{"id":173694,"date":"2018-04-28T14:05:34","date_gmt":"2018-04-28T12:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173694"},"modified":"2018-04-28T14:05:34","modified_gmt":"2018-04-28T12:05:34","slug":"solidarische-landwirtschaft-osthessen-solawi-in-den-startloechern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173694","title":{"rendered":"Solidarische Landwirtschaft Osthessen (SOLAWI) in den Startl\u00f6chern"},"content":{"rendered":"<p>Am 17.04.18 fanden sich im Seminarhaus in Neuhof Rommerz ca. f\u00fcnfzig interessierte Menschen zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema \u201eSolidarische Landwirtschaft\u201c zusammen. Eingeladen hat eine Gruppe, die sich seit Ende 2017 im Seminarhaus in Neuhof Rommerz treffen um die Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten.<br \/>\nEingeladen waren Interessierte, B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, B\u00e4uerinnen und Bauern, Landwirtinnen und Landwirte aus der Region, um gemeinsam Ans\u00e4tze zu entwickeln, um Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion, der Ern\u00e4hrung der Menschen und Umweltzerst\u00f6rung.<br \/>\nMartina Feldmayer, Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen im Hessischen Landtag konnte in einer kurzen Begr\u00fc\u00dfungsrede den Stellenwert des \u00f6kologischen Landbaus in den Hessischen \u00d6komodellregionen herausstellen. Sie konnte sich auch davon \u00fcberzeugen, dass ein gro\u00dfes Interesse in der Bev\u00f6lkerung an den Thema besteht.<br \/>\nDr. Karl-Heinz Schmidt von der \u00f6kologischen Forschungsstation in Schl\u00fcchtern, sprach in seinem Vortrag die Bedeutung der \u00f6kologischen Landwirtschaft an. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Schulen, in denen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bereits fr\u00fch \u00fcber die Bedeutung \u00f6kologischer Landwirtschaft informiert werden, ist ein elementarer Bestandteil des p\u00e4dagogischen Konzeptes der \u00f6kologischen Forschungsstation.<br \/>\nVera Zimmermann und Cecil Guillet, zwei erfahrene Solawistinnen der seit 2013 erfolgreich arbeitenden SoLaWi Marburg sind mit einem Vortag angereist, um das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft zu erkl\u00e4ren, und die vielen Fragen im Anschluss kompetent zu beantworten.<br \/>\nDas Prinzip der \u201eSolidarischen Landwirtschaft\u201c, \u201eSOLWI\u201c l\u00e4\u00dft sich vereinfacht so erkl\u00e4ren:<br \/>\nEine Gruppe von Menschen finanziert einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Umgebung mit einem monatlichen Beitrag s\u00e4mtliche Kosten die der Landwirt ben\u00f6tigt zu einem ausk\u00f6mmlichen Einkommen f\u00fcr sich und seine Mitarbeiter, und zur Produktion der Lebensmittel f\u00fcr die Mitglieder. Die Mitglieder haben ein Mitspracherecht bei der Planung und Beschaffung von Produktionsmitteln und tragen auch das wirtschaftliche Risiko des Betriebes mit.<br \/>\nIm Gegenzug erhalten die Mitglieder ein Jahr lang w\u00f6chentlich alle Lebensmittel in Bio Qualit\u00e4t, die der Landwirt produziert. Zur Ermittlung der Beitr\u00e4ge muss der Landwirt einmal j\u00e4hrlich seine Kalkulation der laufenden Kosten offenlegen, die im Anschluss in einer sogenannten, \u201eBieterrunde\u201c gedeckt werden muss.<br \/>\nDurch die enge Beziehung von Landwirt und Mitgliedern und der Mitglieder untereinander entsteht eine Gemeinschaft, die \u00fcber das reine Konsumenten und Produzenten Verh\u00e4ltnis hinaus geht. Der soziale Aspekt spielt in der \u201eSOLAWI\u201c eine sehr gro\u00dfe Rolle. Es wird Mitmachtage geben, an denen sich die Mitglieder an der Feld- und Hofarbeit beteiligen k\u00f6nnen, es wird Mitgliedertreffen geben, es ist eine Einmachk\u00fcche geplant, in der man zusammen kochen kann, seinen Kindern kann man zeigen wie Gem\u00fcse w\u00e4chst, wo Eier und Fleisch herkommen, oder wie Brot gebacken wird, und das Ganze soll auch mal richtig gefeiert werden.<br \/>\nDadurch dass der Betrieb nicht mehr am europ\u00e4ischen und internationalen Markt bestehen muss, kann er sich mehr um die Qualit\u00e4t seiner Lebensmittel, um das Wohlergehen seiner Tiere, und um seine Mitglieder k\u00fcmmern. Es werden wieder Arbeitspl\u00e4tze auf den H\u00f6fen geschaffen, und es wird wieder eine gro\u00dfe Vielfalt an Lebensmitteln produziert, die den Mitgliedern zur Verf\u00fcgung gestellt werden kann.<br \/>\nDas Prinzip der solidarischen Landwirtschaft ist nicht neu! Die erste \u201eSOLAWI\u201c wurde 1965 in Japan gegr\u00fcndet und nennt sich \u201eTeikei\u201c, \u00fcber den Umweg Amerika, dort community supported agriculture (\u201eCSA\u201c), hat sie nach Europa gefunden. In Deutschland gibt es mittlerweile weit \u00fcber einhundert \u201eSOLAWI\u201cs und es werden immer mehr.<br \/>\nAm 14.05.2018 um 19:30 Uhr findet im Seminarhaus in Neuhof Rommerz das erste \u201eMitgliedertreffen\u201c statt, dazu sind weitere Interessierte herzlichst eingeladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Am 17.04.18 fanden sich im Seminarhaus in Neuhof Rommerz ca. f\u00fcnfzig interessierte Menschen zu einer Informationsveranstaltung zu dem Thema \u201eSolidarische Landwirtschaft\u201c zusammen. Eingeladen hat eine Gruppe, die sich seit Ende 2017 im Seminarhaus in Neuhof Rommerz treffen um die Gesellschaft verantwortungsvoll mitzugestalten. 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