{"id":173536,"date":"2018-04-25T15:40:26","date_gmt":"2018-04-25T13:40:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173536"},"modified":"2018-04-25T15:40:26","modified_gmt":"2018-04-25T13:40:26","slug":"die-piemont-kirsche-im-hofladen-vortrag-mit-vielen-tipps-fuer-selbstvermarkter-und-dorfladenbetreiber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173536","title":{"rendered":"Die \u201ePiemont-Kirsche\u201c im Hofladen &#8211; Vortrag mit vielen Tipps f\u00fcr Selbstvermarkter und Dorfladenbetreiber"},"content":{"rendered":"<p>Zu dieser sp\u00e4ten Uhrzeit gehen sonst keine W\u00fcrste oder Weine mehr \u00fcber die Theke des Regionalladens auf der Wasserkuppe. Doch im Anschluss an eine Abendveranstaltung zum Thema Regionalvermarktung im Groenhoff-Haus erm\u00f6glichten die Mitarbeiterinnen Sonja Wuchert, Rosemarie K\u00fcmmel und Andrea K\u00fcmpel den G\u00e4sten spontan das \u201eLate-Night-Shopping\u201c.<\/p>\n<p>Auch wenn Dozent Wolfgang Gr\u00f6ll \u201eungew\u00f6hnliche \u00d6ffnungszeiten\u201c als Erfolgschance f\u00fcr Dorfl\u00e4den und Direktvermarkter sieht, wird dieser Service eine Ausnahme bleiben. Dennoch zeigte sich der bayerische Unternehmensberater, der sich auf Dorf- und Nachbarschaftsl\u00e4den spezialisiert hat, von der Initiative des Vereins \u201eRh\u00f6ner Durchblick\u201c begeistert: \u201eVon der Einrichtung des Ladens kann man sich viel abgucken.\u201c Der 53-J\u00e4hrige referierte auf Einladung des Vereins Natur und Lebensraum Rh\u00f6n (VNLR) sowie des Fachdienstes Regionalentwicklung des Landkreises Fulda vor etwa 20 Interessierten, \u00fcberwiegend Direktvermarktern aus der Region.<\/p>\n<p>\u201eSie sind die Basis f\u00fcr den Erfolg\u201c, sagte Gr\u00f6ll zu den anwesenden Unternehmern. \u201eWenn Sie nicht selbst von sich und Ihrer Idee \u00fcberzeugt sind, k\u00f6nnen Sie niemanden \u00fcberzeugen.\u201c Leider w\u00fcrden die meisten Erzeuger ihre Produkte unter Wert verkaufen. Der Betreiber eines Dorfladens aus der bayerischen Rh\u00f6n best\u00e4tigte dies und beklagte, dass es schwierig sei, Direktvermarkter f\u00fcr eine Kooperation zu gewinnen. Eine Frau berichtete, dass sie sich erst getraut habe, den Preis ihres Fleischsalats zu erh\u00f6hen, nachdem sie auf einem Kassenbon zuf\u00e4llig gesehen habe, dass die Kunden im Supermarkt mehr f\u00fcr das Produkt bezahlen mussten als es im Hofladen kostete.<\/p>\n<p>Nicht nur ein angemessener Preis spiegele das Selbstbewusstsein der Erzeuger und Verk\u00e4ufer wider, sondern auch das Marketing. \u201eSie bieten die Qualit\u00e4t, die von der Industrie in der Werbung nur vorgegaukelt wird\u201c, ermutigte Gr\u00f6ll und zeigte auf, \u201ewas Werbesprache mit dem Verbraucher macht\u201c. Analog zur \u201ePiemont-Kirsche\u201c schlug er Gr\u00f6ll vor, Produkten durch klangvolle Zus\u00e4tze wie den Beigeschmack von etwas Besonderem zu verleihen, beispielsweise \u201egef\u00fcttert mit Wurzener Kraftfutter\u201c oder \u201eKartoffeln vom Martelsacker\u201c. Ein weiterer Trick der \u201eGro\u00dfen\u201c sei es, Emotionen anzusprechen, indem der Nutzen eines Produkts herausgestrichen werde.<\/p>\n<p>Zu diesem Nutzen geh\u00f6re insbesondere auch der Eindruck, den der Kunde von den Mitarbeitern mit nach Hause nehme. Humorvoll lieferte Gr\u00f6ll ein selbsterlebtes Negativbeispiel: \u201eDas ist aber teuer. Zwei St\u00fcck wollen Sie davon!?\u201c, habe er sich an der Kasse beim Kauf eines Bio-Schokoaufstrichs anh\u00f6ren m\u00fcssen. Ein anderer Tipp des Unternehmensberaters zur ansprechenden Einrichtung eines Ladens lautete: \u201eLieber ein kleines K\u00fchlregal, das aber voll.\u201c Dekorationen, die Geschichten erz\u00e4hlten, sorgten f\u00fcr Flair. Auch Verkostungen tr\u00fcgen dazu bei, f\u00fcr den Unterschied zwischen Massenware und heimischen Produkten zu sensibilisieren.<\/p>\n<p>\u201eVieles habe ich gewusst\u201c, meinte eine Teilnehmerin am Ende. \u201eAber es war trotzdem sehr n\u00fctzlich, sich die Punkte wieder bewusst zu machen, zum Beispiel wie wichtig das eigene Auftreten ist.\u201c \u201eDer Vortrag hat gezeigt, dass die Kleinen nicht unterlegen sind und auch preislich mit den Gro\u00dferzeugern mithalten k\u00f6nnen\u201c, res\u00fcmierte Bruno G\u00fcnkel, beim Kreis zust\u00e4ndig f\u00fcr Regionalentwicklung und Wirtschaftsf\u00f6rderung. \u201eDie Rh\u00f6n besitzt das Potential, mit Erzeugung und Verkauf von Lebensmitteln Geld zu verdienen\u201c, betonte er abschlie\u00dfend.\u201c Neben Wertsch\u00f6pfung gehe es beim Thema Regionalvermarktung um die Sicherung der Nahversorgung im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n<p>Bildunterschrift:<br \/>\nDie Laden-Mitarbeiterinnen Rosemarie K\u00fcmmel, Andrea K\u00fcmpel und Sonja Wuchert (v.r.) freuten sich gemeinsam mit Janet Emig (VNLR) und Bruno G\u00fcnkel vom Regionalentwicklung \u00fcber das Lob, das Unternehmensberater Wolfgang Gr\u00f6ll (li.) dem Regionalladen auf der Wasserkuppe aussprach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zu dieser sp\u00e4ten Uhrzeit gehen sonst keine W\u00fcrste oder Weine mehr \u00fcber die Theke des Regionalladens auf der Wasserkuppe. 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