{"id":173875,"date":"2018-05-11T10:08:50","date_gmt":"2018-05-11T08:08:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173875"},"modified":"2018-05-11T10:08:50","modified_gmt":"2018-05-11T08:08:50","slug":"pflegeberufe-in-hessen-grosser-bedarf-in-der-kranken-und-altenpflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173875","title":{"rendered":"Pflegeberufe in Hessen: Gro\u00dfer Bedarf in der Kranken- und Altenpflege"},"content":{"rendered":"<div><b>Die Personalnachfrage nach Pflegekr\u00e4ften in Hessen steigt kontinuierlich an. Fachkr\u00e4fte sind begehrt und werden vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zunehmend gesucht. <\/b><\/div>\n<div><span style=\"color: #0070c0; font-family: Calibri; font-size: small;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Nicole G<\/b>. ist gl\u00fccklich \u00fcber ihren neuen Job in der Altenpflege. Unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert durch die Arbeitsagentur Frankfurt, hat sie im Rahmen einer Umschulung nun die dreij\u00e4hrige Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen.<\/div>\n<div>Zuvor arbeitete die zweifache Mutter unter anderem mehrere Jahre in Teilzeitbesch\u00e4ftigungen im Verkauf, ohne entsprechende berufliche Qualifikation. \u201eIch habe einige Zeit gebraucht, um mich beruflich zu finden\u201c, erz\u00e4hlt die 38-J\u00e4hrige. \u201eDas habe ich jetzt. In der Ausbildung und durch den Umgang mit den Menschen lernt man auch viel \u00fcber sich selbst.\u201c<\/div>\n<div>Mit ihrem neuen Berufsabschluss hat sie bereits eine Arbeitsstelle gefunden und wird im Juni im Pflegewohnstift am Wasserturm in Frankfurt, einer Einrichtung der Deutschen Seniorenstift Gesellschaft, beginnen. Christina Metz, Einrichtungsleiterin des 123 Betten Hauses, wei\u00df: \u201eEs ist sehr schwer, gute Fachkr\u00e4fte zu finden. Deshalb bilden wir auch selber aus, in der Regel haben wir 10 bis 11 Azubis.\u201c<\/div>\n<div>Einer dieser Auszubildenden ist Marcel, Sohn von Nicole G, der zun\u00e4chst die einj\u00e4hrige Ausbildung als Altenpflegehelfer absolviert hatte. \u201eEr hat durch mich Gefallen an dem Beruf gefunden und sich dann wegen der vielseitigen M\u00f6glichkeiten entschlossen, die Ausbildung fortzusetzen\u201c, so die Mutter.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Etwa 40.800 Menschen gehen in Hessen einer sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung in der <b>Altenpflege<\/b> nach (Stand September 2017). Mit 53,4 Prozent war der etwas gr\u00f6\u00dfere Anteil auf Helferniveau besch\u00e4ftigt.<\/div>\n<div>Bei den offenen Stellen \u2013 1.828 waren im April 2018 bei den hessischen Arbeitsagenturen gemeldet \u2013 lag der Helferanteil nur bei 40,3 Prozent. Die Stellenbesetzung gestaltet sich zunehmend schwieriger: Im Schnitt dauerte es 188 Tage, eine freie Stelle in der Altenpflege zu besetzen. Werden Arbeitskr\u00e4fte mit Qualifikation als Fachkraft gesucht, erh\u00f6hte sich dieser Wert sogar auf durchschnittlich 235 Tage.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Generell ist die Besch\u00e4ftigung in den Pflegeberufen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. In der <b>Gesundheits- und Krankenpflege <\/b>liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten in Hessen inzwischen bei etwa 75.900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (Stand September 2017). Mit 17,3 Prozent war der Helferanteil deutlich niedriger als im Altenpflegebereich. Dass in erster Linie qualifizierte Fachkr\u00e4fte gesucht werden, zeigt sich an dem Anforderungsniveau der vakanten Stellen: Lediglich 9,6 Prozent der insgesamt 1.112 bei den hessischen Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen bezieht sich auf eine T\u00e4tigkeit auf Helferniveau. Eine freie Stelle zu besetzen dauerte in der Krankenpflege im Schnitt 127 Tage, bei einer Fachkraftstelle sogar 132 Tage.<\/div>\n<div>Die Entlohnung in den beiden Berufszweigen ist unterschiedlich: Belief sich das mittlere monatliche Bruttoarbeitsentgelt Vollzeitbesch\u00e4ftigter in der Krankenpflege auf 3.192 Euro (Jahr 2016), war es in der Altenpflege mit 2.398 Euro deutlich niedriger.