{"id":174552,"date":"2018-06-11T22:42:42","date_gmt":"2018-06-11T20:42:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174552"},"modified":"2018-06-11T22:42:42","modified_gmt":"2018-06-11T20:42:42","slug":"zufriedenheitsumfrage-in-den-einrichtungen-von-kompass-leben-e-v-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174552","title":{"rendered":"Zufriedenheitsumfrage in den Einrichtungen von Kompass Leben e.V. abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Gestartet im April in der Werkstatt f\u00fcr Menschen mit Behinderung von Kompass Leben e.V., ging die Reihe der Klientenbefragung in der Werkstatt in Herbstein nun zu Ende. Neben diesen beiden Werkst\u00e4tten fanden Befragungen auch in den Reha-Einrichtungen von Kompass Leben in Alsfeld und Lauterbach statt, sodass insgesamt 500 Menschen mit den verschiedensten Arten von Unterst\u00fctzungsbedarf die Gelegenheit hatten, ihre Meinung zu ihrem Leistungsanbieter zu \u00e4u\u00dfern. Dabei ging es in erster Linie um die Situation an den Arbeitspl\u00e4tzen: Ist der Arbeitsplatz passend und gut ausgestattet? Werden meine Bed\u00fcrfnisse hier ernstgenommen? Habe ich ausreichend Wissen und Zugang zu weiteren Angeboten und Leistungen, beispielsweise den Mitbestimmungsgremien oder F\u00f6rderma\u00dfnahmen?<br \/>\nGrund f\u00fcr die Umfrage war nat\u00fcrlich das Interesse an der Meinung der Menschen auf der einen Seite, auf der anderen Seite jedoch steht dahinter auch die ver\u00e4nderte Sicht auf die Angebote f\u00fcr Menschen mit Unterst\u00fctzungsbedarf, die mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und dem neuen Bundesteilhabegesetz Einzug in die Arbeit von Einrichtungen wie die Werkst\u00e4tten von Kompass Leben gehalten hat. Immer mehr stehen hier n\u00e4mlich die W\u00fcnsche der betroffenen Menschen im Vordergrund; die Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen soll messbar und erkennbar sein.<\/p>\n<p>Erarbeitet wurde die Umfrage von der Forschungsgruppe Metrik, ein auf diesem Gebiet sehr renommiertes Unternehmen, das sich dennoch mit der Befragung von Menschen mit verschiedensten Beeintr\u00e4chtigungen auch auf Neuland begeben hat. So werden die Fragen beispielsweise mit Bildern und Piktogrammen unterst\u00fctzt, es wurde auf leicht verst\u00e4ndliche Sprache geachtet und die Fragen wurden so gestellt, dass nur Ja\/Nein-Antworten m\u00f6glich waren. \u201eDennoch haben wir festgestellt, dass wir damit immer noch nicht alle unsere Klienten gut erreichen\u201c, konstatiert Berthold Sommer, der bei Kompass Leben f\u00fcr die Organisation und Abwicklung dieser Ma\u00dfnahmen zust\u00e4ndig ist. \u201eF\u00fcr zuk\u00fcnftige Umfragen m\u00fcssen wir hier in Teilbereichen noch pr\u00e4ziser werden und uns weitere Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen \u00fcberlegen, die es uns erlauben, noch mehr Menschen mit ins Boot zu nehmen.\u201c Sommer bezeichnete auch die Umfrage selbst als \u201elernendes System\u201c, das wie die Antworten auch analysiert werde.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Anteil daran, dass die Umfrage bereits im ersten Durchlauf auf hohem Niveau stattfinden konnte, haben die Studierenden der Fachschule Sozialwesen Fachrichtung Heilerziehungspflege an der Max-Eyth-Schule. Sie haben die Befragungen durchgef\u00fchrt und somit den Befragten ein offenes Klima erm\u00f6glicht: Weder waren Werkstattmitarbeiter oder Betreuer dabei, noch die Eltern oder gesetzliche Betreuer. \u201eWir wollten damit eine sehr freie Gespr\u00e4chssituation schaffen\u201c, erl\u00e4utert Sommer, der insbesondere Sabine Fath-Keller, der stellvertretenden Abteilungsleiterin der Max-Eyth-Schule im Bereich Sozialwesen, f\u00fcr diese M\u00f6glichkeit dankt. Dabei war es auch f\u00fcr