{"id":174296,"date":"2018-05-30T18:19:07","date_gmt":"2018-05-30T16:19:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174296"},"modified":"2018-05-30T18:19:07","modified_gmt":"2018-05-30T16:19:07","slug":"christiane-kasper-und-die-bigband-der-albert-schweitzer-schule-lesen-und-spielen-fuer-den-abi-jahrgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174296","title":{"rendered":"Christiane Kasper und die Bigband der Albert-Schweitzer-Schule lesen und spielen f\u00fcr den Abi-Jahrgang"},"content":{"rendered":"<p>Jeder Abi-Jahrgang braucht Geld \u2013 dieser ganz besonders. Denn nachdem eine Firma aus S\u00fcddeutschland die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wegen einer Rechteverletzung um mehrere tausend Euro erleichtert hatte, war noch ein wenig mehr Ebbe in der Kasse der diesj\u00e4hrigen Abiturienten, als dies ohnehin meistens der Fall ist. Bereits direkt nach Bekanntwerden dieser ungl\u00fccklichen Aktion hatten mehrere Menschen f\u00fcr den Abi-Jahrgang gespendet, lie\u00df die Schule wissen. So war anl\u00e4sslich eines Trauerfalls explizit f\u00fcr den Schulsozialfonds gespendet worden, Gesch\u00e4ftsleute der Region haben den Jahrgang unterst\u00fctzt, genauso wie ehemalige Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und Freunde der Schule. Um nun noch das restliche finanzielle Loch stopfen zu k\u00f6nnen, hatten die Abiturienten eine ziemlich gute Idee, die nicht nur Geld einbringen sollte, sondern auch noch sehr viel Freude verbreitete.<br \/>\nUnd so stand am Samstagabend die Aula am Standort der Albert-Schweitzer-Schule in der Krebsbach ganz im Zeichen von Literatur und Musik. Die frischgebackene beste Schul-Bigband Hessens hatte sich mit der Autorin Constanze Keidel (im richtigen Leben als Christiane Kasper Lehrerin an dem Alsfelder Gymnasium) zusammengetan, um im Rahmen einer Benefizveranstaltung f\u00fcr Einnahmen f\u00fcr den Abi-Jahrgang zu sorgen. Christian Bolduan, stellvertretender Schulleiter, freute sich sehr \u00fcber das Engagement der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die zusammen mit den Akteuren eine gemeinsame Schulaktion auf die Beine gestellt hatten \u2013 ein Zeichen f\u00fcr das gute Miteinander, ganz im Sinn der Schule.<br \/>\nMit \u201eShut up and dance\u201c er\u00f6ffnete die Bigband unter der Leitung von Martin Wilhelm den Abend zur Freude des Publikums, dem die Musikerinnen und Musiker als zweites St\u00fcck eines der drei Siegerst\u00fccke aus dem Wettbewerb lieferten. \u201eIt don\u00e2\u20ac\u2122t mean a thing\u201c swingte es von der B\u00fchne, die sodann Christiane Kasper einnahm. Sie nahm die G\u00e4ste mit in ihr Spiel aus Wahrheit und Fantasie, in dem sie sich selbst in die Autorin Constanze Keidel verwandelte. Nichtsdestotrotz hatte ihr Alter Ego gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten mit ihr selbst \u2013 aufgewachsen beispielsweise in einem hessischen Dorf nahe der A5, die sich wie eine Konstante durch ihr Leben zog -, ebenso wie es sp\u00e4ter im Roman eindeutige, wenn auch \u201ev\u00f6llig unbeabsichtigte\u201c \u00c4hnlichkeiten mit Akteuren des hiesigen Schullebens gab, die vielen der Anwesenden sehr direkt sehr bekannt vorkamen.<br \/>\nConstanze Keidel startete mit einer Gebrauchsanweisung und einem einf\u00fchrenden Rahmen ihres Buches \u2013 so kommt es wohl, wenn eine Autorin Deutschlehrerin ist und sich als Schreiberin ganz offenbar und voller Lust dem Kitsch ergeben hat &#8211; erkl\u00e4rterweise, um mit dem Buch reich und ber\u00fchmt zu werden: Ein Bestseller und Blockbuster sollte es schon werden. Und darum, so Keidel freim\u00fctig und mit viel Spa\u00df dabei, habe sie auch hemmungslos geklaut bei Werken, die es in den letzten Jahren zu diesbez\u00fcglichem Ruhm gebracht hatten. Ihr Roman \u201eSturmgr\u00fcnde\u201c sei eine Mischung aus \u201eHarry Potter\u201c, \u201eTwilight\u201c und \u201eFifty Shades of Grey\u201c, wobei die Recherche in letzterer literarischer Reihe ihr nach eigenem Bekunden mehr Pflicht als Freude war \u2013 zumindest am Anfang.<br \/>\nIm Wechsel mit dem hervorragenden Spiel der Bigband, die sich ganz offensichtlich freute, an diesem Abend mitzuwirken, nahm die Autorin ihre Zuh\u00f6rer mit auf das Internat \u201eAltenstein\u201c, in dem ihre Protagonistin, die vom Schicksal gebeutelte und nach einem Neuanfang suchende Schulpsychologin Catharina C. Jung, anheuert. Hier wohnt die junge, sensible Frau in dem ehemaligen Kerkertrakt neben der Folterkammer. Hier begegnet sie einer geheimnisvollen gespenstischen K\u00f6chin und hier nimmt das Schicksal seinen Lauf \u2013 zun\u00e4chst in Form eines unglaublich sch\u00f6nen Mannes, der anfangs nur von der Ahnengalerie der Altensteins auf sie herabblickt. Dabei entpuppte sich Constanze Keidel als witzige Autorin, der es gelingt, eine intensive Spannung aufzubauen. Als Meisterin des Cliffhanger beendete sie ihre Lesung mit der Frage, was wohl auf dem Waldfriedhof der Altensteins passiert, was es mit dem geheimnisvollen Sch\u00f6nen auf sich hat und was am Ende gar das Trauma der Psychologin ist.<br \/>\nFragen \u00fcber Fragen, die die Bigband w\u00e4hrend und nach der Lesung mit richtig gutem Jazz und Swing ausklingen lie\u00df, nachdem sich im Namen des Abi-Jahres Henrieke Sch\u00e4ddel bei allen Beteiligten und Sponsoren bedankt hatte. Bleibt zu hoffen, dass am Ende der Veranstaltung ein gro\u00dfes Plus in der Kasse zu dem gro\u00dfen Plus an \u201eLernen f\u00fcrs Leben\u201c hinzukam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Jeder Abi-Jahrgang braucht Geld \u2013 dieser ganz besonders. Denn nachdem eine Firma aus S\u00fcddeutschland die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wegen einer Rechteverletzung um mehrere tausend Euro erleichtert hatte, war noch ein wenig mehr Ebbe in der Kasse der diesj\u00e4hrigen Abiturienten, als dies ohnehin meistens der Fall ist. 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