{"id":174449,"date":"2018-06-06T07:26:25","date_gmt":"2018-06-06T05:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174449"},"modified":"2018-06-06T07:26:25","modified_gmt":"2018-06-06T05:26:25","slug":"bischof-von-limburg-predigte-beim-bonifatiusfest-feierliche-eroeffnung-der-traditionellen-bonifatiuswallfahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174449","title":{"rendered":"Bischof von Limburg predigte beim Bonifatiusfest \u2013 Feierliche Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDiese Welt und diese Zeit sind genauso Gottes Welt und Gottes Zeit wie die oft sch\u00f6ngeredete Vergangenheit. Unsere Gegenwart ist Gottes Zeit\u201c, hob der Bischof von Limburg, Dr. Georg B\u00e4tzing, am Sonntag in Fulda vor rund 8.000 Wallfahrern auf dem Domplatz hervor. Der Bischof der Fuldaer Nachbardi\u00f6zese sagte anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten, dass die Gl\u00e4ubigen sich keine Sorge machen m\u00fcssten, weil sich vieles in der Kirche ver\u00e4ndert habe und oft das Gewohnte nicht mehr trage, sondern sie ihren Blick weiten und ihr Herz f\u00fcr Gott \u00f6ffnen sollten. \u201eWir k\u00f6nnen doch in unserem Land frei \u00fcber unseren Glauben sprechen, ihn bezeugen und verk\u00fcnden, wie wir es f\u00fcr richtig halten. Diese Chance gilt es zu ergreifen und alle M\u00fcdigkeit und Fixiertheit auf das Vergangene hinter uns zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>Bischof B\u00e4tzing verwies in seiner Predigt auf das gro\u00dfe Vorbild des heiligen Bonifatius und dessen positive und sensible Weltsicht. Das christliche Gottesbild unterscheide sich in vielem von anderen Gottesbildern: \u201eUnser Gott lebt und liebt die Gemeinschaft, darum ist er dreifaltig. Unser Gott lebt und liebt die Freiheit, deshalb hat er sie uns geschenkt. Unser Gott ist menschenfreundlich, darum hat vor ihm jeder und jede gleiches Ansehen und gleiche W\u00fcrde.\u201c Wenn \u00fcber die \u201echristliche Pr\u00e4gung\u201c Deutschlands diskutiert werde, stehe zu Recht das Kreuz in der Mitte der Aufmerksamkeit. \u201eWir Christen verehren am Kreuz nicht die erhabene St\u00e4rke eines mit Allmacht gepanzerten Gottes, sondern einen, der ganz verlassen und doch voll Gottvertrauen \u00e2\u20ac\u0161um unseres Heiles willen\u00e2\u20ac\u02dc stirbt\u201c, hob der Gast aus Limburg hervor. Mit dem christlichen Glauben gehe ein ver\u00e4ndertes Verst\u00e4ndnis von Macht einher. Die St\u00e4rke Gottes liege nicht darin, dass er allen Niederungen enthoben sei, sondern dass er sich ihnen aussetze. Nach christlicher \u00dcberzeugung sei nicht derjenige souver\u00e4n, der sich gegen seine Umwelt durchzusetzen wisse, sondern der, der seinen Mitmenschen dem\u00fctig und dienstbereit begegne und das nicht f\u00fcr eine Niederlage halte. \u201eWer sich auf das Christentum und auf das Abendland beruft, kann sich nicht gleichzeitig vom Leid der Welt abgrenzen, auch nicht von der Not der Fl\u00fcchtenden. Da ist unser Gottesbild eindeutig, und es erlaubt keinerlei Kompromisse\u201c, gab Bischof B\u00e4tzing zu bedenken.<\/p>\n<p>Solche Eindeutigkeit fasziniere ihn auch am heiligen Bonifatius, worin wohl auch das Geheimnis seines kraftvollen Wirkens liege. Wenn man in die Schule des Heiligen gehe, werde man eingeladen zu gr\u00fcndlicher Bildung des Herzes und des Geistes, ermutigt zu einem positiven Blick auf die eigene Zeit mit ihren Herausforderungen und hingef\u00fchrt zur Eindeutigkeit des christlichen Gottesbildes, die Vertrauen und Kraft freisetze. Der heilige Bonifatius habe sich immer mehr dem Bild Jesu Christi angleichen lassen. \u201eDas war f\u00fcr ihn und ist f\u00fcr uns die eigentliche Herausforderung, die unser Glaube bereith\u00e4lt\u201c, zeigte sich B\u00e4tzing \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>In Fulda, von wo aus Bonifatius sein Werk ma\u00dfgeblich organisierte und wo er nach seiner Ermordung die letzte Ruhest\u00e4tte