{"id":174258,"date":"2018-05-24T17:12:25","date_gmt":"2018-05-24T15:12:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=174258"},"modified":"2018-05-24T17:12:25","modified_gmt":"2018-05-24T15:12:25","slug":"diese-leidenschaft-der-menschen-ist-beeindruckend-suedafrikanische-delegation-eine-woche-zu-gast-im-biosphaerenreservat-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=174258","title":{"rendered":"\u201eDiese Leidenschaft der Menschen ist beeindruckend\u201c &#8211; S\u00fcdafrikanische Delegation eine Woche zu Gast im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Hoedspruit im Biosph\u00e4renreservat Kruger to Canyons (K2C) in S\u00fcdafrika und Oberelsbach im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n liegen rund 13.000 Kilometer. W\u00e4hrend des einw\u00f6chigen Besuchs einer s\u00fcdafrikanischen Delegation in der Rh\u00f6n schrumpfte diese Distanz nicht nur rein geografisch. Im fachlichen Austausch zeigten sich thematisch trotz aller Unterschiede zwischen den Regionen viele Gemeinsamkeiten.<\/p>\n<p>Seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen den beiden Biosph\u00e4renreservaten. Gegenseitige Besuche wie der im vergangenen Jahr auf s\u00fcdafrikanischem Boden und dieses Jahr in Deutschland sind allerdings etwas Besonderes: \u201eWir sind wirklich dankbar, dass wir diese M\u00f6glichkeit \u00fcber eine F\u00f6rderung des Bundesumweltministeriums erhalten haben, denn das gegenseitige Vertrauen zueinander ist in den vergangenen Jahren gewachsen, und dabei ist der pers\u00f6nliche Kontakt wesentlich\u201c, betonen Marie-Tinka Uys, Leiterin der Delegation und der Biosph\u00e4renreservatsverwaltung K2C sowie Dr. Doris Pokorny, die in der Bayerischen Verwaltungsstelle f\u00fcr die internationalen Beziehungen zust\u00e4ndig ist.<br \/>\nDas Motto des Austauschs war die Umsetzung internationaler Ziele f\u00fcr UNESCO-Biosph\u00e4renreservate. Hierbei ging es um Themen wie Naturschutz in der Kulturlandschaft, Umweltschutz in der Industrie sowie Nutzung von Biomasse aus der Region f\u00fcr Strom und W\u00e4rme. Ein Thema stand jedoch besonders im Mittelpunkt: die Vermarktung regionaler Produkte am Beispiel der Dachmarke Rh\u00f6n. Im Rahmen des eng getakteten Zeitplans besuchten die G\u00e4ste die unterschiedlichsten Mitgliedsbetriebe der Dachmarke \u2013 vom Rh\u00f6nschafz\u00fcchter \u00fcber die Hofb\u00e4ckerei bis zum Hotel. Zwei Workshops, in die die Rh\u00f6n GmbH und der Vorstand der Dachmarke Rh\u00f6n eingebunden waren, besch\u00e4ftigten sich zudem mit der Frage, wie ein regionales G\u00fctesiegel aufgebaut und umgesetzt wird und welche Erfahrungen hierbei in der Rh\u00f6n gemacht wurden. Diese Aspekte waren f\u00fcr die s\u00fcdafrikanischen G\u00e4ste von besonderem Interesse. Denn in ihrer Heimat m\u00fcssen erst noch M\u00f6glichkeiten geschaffen werden, damit Produkte aus b\u00e4uerlicher Landwirtschaft an die Hotelbetriebe abgesetzt werden k\u00f6nnen. \u201eWir haben f\u00fcr unsere Region bereits ein \u00e4hnliches Konzept entwickelt und hoffen, es in ungef\u00e4hr sechs Monaten umsetzen zu k\u00f6nnen\u201c, gibt Marie-Tinka Uys einen Einblick, und die Wirtschaftswissenschaftlerin Kgomotso Regina Matthews erg\u00e4nzt: \u201eWas uns bislang fehlt, ist eine finanzielle F\u00f6rderung \u2013 und unser Besuch hier hat uns gezeigt, dass man diese zwingend braucht.\u201c<br \/>\nAn einem \u00e4hnlichen Punkt, wie sich die Akteure derzeit befinden, habe man vor Gr\u00fcndung der Dachmarke Rh\u00f6n ebenfalls gestanden, erl\u00e4utert Dr. Doris Pokorny. \u201eUnverzichtbar ist es, dass die f\u00fcnf Landkreise im Rahmen der Wirtschaftsf\u00f6rderung unterst\u00fctzen.