{"id":174409,"date":"2018-06-01T13:37:04","date_gmt":"2018-06-01T11:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174409"},"modified":"2018-06-01T13:37:04","modified_gmt":"2018-06-01T11:37:04","slug":"eine-grossartige-leistung-vieler-beteiligter-referatsleiterin-nicole-hannemann-gratuliert-ersten-nachqualifizierten-metallbauern-hessens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174409","title":{"rendered":"Eine gro\u00dfartige Leistung vieler Beteiligter &#8211; Referatsleiterin Nicole Hannemann gratuliert ersten nachqualifizierten Metallbauern Hessens"},"content":{"rendered":"<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel ist in aller Munde, dagegen anzugehen ist das Gebot der Stunde und eine Herausforderung f\u00fcr die Zukunft, der sich eine Gesellschaft nur gemeinsam stellen kann. Einen Weg, den Fachkr\u00e4ftemangel zu beheben, hat vor knapp zwei Jahren die Firma Krause GmbH &amp; Co.KG gemeinsam mit der Vogelsberg Consult GmbH und mit ihren Mitarbeitern Roman Bosch und Dennis Holubarsch beschritten. Im Rahmen der Hessischen Landesinitiative \u201ePro Abschluss\u201c konnten die beiden M\u00e4nner, die bisher keinen Berufsabschluss hatten, ihre Ausbildung zum Metallbauer nachholen und abschlie\u00dfen. Das Besondere daran: Sie sind die ersten beiden Absolventen in diesem Beruf in ganz Hessen, denn f\u00fcr dieses sehr praxisorientierte Feld erschien es zun\u00e4chst schwierig, ein Qualifizierungskonzept zu stricken und vor Ort anzubieten. Dass dies alles gelungen ist und Bosch und Holubarsch Anfang des Jahres ihre Gesellenbriefe in H\u00e4nden halten konnten, ist dem Zusammenspiel verschiedenster Organisationen und Menschen zu verdanken. Nicole Hannemann, Referatsleiterin im Hessischen Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL), w\u00fcrdigte dieses Engagement in der vergangenen Woche mit einem Besuch bei der Firma Krause vor Ort; nicht zuletzt, weil das Land Hessen diese Qualifizierung aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds (ESF) f\u00f6rdert und gerne andere Menschen und Unternehmen darauf aufmerksam machen w\u00fcrde.<br \/>\nEingeladen dazu hatten Thomas Schaumberg und Matthias Steckenreuter von der Gesellschaft f\u00fcr Regionalentwicklung und Wirtschaftsf\u00f6rderung, der Vogelsberg Consult. Gemeinsam mit seiner damaligen Kollegin Andrea Ortstadt hatte Projektleiter Steckenreuter potenzielle Kandidaten f\u00fcr die Ma\u00dfnahme gesucht. \u201eWir kennen die F\u00f6rderprogramme und sind gut mit den Weiterbildungseinrichtungen der Region vernetzt\u201c, f\u00fchrt er aus und erg\u00e4nzt: \u201eWir sind \u00fcberzeugt davon, dass genau dieses Programm ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Mitarbeitenden und f\u00fcr die Unternehmen gleichzeitig ist \u2013 und damit auch ein wichtiger Baustein in der Regionalentwicklung.\u201c<br \/>\nDavon \u00fcberzeugen lie\u00df sich zun\u00e4chst Jan Suchomel, Personaler bei Krause, der mit Roman Bosch und Dennis Holubarsch auch gleich zwei Interessenten vorweisen konnte. Auf offene Ohren stie\u00df dieses Vorhaben ebenfalls bei den Firmeninhabern, G\u00fcnther und Stefan Krause. F\u00fcr sie, so erfuhren die G\u00e4ste in einer lockeren Gespr\u00e4chsrunde anl\u00e4sslich des Besuchs der Referatsleiterin, ist es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, Mitarbeiter zu f\u00f6rdern und ihnen Entwicklungs- und Aufstiegschancen zu erm\u00f6glichen. Nicole Hannemann zeigte sich davon sehr beeindruckt, scheitere die Umsetzung des Projekts doch h\u00e4ufig am Desinteresse gerade der Arbeitgeber, die sich daf\u00fcr entweder keine Zeit n\u00e4hmen oder f\u00fcrchteten, besser qualifizierte Mitarbeiter an den Wettbewerb zu verlieren. \u201eDas ist der Unterschied zwischen Arbeitgeber und Unternehmer\u201c, unterstrich G\u00fcnther Krause ganz klar seine Philosophie von Unternehmensf\u00fchrung, die sich in der mehr als hundertj\u00e4hrigen Firmengeschichte manifestiert hat und nach wie vor zum Erfolg f\u00fchrt, denn: \u201eMan kann noch so gute Ideen haben, am Ende steht und f\u00e4llt alles mit den Mitarbeitern.