{"id":172291,"date":"2018-03-15T23:26:48","date_gmt":"2018-03-15T22:26:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=172291"},"modified":"2018-03-15T23:26:48","modified_gmt":"2018-03-15T22:26:48","slug":"aok-gibt-ueberblick-ueber-neue-krebstherapien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=172291","title":{"rendered":"AOK gibt \u00dcberblick \u00fcber neue Krebstherapien"},"content":{"rendered":"<p>Krebs! Kaum ein Wort verbreitet mehr Schrecken, kaum ein anderes provoziert in unseren K\u00f6pfen so viele Bilder von Leid, Schmerz und Tod. Einerseits. Andererseits hat die Krebsforschung in den letzten Jahrzehn-ten erhebliche Fortschritte gemacht. Mittlerweile sind viele Krebserkran-kungen zu chronische Erkrankungen geworden; das hei\u00dft, sie schr\u00e4nken die Lebenserwartung aufgrund effektiver Therapien kaum ein. Andere sind sogar g\u00e4nzlich heilbar. \u201eVor 1980 starben mehr als zwei Drittel aller Krebspatienten an ihrer Erkrankung. Heute kann mehr als die H\u00e4lfte auf eine dauerhafte Heilung hoffen\u201c, sagt Dr. Angela Smith, die Leiterin des Medizinischen Kompetenz-Centers der AOK Hessen.  <\/p>\n<p>Das hat auch mit neuen Diagnose- und Therapieverfahren zu tun. Ein Schlag-wort, das in letzter Zeit h\u00e4ufig zu h\u00f6ren ist, lautet Pr\u00e4zisionsmedizin. Dabei sollen die Krebsmedikamente nicht auf das gesunde Gewebe, sondern tat-s\u00e4chlich nur auf die b\u00f6sartige Neubildung einwirken. Eine Selbstverst\u00e4ndlich-keit? Nein! \u201eKrebsforschern fiel es lange Zeit schwer, den Stoffwechsel von Tumorzellen zu verstehen und den Krebs gezielt zu bek\u00e4mpfen. Deshalb ka-men und kommen Therapieverfahren zum Einsatz, die zwar das Krebsgewebe zerst\u00f6ren, aber eben auch Schaden an gesundem Gewebe anrichten\u201c, erkl\u00e4rt Smith. Das gilt f\u00fcr Operationen und Bestrahlungen ebenso wie f\u00fcr Chemothe-rapien, unter deren Nebenwirkungen Patientinnen und Patienten h\u00e4ufig \u00fcber die Therapiedauer hinaus leiden. Krebsforschern gelingt es aber in zuneh-mendem Ma\u00dfe, die molekularen Eigenschaften der unterschiedlichen Tumo-ren besser zu diagnostizieren und entsprechend individuelle Therapieformen zu entwickeln. Voraussetzung daf\u00fcr ist die exakte Diagnose auf Grundlage von Gen-Tests. <\/p>\n<p>Das Wachstum des Tumors behindern<br \/>\nBeispiele f\u00fcr die neuen, zielgerichteten Medikamente sind etwa Tyrosinkina-sehemmer, die \u00fcber eine Enzymhemmung in der Tumorzelle deren Wachstum behindern sollen. \u201eDiese Medikamente wirken aber nur bei ganz bestimmten genetischen Tumor-Eigenschaften, wie etwa manchmal beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom oder beim Schilddr\u00fcsen- oder Nierenzellkrebs, um nur einige Beispiele zu nennen. Leider funktionieren viele der Mittel mitun-ter nur vor\u00fcbergehend, weil sich der Stoffwechsel der Krebszellen durch Muta-tion immer wieder ver\u00e4ndern kann\u201c, sagt Angela Smith. Sie r\u00e4t Betroffenen, das Gespr\u00e4ch mit dem behandelnden Onkologen dar\u00fcber zu suchen, ob eine solche Behandlung in Frage kommt. Bei der Entscheidung f\u00fcr oder gegen eine zielgerichtete Krebstherapie geht es auch immer um eine Abw\u00e4gung des m\u00f6g-lichen Nutzens gegen eventuelle Nebenwirkungen. Das gilt insbesondere dann, wenn das Medikament f\u00fcr eine bestimmte Krebsart noch keine Zulas-sung hat. In diesem Fall ist n\u00e4mlich \u00fcber die medizinische Entscheidung hin-aus auch die Kostenfrage zu kl\u00e4ren.  <\/p>\n<p>Immuntherapie: Die eigenen Ressourcen nutzen<br \/>\nEine zweite gro\u00dfe Gruppe neuer Arzneimittel mobilisiert die k\u00f6rpereigene Ab-wehr des Krebspatienten. Denn eigentlich w\u00e4re es ja so einfach: Das Immun-system erkennt, wie bei einer Virusinfektion, die unerw\u00fcnschten Zellen als ge-f\u00e4hrlich und schaltet sie aus. Das Problem dabei ist, dass Krebszellen sehr trickreich sind und es schaffen, die Immunabwehr des K\u00f6rpers zu umgehen. So genannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren f\u00fchren dazu, dass das k\u00f6rperei-gene Immunsystem den Krebs wieder erkennen und zerst\u00f6ren kann. Bei vie-len Patienten mit einem metastasierten schwarzen Hautkrebs konnte diese Medikamentengruppe zumindest vor\u00fcbergehend gute Erfolge zeigen. Die neueste wissenschaftliche Errungenschaft sind so genannte CAR-T-Zellen: Bei Kindern und Jugendliche, die unter einer akuten lymphatischen Leuk\u00e4mie leiden und denen die bisherigen Therapien \u2013 inklusive Stammzelltherapie \u2013 nicht helfen konnten, scheint diese Behandlungsoption mit einer Heilungsquo-te von bis zu 50 Prozent au\u00dferordentlich wirksam zu sein. \u201eForschungen in Bezug auf die Effektivit\u00e4t bei anderen Tumorerkrankungen laufen derzeit, ste-hen aber noch am Anfang\u201c, sagt Angela Smith. <\/p>\n<p>Wer sich weiter zum Thema Krebs und dessen Bek\u00e4mpfung belesen m\u00f6ch-ten, ist auf diesen Seiten gut aufgehoben:<br \/>\nwww.krebsinformationsdienst.de<br \/>\nwww.krebsgesellschaft.de<br \/>\nwww.krebshilfe.de <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Krebs! Kaum ein Wort verbreitet mehr Schrecken, kaum ein anderes provoziert in unseren K\u00f6pfen so viele Bilder von Leid, Schmerz und Tod. Einerseits. 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