{"id":172648,"date":"2018-03-26T18:14:02","date_gmt":"2018-03-26T16:14:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=172648"},"modified":"2018-03-26T18:14:02","modified_gmt":"2018-03-26T16:14:02","slug":"iwak-betriebsbefragung-region-rhein-main-mehr-offene-stellen-bei-gleichzeitigem-arbeitskraefterueckgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=172648","title":{"rendered":"IWAK-Betriebsbefragung Region Rhein-Main &#8211; Mehr offene Stellen bei gleichzeitigem Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang"},"content":{"rendered":"<div>Betriebe in Hessen sind in besonderem Ma\u00dfe herausgefordert, wenn es darum geht, Fachkraft- und F\u00fchrungsstellen zu besetzen. Neben Themen der Gewinnung qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewinnen Fragen der Bindung der Besch\u00e4ftigten sowie die F\u00f6rderung beruflicher Aus- und Weiterbildung zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer Aspekt: Bislang nicht ausreichend genutzte Personalressourcen, wie z. B. \u00c4ltere, Frauen, Arbeitslose, ausl\u00e4ndische Fachkr\u00e4fte oder Gefl\u00fcchtete r\u00fccken in den Fokus.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wie schwierig die Stellenbesetzung mittlerweile geworden ist, zeigen die Ergebnisse der jetzt vorliegenden IWAK-Betriebsbefragung in der Region Rhein-Main. Jeder vierte Betrieb kann offene Stellen nicht besetzen und jeder dritte stellt einen Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang fest. Hochgerechnet wurden mehr als 65.000 Arbeitskr\u00e4fte gesucht. Das Institut fragte die Betriebe ebenfalls nach den Gr\u00fcnden der Besetzungsschwierigkeiten, einem feststellbaren Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang und betrieblichen Strategien.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Stellenbesetzungsproblem trifft Kleinbetriebe <\/b><\/div>\n<div>Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt, dass sich das Stellenbesetzungsproblem verst\u00e4rkt hat. 2014 gab nur rund jeder f\u00fcnfte Betrieb an, offene Stellen gegenw\u00e4rtig nicht besetzen zu k\u00f6nnen.<\/div>\n<div>15 Prozent der gesuchten Arbeitskr\u00e4fte entfallen auf den Wirtschaftszweig wirtschaftliche und wissenschaftliche Dienstleistungen. An zweiter Stelle steht mit 14 Prozent das Baugewerbe, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 13 Prozent. Etwa jede zehnte offene Stelle betrifft den Handel, das Gastgewerbe, den Wirtschaftszweig Verkehr und Lagerei sowie das Verarbeitende Gewerbe.<\/div>\n<div>Knapp zwei Drittel der offenen Stellen sind bei kleinsten (1-9 Besch\u00e4ftigte) und kleineren Betrieben (10-49 Besch\u00e4ftigte) zu finden. Jede vierte Stelle entf\u00e4llt auf die mittelgro\u00dfen Betriebe (50-249 Besch\u00e4ftigte), und nur sieben Prozent der nicht zu besetzenden Stellen betreffen Gro\u00dfbetriebe mit 250 oder mehr Besch\u00e4ftigten.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Betriebe suchen vor allem qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte <\/b><\/div>\n<div>Die H\u00e4lfte der offenen Stellen entf\u00e4llt auf Positionen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Der Anteil an Gesuchten mit Hochschulabschluss hat sich allerdings von 39 Prozent im Jahr 2015 auf nun 23 Prozent deutlich reduziert. 13 Prozent der nicht zu besetzenden Stellen betreffen Geringqualifizierte und 14 Prozent Auszubildende.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Hauptschwierigkeiten: Mangel an Bewerbungen und unzureichende Qualifikationen<\/b><\/div>\n<div>Der Mangel an Bewerbungen ist der Hauptgrund, wenn es zu Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung durch Fachkr\u00e4fte kommt. An zweiter Stelle folgt die unzureichende Qualifikation der Fachkr\u00e4fte. Bei Vakanzen, die keine Ausbildung voraussetzen und bei unbesetzten Ausbildungsstellen wird dagegen an erster Stelle die unzureichende Qualifikation genannt. Zu hohe Lohnforderungen und mangelnde r\u00e4umliche bzw. zeitliche Flexibilit\u00e4t haben nur nachrangige Bedeutung.