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201eDie Pflege ist eine Zukunftsbranche\u201c, betont <b>Dr. Frank Martin<\/b>, Leiter der Regionaldirektion Hessen. \u201eFachkr\u00e4fte werden dringend ben\u00f6tigt. Vor dem Hintergrund einer im Schnitt immer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung wird sich dieser Trend bundesweit und in Hessen weiter versch\u00e4rfen.\u201c<\/div>\n<div><span style=\"color: #1f497d;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Besonders bei examinierten Pflegefachkr\u00e4ften bestehe bereits heute ein Fachkr\u00e4fteengpass. Die Arbeitsagenturen sind aktiv: Sie unterst\u00fctzen Interessierte mit Qualifizierungsangeboten und finanziellen Hilfen bei einem Berufseinstieg, bieten mit Jobb\u00f6rsen und Informationsveranstaltungen die Gelegenheit, Pflegeberufe kennenzulernen und Kontakte mit Arbeitgebern zu kn\u00fcpfen.<\/div>\n<div>Auch die Gewinnung ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte tr\u00e4gt zur Fachkr\u00e4ftesicherung bei: Hierzu z\u00e4hlen das bundesweite Projekt \u201eTriple Win\u201c der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) und der Deutschen Gesellschaft fu\u00cc\u02c6r Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie ein Projekt des Internationalen Personalservice (IPS)\u00c2\u00a0 der ZAV mit der AWO Nordhessen, dessen Ziel es ist, spanische Altenpflegekr\u00e4fte f\u00fcr eine verk\u00fcrzte Fachkraftausbildung zu gewinnen.<\/div>\n<div><span style=\"color: #c00000;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Martin<\/b> begr\u00fc\u00dft, dass die hessischen Arbeitsmarktakteure auch gemeinsam nach L\u00f6sungen suchen, um Pflegeberufe f\u00fcr junge Menschen attraktiv zu machen:<\/div>\n<div>\u201eIm Rahmen der Berufsorientierung bieten wir Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern die Chance, in Hessischen Gesundheitscamps hinter die Kulissen zu schauen und den Berufsalltag praxisnah kennenzulernen. Die hessische Landesinitiative \u201ePflege in Hessen integriert\u201c richtet sich, unter anderem mit Pflegetagen an beruflichen Schulen, an junge Menschen speziell mit Fluchterfahrung. Pflegeberufe bieten aussichtsreiche Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten als Fachkraft sowie als Quereinsteiger. Die Arbeit in der Pflege ist sehr anspruchsvoll. Neben der Schaffung ansprechender Arbeitsbedingungen ist es deshalb notwendig, die Anerkennung dieser Berufsgruppen in der Gesellschaft zu st\u00e4rken.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das findet auch <b>Nedeljka B<\/b>. Anders als Nicole G. arbeitete sie bereits seit mehreren Jahren in der Pflege, unterst\u00fctzte und pflegte eine k\u00f6rperlich behinderte Frau im h\u00e4uslichen Bereich. Eine Pflegeausbildung hat die urspr\u00fcnglich gelernte Bautechnikerin nicht. Die Arbeit mit Menschen macht ihr gro\u00dfe Freude. Gesundheitliche Probleme f\u00fchrten allerdings dazu, dass die k\u00f6rperliche Belastung zu gro\u00df wurde und sie ihre T\u00e4tigkeit nicht mehr aus\u00fcben darf.<\/div>\n<div>Was also tun? Da die 59-J\u00e4hrige, die sich privat auch um die Betreuung ihrer Eltern k\u00fcmmert, gerne im sozialen Bereich bleiben wollte, fand sich eine L\u00f6sung: Gemeinsam mit ihrer Arbeitsvermittlerin fasste sie eine Qualifizierung als Betreuungskraft ins Auge, die sie mit F\u00f6rdermitteln der Arbeitsagentur in diesem Jahr erfolgreich absolvierte. Als Betreuungskraft kann sie weiterhin hilfe- und pflegebed\u00fcrftige Menschen unterst\u00fctzen, sie bei Untersuchungsterminen oder Freizeitaktivit\u00e4ten begleiten. Nun sucht sie, weiterhin von der Arbeitsagentur begleitet, nach einer neuen Besch\u00e4ftigung in einer Altenpflege- oder Betreuungseinrichtung und hofft auf eine positive Antwort.<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Personalnachfrage nach Pflegekr\u00e4ften in Hessen steigt kontinuierlich an. Fachkr\u00e4fte sind begehrt und werden vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zunehmend gesucht. \u00c2\u00a0 Nicole G. ist gl\u00fccklich \u00fcber ihren neuen Job in der Altenpflege. Unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert durch die Arbeitsagentur Frankfurt, hat sie im Rahmen einer Umschulung nun die dreij\u00e4hrige Ausbildung zur Altenpflegerin abgeschlossen. 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