden aus.<\/p>\n<p>Gewohnt und gelebt wurde an Deck, d.h. Selbstverpflegung, incl. K\u00fcchendienst. Die an Board einfachsten Lebensbedingungen zwingen dazu sich aufeinander zu beziehen und das Zusammenleben neu zu gestalten. Eine interessante Erfahrung f\u00fcr Auszubildende ebenso wie f\u00fcr die Experten.<\/p>\n<p>Neben dem Arbeiten stand auch Kultur auf dem Programm. So besuchte man im Museumshafen Oevelg\u00f6nne ein bereits restauriertes Segelschiff, einen Schwimmkran. Bei einer Lichterfahrt erlebten wir, wie es ist, wenn die Sonne untergeht und die Lichter im Hamburger Hafen angehen. Es bietet sich ein v\u00f6llig neues Bild der Landungsbr\u00fccken und Container-Terminals. Vor allem die hell erleuchtete Speicherstadt verspr\u00fcht pure Romantik. Lohnend der Blick von der Plaza der Elbphilharmonie \u00fcber Hamburg bei Nacht. <\/p>\n<p>Ein besonderer Dank gilt der Firma Malerwerkst\u00e4tten Colora GmbH aus Neuhof, die uns durch die Bereitstellung eines Kleinbusses unterst\u00fctzte und der STO-Stiftung, welche die beiden Austauschsch\u00fclerinnen gef\u00f6rdert hat.<\/p>\n<p>Gruppenbild &#8211; Die Teilnehmer des Projektes Nordstjernen:<br \/>\nvordere Reihe v.l.n.r.: Loraine Sippel, Michele R\u00f6der, Jule Neiser, Marvin G\u00f6ltner, Anne-Marie Caspari, Experte Gregor Botzet<br \/>\nhintere. Reihe v.l.n.r.: Leonhard Hinz, Daniela Buchegger, Seniorexperte Michael Doll, Doreen Neumann, Julia Mayr, Joseph Glotzbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>8 Auszubildende Maler und Lackierer der Ferdinand-Braun-Schule Fulda und 2 Austausch\u00fclerinnen aus \u00d6sterreich, machten sich auf den Weg nach Hamburg-Harburg um, mit Ihrem Lehrer und Experten Gregor Botzet und dem Seniorexperten Michael Doll, ein Traditionssegelschiff zu renovieren. 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