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang nimmt zu<\/b><\/div>\n<div>Jeder dritte Betrieb \u00e4u\u00dfert einen R\u00fcckgang an verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften. Damit ist im Vergleich zur Befragung 2014 der Anteil der Betriebe deutlich gestiegen: Einen Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang nannten damals nur rund 20 Prozent der Betriebe. Die betroffenen Betriebe sehen den Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang mit Abstand am h\u00e4ufigsten bei Besch\u00e4ftigten mit Berufsausbildung (79 Prozent). Rund ein Viertel stellt einen R\u00fcckgang auch bei Besch\u00e4ftigten mit Hochschulabschluss fest.<\/div>\n<div>Mit rund 80 Prozent best\u00e4tigt die \u00d6ffentliche Verwaltung mit Abstand am h\u00e4ufigsten einen R\u00fcckgang an Arbeitskr\u00e4ften. Aber auch im Produzierenden Gewerbe (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) sowie in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht werden von etwa jedem zweiten Betrieb r\u00fcckl\u00e4ufige Zahlen genannt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Betriebliche Ausbildung wichtigste Reaktion der Betriebe<\/b><\/div>\n<div>Die Betriebe, die einen Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang sp\u00fcren, setzen am h\u00e4ufigsten auf ein verst\u00e4rktes Ausbildungsengagement, um diesem entgegen zu wirken. Fast gleich h\u00e4ufig und an zweiter Stelle steht die innerbetriebliche Reorganisation. Danach folgt eine h\u00f6here Kompromissbereitschaft bei Einstellungen. Jeweils etwas weniger als ein Drittel der Betriebe gibt an, mit verst\u00e4rkter betrieblicher Weiterbildung aber auch ver\u00e4nderten Arbeitsbedingungen (Lohn, Arbeitszeit) auf den Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang zu reagieren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Trotz des in der Befragung festgestellten Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgangs sieht Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, derzeit keinen fl\u00e4chendeckenden Fachkr\u00e4ftemangel in Hessen: \u201eEs gibt jedoch Engp\u00e4sse in einzelnen technischen Berufsfeldern, Bauberufen sowie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen. Dabei zeigt sich die Engpasssituation f\u00fcr Fachkr\u00e4fte mit Berufsausbildung und Spezialisten angespannter als f\u00fcr Akademiker.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Dass das Arbeitskr\u00e4fteangebot weiter sinken wird, steht f\u00fcr Martin fest: \u201eDie demografische Entwicklung f\u00fchrt langfristig dazu, dass die Zahl der erwerbsf\u00e4higen Menschen zur\u00fcckgehen wird und die Erwerbsbev\u00f6lkerung \u00e4lter wird. Die Strategie die Integration u.a. von Frauen, Menschen mit Behinderungen, \u00c4lteren und Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt voranzutreiben ist richtig. Auch Langzeitarbeitslose sollten dabei in den Fokus gelangen\u201c.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Hintergrundinformationen<\/b><\/div>\n<div>Regionale Abgrenzung: Befragt wurden Betriebe in den Regierungsbezirken Darmstadt und Gie\u00dfen sowie in den St\u00e4dten Aschaffenburg, Mainz, Worms und in den Kreisen Aschaffenburg, Miltenberg, Alzey-Worms, Mainz-Bingen.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri; font-size: small;\">\u00c2\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Im Februar 2018 waren 52.660 freie Stellen bei den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet; 8,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die meisten offenen Stellen gab es in der Lagerwirtschaft, dem Verkauf, in der Altenpflege, f\u00fcr Berufskraftfahrer, B\u00fcro- und Sekretariatskr\u00e4fte, Berufe in Maschinenbau und Betriebstechnik sowie im Objekt-, Werte- und Personenschutz.<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Betriebe in Hessen sind in besonderem Ma\u00dfe herausgefordert, wenn es darum geht, Fachkraft- und F\u00fchrungsstellen zu besetzen. Neben Themen der Gewinnung qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewinnen Fragen der Bindung der Besch\u00e4ftigten sowie die F\u00f6rderung beruflicher Aus- und Weiterbildung zunehmend an Bedeutung. Ein weiterer Aspekt: Bislang nicht ausreichend genutzte Personalressourcen, wie z. 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