{"id":173489,"date":"2018-04-25T15:23:49","date_gmt":"2018-04-25T13:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=173489"},"modified":"2018-04-25T15:23:49","modified_gmt":"2018-04-25T13:23:49","slug":"wunsch-und-wahlrecht-wertschaetzung-wirksamkeit-bhvb-behindertenhilfe-vogelsbergkreis-e-v-fragt-zufriedenheit-ihrer-mitarbeiter-mit-beeintraechtigung-in-den-werkstaetten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=173489","title":{"rendered":"Wunsch- und Wahlrecht, Wertsch\u00e4tzung, Wirksamkeit &#8211; bhvb &#8211; Behindertenhilfe Vogelsbergkreis e.V. fragt Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter mit Beeintr\u00e4chtigung in den Werkst\u00e4tten ab"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWie kommt das, was wir tun, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Beeintr\u00e4chtigung an?\u201c Eine Frage, die sich Einrichtungen f\u00fcr Menschen mit Behinderung mehr und mehr stellen. Schlie\u00dflich liegt in einem gleichberechtigten Miteinander der Schl\u00fcssel zu Teilhabe, Wertsch\u00e4tzung und Wirksamkeit. Diesen Ansatz verfolgt neben der UN-Behindertenrechtskonvention auch das Bundesteilhabegesetz, das bereits stufenweise in Kraft getreten ist. Ganz klar stehen hier Wunsch- und Wahlrecht der Menschen mit Behinderung im Vordergrund. Selbstbestimmung und gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Selbstst\u00e4ndigkeit sind Ziele dieses Gesetzes, denen die Feststellung des individuellen Bedarfs der Menschen zugrunde liegt.<br \/>\nF\u00fcr Werkst\u00e4tten bedeutet dies, festzustellen, was genau Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung m\u00f6chten. Wie sehen sie ihren Arbeitsplatz und wo sehen sie sich und ihre Bed\u00fcrfnisse hier ernstgenommen? Die bhvb &#8211; Behindertenhilfe Vogelsbergkreis e.V. geht nun mit einem Pilotprojekt voran, um genau diese Fragen ihrer Mitarbeiter mit Unterst\u00fctzungsbedarf zu kl\u00e4ren. Gemeinsam mit den Studierenden der Fachschule Sozialwesen Fachrichtung Heilerziehungspflege an der Max-Eyth-Schule und der in Grebenhain ans\u00e4ssigen Forschungsgruppe Metrik hat sie einen Fragenbogen entwickelt, den m\u00f6glichst alle Menschen, die das Werkstattangebot der bhvb in Anspruch nehmen, nutzen sollen, um ein Meinungsbild zu ermitteln, das den Verantwortlichen hilft, \u201eSchw\u00e4chen zu erkennen und St\u00e4rken auszubauen\u201c, wie Berthold Sommer vom Fachbereich Arbeit und Bildung der bhvb es ausdr\u00fcckt. Als besonders wichtig erachten sowohl Sommer als auch Werkstattleiter Michael Dippel und Vorstand Frank Haberzettl, dass die Interviews von externen Personen durchgef\u00fchrt werden \u2013 also von niemandem, der f\u00fcr die Klienten eng mit der bhvb verbunden ist. Einen geeigneten Partner musste die bhvb nicht lange suchen: Schon seit vielen Jahren arbeitet sie eng mit der Fachschule Sozialwesen der Max-Eyth-Schule zusammen, stellt Pl\u00e4tze f\u00fcr Jahres-, Kurzzeit- und Berufspraktikanten zur Verf\u00fcgung und konnte sich daher sicher sein, dass die Studierenden bereits Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen haben.<br \/>\n\u201eUnsere Studierenden m\u00fcssen solche Erfahrungen bereits beim Studienbeginn nachweisen\u201c, f\u00fchrt Sabine Fath-Keller aus. Als stellvertretende Abteilungsleiterin der Max-Eyth-Schule koordiniert sie die Fachschule Sozialwesen und zeigt sich sehr erfreut dar\u00fcber, dass ihre Bildungseinrichtung an dem Pilotprojekt beteiligt ist. F\u00fcr die Studierenden bietet sich hier n\u00e4mlich nicht nur die M\u00f6glichkeit, weitere Einblicke in das Arbeitsleben von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung zu bekommen, sondern sehr vertieft in den Paradigmenwechsel in der Sozialen Arbeit hin zur Personenzentrierung einzusteigen. Als weiteren gro\u00dfen Wissenszuwachs f\u00fcr die Studierenden sehen sowohl Sommer als auch Fath-Keller die Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Metrik. Die Studierenden wurden an der Max-Eyth-Schule auf ihre Aufgaben vorbereitet, sie arbeiteten mit den Frageb\u00f6gen, lernten Interviewtechniken und -regeln kennen und konnten im Vorfeld bereits mit zwei Mitarbeitern der Werkstatt das Interview trainieren. Schlie\u00dflich sollten sie vor Ort, also in gesch\u00fctzten und ungest\u00f6rten R\u00e4umen der Werkstatt, die Interviews allein durchf\u00fchren. In den Vorbereitungen ging es u.a. um das richtige Verhalten der Befrager, das Ausschalten von Beeinflussungsfaktoren, den Umgang mit Problemlagen der Kunden, beispielsweise mangelnder Konzentrationsf\u00e4higkeit, und das Arbeiten mit Unterst\u00fctzter Kommunikation. \u201eWir wollen so vielen Mitarbeitern mit Beeintr\u00e4chtigungen wie m\u00f6glich eine Teilnahme an der Befragung erm\u00f6glichen\u201c, f\u00fchrt Sommer aus. Eine Hinzuziehung von Betreuern oder Eltern ist aus Gr\u00fcnden der Objektivit\u00e4t ausgeschlossen. Die Fragen sind daher in leicht verst\u00e4ndlicher Sprache verfasst, die Antworten k\u00f6nnen mit Ja und Nein leicht beantwortet werden, Piktogramme und das Arbeiten mit neuesten digitalen Medien helfen obendrein.