{"id":173852,"date":"2018-05-11T10:05:20","date_gmt":"2018-05-11T08:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173852"},"modified":"2018-05-11T10:05:20","modified_gmt":"2018-05-11T08:05:20","slug":"junger-arzt-wirbt-fuer-nachwuchs-im-oeffentlichen-gesundheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173852","title":{"rendered":"Junger Arzt wirbt f\u00fcr Nachwuchs im \u00d6ffentlichen Gesundheitswesen"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6zden Do\u00c4\u0178an ist 26 Jahre alt und seit September Arzt im Kreisgesundheitsamt. In K\u00f6ln geboren und aufgewachsen in Leverkusen, hat es den Rheinl\u00e4nder nach seinem Medizinstudium in Heidelberg nach Fulda verschlagen. Hier absolviert er ein Trainee-Programm des Landkreises, um sich in f\u00fcnf Jahren zum Facharzt f\u00fcr \u00d6ffentliches Gesundheitswesen (\u00d6GW) weiterbilden zu lassen.<\/p>\n<p>Frisch von der Hochschule, war f\u00fcr ihn die Laufbahn im \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst (\u00d6GD), anders als f\u00fcr so manchen seiner Kollegen, nicht blo\u00df Plan B, sondern eine mit gro\u00dfem Enthusiasmus und viel Weitblick getroffene Entscheidung: \u201eIch arbeite hier daran mit, Krankheiten zu verhindern, bevor sie geheilt werden m\u00fcssen. F\u00fcr mich sind Pr\u00e4vention und Bev\u00f6lkerungsmedizin die Zukunft der Gesundheitsversorgung.\u201c<\/p>\n<p>Im Fuldaer Gesundheitsamt ist er aktuell einer von acht \u00c4rztinnen und \u00c4rzten. Seine Entscheidung f\u00fcr den Facharzt im \u00d6GW kristallisierte sich erst am Ende des Studiums w\u00e4hrend seines Praktischen Jahres in Kliniken heraus. Unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen und \u00fcberzeugt davon, im \u00d6GD sein Interesse f\u00fcr Medizin und Gesundheitspolitik vereinen zu k\u00f6nnen, bewarb er sich f\u00fcr das Trainee-Programm in Fulda. \u201eAn meiner Arbeit hier sch\u00e4tze ich vor allem das kollegiale Arbeitsklima, dass ich ausreichend Zeit f\u00fcr die von mir betreuten Menschen habe und dass ich mit vielen verschiedenen Berufsgruppen oft sogar interdisziplin\u00e4r zusammenarbeite\u201c, erz\u00e4hlt Do\u00c4\u0178an.<\/p>\n<p>Dennoch leidet die Fachrichtung an akutem Nachwuchsmangel, viele offene Stellen k\u00f6nnen nicht besetzt werden. Der Lohnunterschied zwischen Klinik\u00e4rzten und \u00c4rzten im \u00d6GD sei laut Do\u00c4\u0178an ein wichtiger, aber nicht der allein entscheidende Grund. Vielmehr liege es daran, dass kaum ein Absolvent wisse, was im \u00d6ffentlichen Gesundheitsdienst und im Gesundheitsamt im Speziellen passiere. \u201eEs gibt in Deutschland keinen einzigen Lehrstuhl f\u00fcr die Fachrichtung, und auch die Weiterbildung ist nicht \u00fcberall so gut organisiert wie in Fulda. Das muss sich dringend \u00e4ndern\u201c, fordert er. F\u00fcr viele \u00c4rzte in Praxen und Kliniken sei der einzige Ber\u00fchrungspunkt mit dem Amt oft nur die notwendige Meldung ansteckender Krankheiten: \u201eViele vergessen aber, dass es in der Medizin nicht nur darum geht, die Krankheiten Einzelner zu heilen, sondern auch, die Gesundheit der Gesellschaft von Anfang an zu gew\u00e4hrleisten.\u201c Das Thema Pr\u00e4vention von Krankheiten spiele gerade im Hinblick auf die Finanzierung von Gesundheitssystemen k\u00fcnftig noch eine weit gr\u00f6\u00dfere Rolle, prognostiziert Do\u00c4\u0178an.<\/p>\n<p>Dass der junge Arzt aus dem Rheinland selbst Bev\u00f6lkerungsmediziner aus Leidenschaft ist und seinen Beruf mit gro\u00dfer Verantwortung gestaltet, wird im Gespr\u00e4ch immer wieder deutlich. Als eine gro\u00dfe berufliche Herausforderung seiner Fachrichtung spricht er das sozio\u00f6konomische Gef\u00e4lle innerhalb der Gesundheitsversorgung an: \u201eEs gibt einfach Teile der Bev\u00f6lkerung, die wir selbst mit den besten Pr\u00e4ventionsprogrammen nicht erreichen k\u00f6nnen.\u201c In diesem Bereich f\u00fcr Verbesserung zu sorgen sei sein Ziel und eine wichtige Aufgabe des \u00d6GD, die dieser allerdings auch nicht allein bew\u00e4ltigen k\u00f6nne: \u201eHierzu braucht es dringend die Unterst\u00fctzung durch die Politik, die mit geeigneten Strategien gegensteuern muss. Denn schlie\u00dflich ist Gesundheit ein Grundrecht, das letztlich auch mitverantwortlich f\u00fcr Zusammenhalt und Sicherheit in einem Land ist.\u201c<\/p>\n<p>Info<\/p>\n<p>Trainee-Programm Weiterbildung zum Facharzt f\u00fcr \u00d6GW im Landkreis Fulda<br \/>\nDauer direkt nach der Approbation 5 Jahre, Vermittlung qualifizierter Weiterbildungsstellen im Landkreis. Zu absolvieren sind:<br \/>\n18 Monate in einer weiterbildungsberechtigten Einrichtung des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens<br \/>\n36 Monate in einer Klinik, davon 6 Monate in der Psychiatrie<br \/>\n6 Monate Seminar in D\u00fcsseldorf (sog. Amtsarztkurs)<br \/>\nFacharztpr\u00fcfung an der Landes\u00e4rztekammer Frankfurt<br \/>\nAnstellung ein Jahr als Angestellter, dann als Beamter. Verpflichtung, nach der Weiterbildung eine Mindestzeit im Gesundheitsamt t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u00d6zden Do\u00c4\u0178an ist 26 Jahre alt und seit September Arzt im Kreisgesundheitsamt. In K\u00f6ln geboren und aufgewachsen in Leverkusen, hat es den Rheinl\u00e4nder nach seinem Medizinstudium in Heidelberg nach Fulda verschlagen. Hier absolviert er ein Trainee-Programm des Landkreises, um sich in f\u00fcnf Jahren zum Facharzt f\u00fcr \u00d6ffentliches Gesundheitswesen (\u00d6GW) weiterbilden zu lassen. 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