{"id":173668,"date":"2018-04-27T19:13:03","date_gmt":"2018-04-27T17:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173668"},"modified":"2018-04-27T19:13:03","modified_gmt":"2018-04-27T17:13:03","slug":"der-arbeitsmarkt-im-april-schwungvoller-start-ins-zweite-quartal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173668","title":{"rendered":"Der Arbeitsmarkt im April Schwungvoller Start ins zweite Quartal"},"content":{"rendered":"<div>Die Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin stabil und ungetr\u00fcbt. Ein weiteres Mal wurde die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Berichtsmonat seit 37 Jahren verzeichnet. Das zweite Quartal 2018 startete schwungvoll: sinkende Arbeitslosenzahlen, konstant hohe Arbeitskr\u00e4ftenachfrage und ein weiterer Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung pr\u00e4gten das Bild.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, sieht trotz der vielen Rekordmeldungen nicht nur positive Signale auf dem hessischen Arbeitsmarkt:<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>\u201eDer hohe Bestand an offenen Stellen hat auch seine Schattenseiten. Die Agenturen und Jobcenter k\u00f6nnen den hohen Bedarf an Fachkr\u00e4ften nicht ohne weiteres decken. Das zeigen auch die gestiegenen Vakanzzeiten. Im Durschnitt dauert es mittlerweile 102 Tage bis eine Stelle besetzt werden kann. Fast 60 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen haben keine Berufsausbildung, Tendenz steigend. Diese Menschen werden auf absehbare Zeit die Fachkr\u00e4ftel\u00fccke nicht schlie\u00dfen k\u00f6nnen.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Neben der Gewinnung von Fachkr\u00e4ften sieht Martin ebenfalls die duale Ausbildung vor weiteren Herausforderungen:<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201eDer demografische Wandel wird auf dem Ausbildungsmarkt immer sichtbarer. Auch f\u00fcr dieses Jahr k\u00f6nnen wir keine Entwarnung geben. Wie in 2017 ist das Angebot an Ausbildungsstellen in vielen Bereichen gr\u00f6\u00dfer als die Nachfrage. Im letzten Jahr blieben zum Stichtag fast 2.700 Stellen unbesetzt. Wir steuern in diesem Jahr auf eine \u00e4hnliche Situation zu. M\u00f6glicherweise steigt die Anzahl nicht besetzbarer Ausbildungsstellen sogar weiter an, da gleichzeitig die Bewerberzahlen weiter sinken. Die Nachwuchsgewinnung wird perspektivisch besonders f\u00fcr klein und mittelst\u00e4ndische Unternehmen immer schwieriger\u201c, so Frank Martin.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Martin stellt ebenso fest, dass ohne ausl\u00e4ndische Bewerberinnen und Bewerber das Gef\u00e4lle noch deutlicher ausfallen w\u00fcrde. Mehr als jeder f\u00fcnfte Bewerber auf einen Ausbildungsplatz in Hessen habe bereits keinen deutschen Pass. Die Anzahl der ausl\u00e4ndischen Bewerber sei zum Vorjahr um 9,3 Prozent auf 6.984 gestiegen. Allein 2.340 junge gefl\u00fcchtete Bewerber stellten sich in diesem Jahr bislang dem Ausbildungsmarkt zur Verf\u00fcgung.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201eAngesichts dieser Entwicklung m\u00fcssen wir die berufliche Bildung weiterhin als eine unserer wichtigsten Aufgaben f\u00fcr alle Altersgruppen begreifen. Es ist nie zu sp\u00e4t f\u00fcr eine Aus- oder Weiterbildung\u201c, so Martins Fazit.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Ausbildung: Angebot gr\u00f6\u00dfer als Nachfrage<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Bis jetzt meldeten die hessischen Betriebe 1.077 Lehrstellen (+3,4 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum und somit 32.318. Die Zahl der Bewerber sank im Vergleich zum Vorjahr um 717 (-2,1 Prozent) auf 33.248.<\/div>\n<div>Als unversorgt z\u00e4hlten zum Stichtag 17.978 Bewerber und Bewerberinnen. Das waren 90 (-0,5 Prozent) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Lehrstellen um 1.300 (+7,3 Prozent) auf 19.213.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Arbeitslosigkeit in Hessen: Entwicklung im April<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Im April 2018 waren 157.860 Frauen und M\u00e4nner in Hessen arbeitslos gemeldet. Das waren 3.137 weniger (-1,9 Prozent) als im M\u00e4rz und 10.823 Menschen weniger (-6,4 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenquote noch bei 5,1 Prozent.<\/div>\n<div>Saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vormonat um 1.000 zur\u00fcck, gegen\u00fcber dem Vorjahr um 11.000.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vormonat und dem Vorjahr betraf alle betrachteten Personengruppen. Gegen\u00fcber dem Vormonat: Unter 25-J\u00e4hrige: -5,0 Prozent; M\u00e4nner: -2,6 Prozent; \u00c4ltere ab 50 Jahre: -1,9 Prozent; Frauen: -1,1 Prozent; Ausl\u00e4nder: -1,3 Prozent; Langzeitarbeitslose: -0,7 Prozent.<\/div>\n<div>Entwicklung gegen\u00fcber dem Vorjahr: Langzeitarbeitslose: -8,8 Prozent; Jugendliche unter 25 Jahren: -7,9 Prozent; Frauen: -6,9 Prozent; \u00c4ltere ab 50 Jahren: -6,4 Prozent; M\u00e4nner: -6,0 Prozent; Ausl\u00e4nder: -2,0 Prozent.