<br \/>\nAuf dem Fragebogen werden Angaben zum Arbeitsangebot abgefragt, aber auch Angaben zur betrieblichen Verfassung und Zusammenarbeit: \u201eKenne ich den Werkstattrat?\u201c, \u201eWerden meine Beschwerden ernstgenommen?\u201c, \u201eSind die M\u00f6glichkeiten der beruflichen Weiterbildung ausreichend gegeben.\u201c Nicht selten m\u00fcssen die Interviewer die Fragen erl\u00e4utern und sich auch mit vielen \u201eVielleichts\u201c oder \u201eWei\u00df ich nicht\u201c zufriedengeben. Dennoch: Die Menschen in der Werkstatt freuen sich dar\u00fcber, dass sie geh\u00f6rt werden und ihre Meinung z\u00e4hlt \u2013 der Leitgedanke dabei ist \u201eDer Mensch im Mittelpunkt\u201c. Eine gro\u00dfe Mehrheit von ihnen hat sich zur Mitarbeit an der Umfrage gemeldet und bereits wertvolle Antworten gegeben.<br \/>\nIm M\u00e4rz ist das Projekt in der Werkstatt in Alsfeld-Altenburg gestartet. Bis Mai sollen in allen Werkst\u00e4tten der bhvb m\u00f6glichst viele Menschen befragt werden. Danach wertet die Forschungsgruppe Metrik die Frageb\u00f6gen aus, erstellt eine auswertende Zusammenfassung und l\u00e4dt zur Diskussion der Ergebnisse ein. Dann soll es an die Umsetzung gehen: Welche Verbesserungen kann man aus den Mitarbeiterantworten und -w\u00fcnschen ableiten? \u201eF\u00fcr uns zeichnen sich nach den ersten Interviews schon interessante Entwicklungen ab\u201c, so Werkstattleiter Michael Dippel. \u201eManches, was uns hier als selbstverst\u00e4ndlich und richtig erscheint, wird wohl auf den Pr\u00fcfstand kommen, wiederum anderes wird best\u00e4tigt und f\u00fcr gut befunden. Es ist f\u00fcr uns alle eine spannende Angelegenheit\u201c. Obwohl diese spannende Angelegenheit seitens der Werkstatt einen hohen logistischen Aufwand erfordert \u2013 schlie\u00dflich l\u00e4uft der Tagesbetrieb nebenbei weiter -, erachten sowohl Dippel als auch Haberzettl diesen Aufwand als gerechtfertigt, bedeutet die Umfrage doch einen gro\u00dfen Schritt in Richtung Zukunft.<br \/>\nDie Fachschule Sozialwesen Fachrichtung Heilerziehungspflege startet im neuen Schuljahr einen neuen Ausbildungsgang. Es sind noch einige Ausbildungspl\u00e4tze frei. Anmeldungen k\u00f6nnen an die Max-Eyth-Schule, Fachschule Sozialwesen gerichtet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_173490\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173490\" class=\"size-thumbnail wp-image-173490\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden-265x177.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/1-dippel_mit_studierenden.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173490\" class=\"wp-caption-text\">Werkstattleiter Michael Dippel stimmt sich mit Studierenden der Max-Eyth-Schule \u00fcber die n\u00e4chsten Interviews ab.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_173491\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173491\" class=\"size-thumbnail wp-image-173491\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview-265x177.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/2-interview.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173491\" class=\"wp-caption-text\">Vertraulich und in gesch\u00fctztem Rahmen finden die Interviews in eigenen R\u00e4umen statt<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_173493\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-173493\" class=\"size-thumbnail wp-image-173493\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer-265x177.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/4-haberzettl_fath-keller_sommer.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-173493\" class=\"wp-caption-text\">\u00dcber die Win-Win-Situation von Einrichtung, Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung und Studierenden freuten sich Frank Haberzettl, Sabine Fath-Keller und Berthold Sommer (v.l.n.r.).<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWie kommt das, was wir tun, bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Beeintr\u00e4chtigung an?\u201c Eine Frage, die sich Einrichtungen f\u00fcr Menschen mit Behinderung mehr und mehr stellen. Schlie\u00dflich liegt in einem gleichberechtigten Miteinander der Schl\u00fcssel zu Teilhabe, Wertsch\u00e4tzung und Wirksamkeit. Diesen Ansatz verfolgt neben der UN-Behindertenrechtskonvention auch das Bundesteilhabegesetz, das bereits stufenweise in Kraft getreten &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":173492,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-173489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/173489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=173489"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/173489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":173494,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/173489\/revisions\/173494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/173492"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=173489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=173489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=173489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}