die Studierenden eine bisher einmalige Gelegenheit, auf diesem Wege mit Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung zu kommunizieren und zu arbeiten. \u201eDie Umfrage hat uns selbst wertvolle Erfahrungen gebracht\u201c, findet Katharina S., Studierende an der Max-Eyth-Schule, die im Verlauf der Umfrage nicht nur selbst viel professioneller geworden ist, sondern auch Verbesserungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr zuk\u00fcnftige Befragungen machen konnte. Auch ihre Kommilitonen \u00e4u\u00dferten sich positiv \u00fcber die Umfrage: \u201eIch empfand die Befragung als sinnvoll und finde, es handelt sich hierbei um einen wichtigen Schritt hinsichtlich der Inklusion. Mir ist aufgefallen, dass es einige Klienten gab, denen es wichtig war ihre Sorgen in einem gesch\u00fctzten Rahmen mitteilen zu k\u00f6nnen\u201c, hie\u00df es unter anderem.\u201c<\/p>\n<p>Sabine Fath-Keller f\u00fcgte hinzu, dass der Fachschule Heilerziehungspflege der Max-Eyth-Schule Alsfeld der Kontakt zu den Einrichtungen in der Region sehr wichtig ist. \u201eDie Studierenden haben die Zusammenarbeit mit Kompass Leben sowohl in der Vorbereitungsphase der Befragung als auch bei der Durchf\u00fchrung sehr gesch\u00e4tzt,\u201c berichtet die stellvertretende Abteilungsleiterin und erg\u00e4nzt: \u201eDie Studierenden sehen ihren Beitrag als Interviewer als eine wichtige Voraussetzung einer aktiven Beteiligung von Menschen mit Unterst\u00fctzungsbedarf an gesellschaftlichen Prozessen.\u201c<br \/>\nF\u00fcr das Personal der Einrichtungen bedeuteten die Umfragen einigen logistischen Aufwand: Sie mussten die Menschen vorher mit der geplanten Ma\u00dfnahme vertraut machen und Freiwillige ermitteln, die sich befragen lassen wollten. \u201eDas Interesse unserer Klienten, an den Interviews teilzunehmen, war sehr gro\u00df\u201c, konstatiert Werkstattleiter Udo Czerwinka. Da die Befragungen w\u00e4hrend des normalen Werkstattbetriebs stattfanden, musste gut geplant werden, R\u00e4ume f\u00fcr die bis zu sieben Befragungsteams freigemacht werden, die Menschen zu den Interviews gerufen werden. Doch die Werkstattleitung verspricht sich davon viel: Udo Czerwinka ist wie alle Beteiligten sehr gespannt auf die Auswertungen, die nun von Metrik vorgenommen werden. \u201eWir werden auch negative Aussagen ernstnehmen, sie genau hinterfragen und zum Anlass nehmen, unsere Betreuungsqualit\u00e4t und unser Angebot zu verbessern\u201c, verspricht er. Wie Sommer auch ist er der Meinung, dass dies die Motivation der Klienten, die ja Mitarbeiter der Werkst\u00e4tten sind, erh\u00f6hen und das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl st\u00e4rken k\u00f6nne. Diesen Eindruck unterstreicht auch Bj\u00f6rn Mizdalski vom Sozialdienst der Einrichtung: \u201eEs war gut, dass die Befragung von externen Kr\u00e4ften durchgef\u00fchrt wurde. Viele der hier arbeitenden Menschen haben freiwillig daran teilgenommen. Es freut sie sehr, dass sie geh\u00f6rt werden und ihre Meinung \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen.\u201c Nun darf man gespannt sein, welche Ergebnisse in K\u00fcrze vorgestellt werden. Und nat\u00fcrlich darauf, wie sich die Erkenntnisse im Werkstattalltag auswirken werden.<\/p>\n<p>Die Fachschule Sozialwesen Fachrichtung Heilerziehungspflege startet im neuen Schuljahr einen neuen Ausbildungsgang. Es sind noch einige Ausbildungspl\u00e4tze frei. Anmeldungen k\u00f6nnen an die Max-Eyth-Schule, Fachschule Sozialwesen gerichtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gestartet im April in der Werkstatt f\u00fcr Menschen mit Behinderung von Kompass Leben e.V., ging die Reihe der Klientenbefragung in der Werkstatt in Herbstein nun zu Ende. 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