<\/div>\n<div>Eine Ausnahme bildet die Gruppe der arbeitslosen Menschen ohne Berufsabschluss. Ihre Zahl stieg gegen\u00fcber dem Vorjahr um 5,6 Prozent. Fast 60,0 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen haben keinen Berufsabschluss.<\/div>\n<div><span style=\"color: #1f497d; font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"color: #1f497d; font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Die Unterbesch\u00e4ftigung, die auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Ma\u00dfnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunf\u00e4higkeit mitz\u00e4hlt, belief sich im April 2018 auf 223.881 Personen, rund 8.800 weniger (-4,2 Prozent) als vor einem Jahr.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Entwicklung in den Rechtskreisen: Mehr R\u00fcckg\u00e4nge im SGB III<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Auch im April profitierte besonders der Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) von der guten Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Arbeitslosen um -4,5 Prozent. Im Bereich des SGB II (Grundsicherung) gab es lediglich einen R\u00fcckgang von -0,6 Prozent.<\/div>\n<div>Im Vergleich zum Vorjahr konnten beide Rechtskreise R\u00fcckg\u00e4nge verzeichnen: -6,3 Prozent (SGB III) sowie &#8211; 6,5 Prozent (SGB II). Insgesamt entfielen 33,2 Prozent (52.412) aller Arbeitslosen in Hessen auf den Rechtskreis SGB III. 66,8 Prozent (105.448) aller Arbeitslosen waren dem Rechtskreis SGB II zugeordnet.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung: Stetiger Anstieg<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Der hochgerechnete, vorl\u00e4ufige Wert der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung f\u00fcr den Monat Februar 2018 belief sich auf 2.567.300 Personen. Dies war ein Anstieg um 2,7 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Hessen lag damit mit seiner Entwicklung vor dem Bund (+2,4 Prozent) und Westdeutschland (+2,5 Prozent).<\/div>\n<div>Im Vorjahresvergleich konnte Hessen in nahezu allen Branchen sozialversicherungs-pflichtige Besch\u00e4ftigung aufbauen, st\u00e4rkste Branche mit einem Plus von 6,5 Prozent ist der Bereich Verkehr und Lagerei.<\/div>\n<div>Die gr\u00f6\u00dften Besch\u00e4ftigtenzahlen gab es mit 453.700 Menschen weiterhin im verarbeitenden Gewerbe sowie mit 347.600 Arbeitnehmern im Handel.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Offene Stellen: Bestand weiterhin hoch<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Insgesamt waren im April 55.072 freie Stellen bei den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.<\/div>\n<div>Der Zugang offener Stellen ging im Berichtsmonat um -10,5 Prozent auf 12.886 zur\u00fcck.<\/div>\n<div>Am h\u00e4ufigsten wurden weiterhin Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die Bereiche Lagerwirtschaft, Verkauf, Altenpflege, B\u00fcro und Sekretariat sowie Berufskraftfahrer gesucht.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Regionen: In neun hessischen Kreisen Quote unter 4 Prozent<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>In immer mehr Landkreisen in Hessen sinkt die Arbeitslosenquote unter 4,0 Prozent. Der Landkreis Fulda f\u00fchrt weiterhin die Tabelle an: 2,8 Prozent. Unter der 4-Prozent-Marke lagen auch die Kreise Hochtaunus (3,4 Prozent), Waldeck-Frankenberg (3,4 Prozent), Main-Taunus (3,5 Prozent), Vogelsberg (3,7 Prozent), Schwalm-Eder (3,7 Prozent), Bergstra\u00dfe (3,8 Prozent), Kassel (3,9 Prozent), Marburg-Biedenkopf (3,9 Prozent).<\/div>\n<div>Die h\u00f6chste Arbeitslosenquote verblieb mit 9,5 Prozent in der Stadt Offenbach.<\/div>\n<div>Die Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke Kassel, Gie\u00dfen und Darmstadt verteilten sich wie folgt: Kassel 4,3 Prozent, Gie\u00dfen 4,6 Prozent, Darmstadt 4,9 Prozent.<\/div>\n<div>Im Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien St\u00e4dte stieg die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr lediglich in einem Landkreis und einer kreisfreien Stadt an: Landeshauptstadt Wiesbaden (+2,3 Prozent), Landkreis Bergstra\u00dfe (+1,3 Prozent). Den deutlichsten R\u00fcckgang gab es im Schwalm-Eder-Kreis (-22,3 Prozent).<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Fl\u00fcchtlinge: Jeder 10. Arbeitslose in Hessen hat einen Fluchthintergrund<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Im April 2018 waren in Hessen 15.151 Menschen mit einem Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet, davon 14.269 im Rechtskreis SGB II. Als arbeitsuchend wurden rund 38.126 Menschen mit einem Fluchthintergrund erfasst.<\/div>\n<div>Etwa 2.300 Menschen hiervon nahmen im April an einer F\u00f6rderma\u00dfnahme teil oder begannen eine Ausbildung.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: medium;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin stabil und ungetr\u00fcbt. Ein weiteres Mal wurde die niedrigste Arbeitslosenquote in einem Berichtsmonat seit 37 Jahren verzeichnet. Das zweite Quartal 2018 startete schwungvoll: sinkende Arbeitslosenzahlen, konstant hohe Arbeitskr\u00e4ftenachfrage und ein weiterer Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung pr\u00e4gten das Bild. 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