\u201c<br \/>\nNeben Vertretern des Unternehmens und den beiden erfolgreichen Absolventen waren auch die beteiligten Bildungseinrichtungen zu diesem Termin erschienen: Tatjana Stiller vertrat die Volkshochschule des Vogelsbergkreises, die auf Initiative von Vogelsberg Consult ein Qualifizierungskonzept zun\u00e4chst gestrickt und dann mit Hilfe der Vogelsbergschule (VBS) realisiert hatte. Kein leichtes Unterfangen, musste dies doch an viele Gegebenheiten angepasst werden, wie Holger Arnold und Julian Bredel von der VBS berichteten. Zum einen war es f\u00fcr die Teilnehmer wichtig, dass sie weiterhin arbeiten konnten: Beide sind junge Familienv\u00e4ter, die auf ihr Einkommen oder Teile davon nicht verzichten konnten. Dann musste die Unterrichtszeit zum Schichtdienst passen und auch noch mit dem Familienleben vereinbar sein. Die 370 Unterrichtsstunden in anderthalb Jahren fanden meist am Samstag oder an einem Nachmittag in der Woche statt. Hierf\u00fcr wurden Bosch und Holubarsch vom Unternehmen freigestellt. Die Firma Krause hat au\u00dferdem den Eigenanteil der Qualifizierungskosten \u00fcbernommen, was noch einmal unterstreicht, welche Bedeutung die Unternehmensleitung diesem Projekt beimisst.<br \/>\n\u201eUnd als unser Konzept dann stand, stellten wir als erstes fest, dass es f\u00fcr unsere Klienten \u00fcberhaupt nicht passte\u201c, erz\u00e4hlt Julian Bredel weiter. Die beiden steckten schon viel zu tief in der Praxis, der Theorieteil musste angepasst, die Basics, die die beiden M\u00e4nner eigentlich \u00fcbersprungen hatten, vertieft werden. Und auch das Lernen selbst ist mit um die Drei\u00dfig anders als mit 18 oder 19 im Verbund einer Berufsschulklasse. Neuland war dieses Projekt also auch f\u00fcr die VHS und die VBS, die sich mit einem gro\u00dfartigen Engagement dort hineinst\u00fcrzten. Was f\u00fcr andere Bildungstr\u00e4ger ein Problem gewesen w\u00e4re, die geringe Anzahl an Teilnehmern n\u00e4mlich, machten alle Beteiligten hier als deutlichen Pluspunkt aus. Nur so war es sehr gut m\u00f6glich, den individuellen Anforderungen der beiden Absolventen gerecht zu werden, so die einhellige Meinung.<br \/>\nGenau dies sah die Referatsleiterin in ihrer Ansprache als gro\u00dfes Pfund des l\u00e4ndlichen Raums: die gute Vernetzung und das vertrauensvolle Zusammenspiel verschiedener Organisationen f\u00fcr ein gemeinsames Ziel, meist auf kurzen Wegen. \u201eEin solches Projekt h\u00e4tte man im Frankfurter Raum sicher nicht realisieren k\u00f6nnen\u201c, zeigte Hannemann sich \u00fcberzeugt. Gleichzeitig bedauerte sie, dass das Projekt nicht mehr Interessenten anspricht. Auch Alf Kindinger vom Verein Weiterbildung Hessen e.V., der im Auftrag des Landes f\u00fcr die Vergabe der Bildungsschecks zust\u00e4ndig ist, warb inst\u00e4ndig daf\u00fcr, dieses gute, erfolgversprechende Projekt bei den Unternehmern und bei den Mitarbeitern und Kollegen weiter bekannt zu machen. \u201eDie Qualifizierung ist eine Win-Win-Situation durch und durch: Unternehmen haben bessere Mitarbeiter, die sich obendrein dem Unternehmen mehr verbunden f\u00fchlen. Au\u00dferdem haben sie Chancen auf eine bessere Position und somit auch auf ein besseres Einkommen\u201c, so der Tenor der Anwesenden. Letzteres konnten die beiden Absolventen Holubarsch und Bosch nur best\u00e4tigen. Sie f\u00fchlen sich sichtbar wohl mit ihrer Qualifikation und dem Gef\u00fchl, diese Herausforderung gemeistert zu haben. Gleichwohl geben sie zu bedenken, dass man dies in ihrer Situation nur mit der Unterst\u00fctzung der Familie und auch des Arbeitgebers leisten k\u00f6nne und nat\u00fcrlich auch, weil es f\u00fcr sie keinerlei finanzielle Einbu\u00dfen gab.<br \/>\nUnd genau das steckt ja hinter der Idee dieser Qualifizierung, wie Bildungscoach Matthias Steckenreuter noch einmal deutlich betonte. Gemeinsam mit seiner Kollegin Katharina Barth ist er nun auf der Suche nach neuen Interessenten und hofft, dass viele Unternehmen dem guten Beispiel von Krause folgen und viele Menschen ohne Berufsabschluss \u2013 nach Angaben der Referentin aus dem Ministerium 320.000 in Hessen \u2013 sich von der Motivation von Roman Bosch und Dennis Holubarsch anstecken lassen. \u201eWir w\u00fcrden gerne 1% dieser Menschen im Jahr gewinnen\u201c, so Hannemann. Klassiker der Nachqualifizierung sind Berufe in der Logistik und im kaufm\u00e4nnischen Bereich. Das Engagement rund um die Metallbau-Qualifikation zeigt aber: Alles ist m\u00f6glich. Und davon sollten m\u00f6glichst viele Menschen profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der Fachkr\u00e4ftemangel ist in aller Munde, dagegen anzugehen ist das Gebot der Stunde und eine Herausforderung f\u00fcr die Zukunft, der sich eine Gesellschaft nur gemeinsam stellen kann. 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