\u201c Auch wenn in S\u00fcdafrika andere Wege gegangen werden m\u00fcssen, sind die Erfahrungen aus der Rh\u00f6n wichtig f\u00fcr die konkrete Umsetzung einer Regionalmarke im K2C: \u201eUm Menschen von einer Idee zu \u00fcberzeugen, ist es besonders hilfreich, wenn man davon berichten kann, dass etwas in einem anderen Land sehr erfolgreich l\u00e4uft. Es wirkt dann wie eine Art Katalysator\u201c, bekr\u00e4ftigt Kgomotso Regina Matthews. Wie erfolgreich die Idee einer regionalen Wertsch\u00f6pfungskette im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n gelebt wird, davon konnte sich die f\u00fcnfk\u00f6pfige Delegation im direkten Kontakt mit den Menschen ein Bild machen: \u201eMich hat sehr beeindruckt, mit welcher Leidenschaft die Unternehmer gemeinsam agieren und mit wieviel Energie sie Herausforderungen meistern\u201c, sagt Job Vusimuzi Tshabalala, Mitarbeiter in der Verwaltung des Biosph\u00e4renreservats des K2C.<\/p>\n<p>Leidenschaft \u2013 die war f\u00fcr die G\u00e4ste offenbar auch in einer anderen Sache sp\u00fcrbar: bei der \u00dcbergabe des neuen Biosph\u00e4ren-Rahmenkonzeptes in Gersfeld an die Umweltminister von Hessen, Bayern und Th\u00fcringen. Dieses seitenstarke Werk enth\u00e4lt die Ergebnisse eines mehrj\u00e4hrigen Prozesses, der die Zukunftsideen f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung des Biosph\u00e4renreservats festschreibt. \u201eDieses Konzept ist ein wirklich gro\u00dfer Wurf\u201c, denkt Delegationsleiterin Marie-Tinka Uys. Es sei bemerkenswert, dass so viele Menschen auf dem Weg zu diesem Ergebnis eingebunden gewesen seien und wie die unterschiedlichsten Gruppen \u2013 vom Landwirt bis zum Politiker \u2013 dabei an einem Strang gezogen h\u00e4tten. Ihre deutsche Kollegin Dr. Doris Pokorny erg\u00e4nzt: \u201eF\u00fcr uns ist dieses transparente und gemeinsam mit den Menschen in der Region durchlaufene Verfahren selbstverst\u00e4ndlich. Dass es von au\u00dfen betrachtet als besonders bewertet wird, zeigt, dass solche Meinungsbildungsprozesse l\u00e4ngst nicht \u00fcberall in dieser Form ablaufen.\u201c<\/p>\n<p>Die zuk\u00fcnftigen Schwerpunkte der s\u00fcdafrikanisch-deutschen Biosph\u00e4ren-Partnerschaft sind noch bewusst offen. \u201eAls Biosph\u00e4renreservatsverwaltungen halten wir uns auf dem Laufenden\u201c, erl\u00e4utert Dr. Doris Pokorny. Wichtig sei die Weiterf\u00fchrung des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes sowie der Schulpartnerschaft zwischen dem Martin-Pollich-Gymnasium in Mellrichstadt und der Southern Cross School in Hoedspruit. Ziel sei es auch, weitere Einsatzstellen f\u00fcr junge Leute in der K2C-Biosph\u00e4renreservatsverwaltung zu schaffen. Ihr s\u00fcdafrikanischer Kollege Job Vusimuzi Tshabalala unterst\u00fctzt diesen Wunsch: \u201eEs w\u00e4re so wichtig, noch mehr junge Menschen beider L\u00e4nder f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat und eine Kooperation zu motivieren, damit sie ebenfalls \u2013 wie wir jetzt \u2013 voneinander lernen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zwischen Hoedspruit im Biosph\u00e4renreservat Kruger to Canyons (K2C) in S\u00fcdafrika und Oberelsbach im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n liegen rund 13.000 Kilometer. W\u00e4hrend des einw\u00f6chigen Besuchs einer s\u00fcdafrikanischen Delegation in der Rh\u00f6n schrumpfte diese Distanz nicht nur rein geografisch. Im fachlichen Austausch zeigten sich thematisch trotz aller Unterschiede zwischen den Regionen viele Gemeinsamkeiten. 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