fand, sei seine Aura stark, hatte der Limburger Bischof zu Beginn seiner Predigt betont. Man k\u00f6nne mit Theodor Schnitzler den hl. Bonifatius als \u201eheimlichen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz durch die Jahrhunderte hindurch\u201c ansehen. Der gro\u00dfen Gestalt des Heiligen n\u00e4herte sich B\u00e4tzing in seiner Predigt als sein Sch\u00fcler nach dem Vorbild des 15-j\u00e4hrigen Gregor, dem Enkel der frommen Witwe Adula, der fasziniert war von der Schriftauslegung des M\u00f6nchs aus dem fernen Land und seine Gro\u00dfmutter bat, sich ihm anschlie\u00dfen zu d\u00fcrfen. \u201eSo verbreitet sich der gute Ruf des Evangeliums offenbar zu allen Zeiten am besten: von Mund zu Ohr, von Herz zu Herz, durch Verk\u00fcnden und \u00dcberzeugen.\u201c Die Boten des Evangeliums spr\u00e4chen den Einzelnen an und faszinierten ihn.<\/p>\n<p>Bischof B\u00e4tzing machte auf die Gelehrtheit des Bonifatius aufmerksam, die ganz gepr\u00e4gt war durch das Leben in kl\u00f6sterlicher Gemeinschaft. Solche Art Bildung mache einen im Herzen dem\u00fctig, nach au\u00dfen gelehrt. \u201eHeute w\u00fcrden wir sagen, Bonifatius war authentisch, innen wie au\u00dfen klar und erkennbar\u201c, so der Bischof. Was er bewirkt habe, sei grundgelegt im guten Zusammenspiel seiner Herzensbildung und Gelehrsamkeit. \u201eOhne dass wir uns darum bem\u00fchen, werden wir heute keinen Zeitgenossen f\u00fcr den Glauben an Gott und das Leben in der Nachfolge unseres Herrn gewinnen k\u00f6nnen.\u201c Polarisierende Rechthaberei und Besserwisserei k\u00f6nnten die Herzen nicht f\u00fcr die frohe Botschaft aufschlie\u00dfen. Eine wichtige Eigenschaft bei Bonifatius sei auch sein positiver Blick auf die Welt und die Menschen gewesen, zu denen er sich gesandt wusste. Er sah sich nicht umgeben von einer b\u00f6sen Welt, gegen die er k\u00e4mpfen musste. Manchmal begegne einem in vermeintlich \u201ebesonders\u201c katholischen Kreisen solch eine Einstellung, die aber oft mit H\u00e4rte, Starrheit und mangelndem Gottvertrauen verbunden sei. Bonifatius habe dagegen die Welt als einen weiten Acker vor sich gesehen, der bereit sei f\u00fcr die Aussaat. \u201eNur so kann ich mir erkl\u00e4ren, dass er die vielen R\u00fcckschl\u00e4ge, die er ja einstecken musste, immer und immer wieder \u00fcberwinden konnte.\u201c<\/p>\n<p>Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen die Gl\u00e4ubigen und die Konzelebranten begr\u00fc\u00dft und vor allem den Pilgerinnen und Pilgern f\u00fcr ihr Kommen gedankt. \u201eDies ist das Zeichen f\u00fcr eine auf dem Weg seiende Kirche\u201c, unterstrich der Oberhirte. Die Gl\u00e4ubigen h\u00e4tten durch ihr Kommen gezeigt, dass ihnen der Glaube und die Kirche etwas wert sei. Den Gottesdienst feierte Algermissen mit den Konzelebranten Bischof B\u00e4tzing, Bischof Cornelis van den Hout (Groningen-Leeuwarden), dem j\u00fcngst emeritierten Bischof von Temeswar (Rum\u00e4nien) Dr. Martin Roos, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Generalvikar Monsignore Martin Dav\u00c3\u00addek (Leitmeritz) und Domkapitular Paul Verheijen aus Dokkum.<\/p>\n<p>Auch in diesem Jahr hatte Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein wieder vor Beginn des Gottesdienstes die Wallfahrer aus den Pastoralverb\u00fcnden und Pfarreien des Bistums willkommen gehei\u00dfen. Besonders begr\u00fc\u00dfte er dabei eine Pilgergruppe aus Dokkum in den Niederlanden, eine Gruppe aus dem Antoniusheim Fulda, eine Jesus-Flashmob-Gruppe und ein Familien-Camp der Sch\u00f6nstatt-Bewegung aus Dietershausen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eDiese Welt und diese Zeit sind genauso Gottes Welt und Gottes Zeit wie die oft sch\u00f6ngeredete Vergangenheit. Unsere Gegenwart ist Gottes Zeit\u201c, hob der Bischof von Limburg, Dr. Georg B\u00e4tzing, am Sonntag in Fulda vor rund 8.000 Wallfahrern auf dem Domplatz hervor. 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