{"id":174777,"date":"2018-06-25T09:57:15","date_gmt":"2018-06-25T07:57:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174777"},"modified":"2018-06-25T09:57:15","modified_gmt":"2018-06-25T07:57:15","slug":"internationales-expertengremium-ermittelt-rhoen-als-erfolgreichstes-biosphaerenreservat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174777","title":{"rendered":"Internationales Expertengremium ermittelt Rh\u00f6n als erfolgreichstes Biosph\u00e4renreservat"},"content":{"rendered":"<p>Das Weltnetzwerk der UNESCO-Biosph\u00e4renreservate umfasst derzeit 669 Gebiete in 120 Staaten. Es gilt als das Modell f\u00fcr die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung mit gleichzeitiger Erhaltung der Biodiversit\u00e4t unter verschiedensten kulturellen und naturr\u00e4umlichen Verh\u00e4ltnissen. Im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Expertenbefragung wurde die Rh\u00f6n mit Abstand am h\u00e4ufigsten als Beispiel f\u00fcr ein \u201eerfolgreiches Biosph\u00e4renreservat\u201c genannt und steht damit weltweit an der Spitze.<\/p>\n<p>Die Idee der Biosph\u00e4renreservate stammt aus den 1970er Jahren und verfolgte im Rahmen des Wissenschaftsprogramms \u201eDer Mensch und die Biosph\u00e4re\u201c neben der Forschung zun\u00e4chst den Ansatz eines r\u00e4umlich differenzierten Schutzgebiets. Nachhaltigkeitsgesichts-punkte und die Einbeziehung der \u00f6rtlichen Interessengruppen wurden erst sp\u00e4ter 1995 auf der Weltkonferenz in Sevilla als zeitgem\u00e4\u00dfe Zielsetzungen vereinbart. Festgelegt wurde auch, dass das Management der Biosph\u00e4renreservate einer regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcberpr\u00fcfung durch die UNESCO unterzogen werden sollte.<\/p>\n<p>Davon v\u00f6llig unabh\u00e4ngig nahmen australische Wissenschaftler der Universit\u00e4t Queensland nun im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung eine Vergleichsbewertung der Biosph\u00e4renreservate weltweit, neudeutsch Benchmarking, anhand der sogenannten Delphi-Methode vor. Die Methode tr\u00e4gt ihre Bezeichnung nach dem Orakel von Delphi und holt nach einem festgelegten wissenschaftlichen Verfahren in mehreren Befragungs- und Diskussionsrunden Expertenmeinungen ein.<br \/>\nZur Beantwortung der Frage, welche Faktoren f\u00fcr den Erfolg beziehungsweise Misserfolg von Biosph\u00e4renreservaten verantwortlich sind, wurden insgesamt 55 Experten aus Wissenschaft und Management von UNESCO und den MaB-Nationalkomitees aller Weltregionen ausgew\u00e4hlt. Sie sollten in zwei Befragungsrunden aus ihrer individuellen Sicht 5 erfolgreiche und 5 weniger erfolgreiche Biosph\u00e4renreservat aus dem Weltnetz benennen, und bis zu 5 Faktoren angeben und gewichten, die aus ihrer Sicht zum Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Gebiete beitragen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: 60 Gebiete wurden von den Experten als Beispiele f\u00fcr besonders erfolgreiche Biosph\u00e4renreservate genannt, 30 Gebiete als Beispiele f\u00fcr weniger erfolgreiche Gebiete. Letztere waren vor allem diejenigen, die dem klassischen Schutzgebietsgedanken alleine verpflichtet waren und die Funktionen moderner Biosph\u00e4renreservate nur unzureichend erf\u00fcllen konnten.<\/p>\n<p>Die Rh\u00f6n wurde von den internationalen Experten am h\u00e4ufigsten als Beispiel f\u00fcr ein erfolgreiches Biosph\u00e4renreservat genannt und f\u00fchrt mit acht Nennungen, gefolgt von den Biosph\u00e4renreservaten North Devon (Vereinigtes K\u00f6nigreich) mit vier Nennungen und Camargue (Frankreich) mit zwei Nennungen. Auf Platz 4 liegt als weiteres deutsches Biosph\u00e4renreservat der Spreewald, auf Platz 9 der Schaalsee. Das Partner-Biosph\u00e4renreservat der Rh\u00f6n \u201eKruger to Canyons\u201c in S\u00fcdafrika erlangte Platz 11 von 60.<\/p>\n<p>Wie kommt es zu dem Ergebnis? \u201eDie Region Rh\u00f6n punktet bei den Faktoren, die als ma\u00dfgeblich f\u00fcr Erfolg identifiziert wurden\u201c stellt Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n fest. Dies sind das klare Verst\u00e4ndnis von Idee und Zielsetzung des Biosph\u00e4renreservats und dessen r\u00e4umliche Differenzierung in Form einer Zonierung. Als wichtigste Faktoren entscheiden \u00fcber Erfolg oder Scheitern die intensive Beteiligung von Interessengruppen sowie eine gute Zusammenarbeit mit diesen \u2013 in geeigneten Strukturen und mit guter Organisation. Bewusstseinsbildung und Kommunikation, ein dauerhaftes und verantwortungsvolles Management und die Umsetzung der Ziele durch die Biosph\u00e4renreservatsverwaltung seien nach Einsch\u00e4tzung der Experten wesentlich, um erfolgreich zu sein.<br \/>\nAuf die Untersuchung aufmerksam gemacht wurde die Verwaltungsstelle durch ihre s\u00fcdafrikanischen Partner, die vor Kurzem in der Rh\u00f6n zu Gast waren.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden in der amerikanischen Zeitschrift Journal of Environmental Management mit dem Titel \u201eBiosphere reserves: Attributes for success\u201c von den Wissenschaftlern Chu Van Cuong, Peter Dart und Marc Hockings der University of Queensland, Brisbane, Australien ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Weltnetzwerk der UNESCO-Biosph\u00e4renreservate umfasst derzeit 669 Gebiete in 120 Staaten. 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