{"id":172266,"date":"2018-03-13T04:34:40","date_gmt":"2018-03-13T03:34:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=172266"},"modified":"2018-03-13T04:34:40","modified_gmt":"2018-03-13T03:34:40","slug":"das-benefizkonzert-des-hospiz-foerdervereins-funeralissimo-ein-erfolg-trauermusik-in-verschiedenen-kulturen-ist-mitunter-wehmuetig-nie-verzweifelt-und-manchmal-ueberras","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=172266","title":{"rendered":"Das Benefizkonzert des Hospiz-F\u00f6rdervereins \u201eFuneralissimo\u201c  &#8211; ein Erfolg! \u201eTrauermusik in verschiedenen Kulturen ist mitunter wehm\u00fctig, nie verzweifelt und manchmal \u00fcberraschend fr\u00f6hlich\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit dieser Aussage der Interpreten TwoWell mit Zdravko \u00c5\u00bdivkovi\u00c4\u008d  des Benefizkonzertes konnte die stellvertretende Vorsitzende des Hospiz-F\u00f6rdervereins, Silvia Hillenbrand, viele G\u00e4ste zu einem besonderen Konzert in der St. Paulus-Kirche in Fulda begr\u00fc\u00dfen. Sie bezeichnete Musik als die Ursprache der Menschheit und zog daher den Schluss, dass von allen K\u00fcnsten die Musik eine herausragende Rolle in der Sterbe- und Trauerbegleitung  spiele, weil damit tiefste Gef\u00fchle des Gem\u00fctes geweckt w\u00fcrden und zur Trauerbew\u00e4ltigung beitragen k\u00f6nne. \u00e2\u20ac\u00a8Two Well, das sind Matthias und Maria Well, Kinder aus der bekannten bayerischen Musikfamilie,  die ihr musikalisches Talent  sicher schon in die Wiege gelegt bekamen, aber es l\u00e4ngst durch ein klassisches Musikstudium und entsprechende Meisterkurse zu erfolgreichen Profimusiker gebracht haben. Sie verstehen es hervorragend, ihren Instrumenten Geige und Cello dem Thema angepasste Stimmungen zu entlocken. Der Akkordeonspieler Zdravko \u00c5\u00bdivkovi\u00c4\u008d  vervollst\u00e4ndigt das Trio, welches mit Hingabe die musikalische Hommage an die Trauermusik verschiedener Kulturen vortr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn erlebt das Publikum ein Aha \u2013 Erlebnis. Maria Well k\u00fcndigt in ihrer unverwechselbaren  \u201eurbayerischen Heimatsprache\u201c an, dass sie und ihr Bruder das erste St\u00fcck, \u201ePassacaglia\u201c nach Georg Friedrich H\u00e4ndel\u00c2\u00b4s Suite Nr. 7, vor einigen Jahren in Fulda beim Wettbewerb \u201eJugend musiziert\u201c gespielt h\u00e4tten. Mit diesem Einstieg gewinnt sie die Herzen der Fuldaer.<\/p>\n<p>Der Geiger Matthias Well, der mit seinem kreativen Konzept \u201eFuneralissimo, Trauermusik verschiedener Kulturen\u201c in 2017 den Fanny Mendelsohn Preis erhalten hatte, f\u00fchrt durch das Programm und erz\u00e4hlt die Geschichte der fr\u00fcheren \u201eTrauergeiger\u201c, die er famili\u00e4r noch selber erlebt hat. Bestattungs- und Trauerrituale der verschiedenen L\u00e4nder l\u00e4sst er wach werden, bevor diese f\u00fcr den Zuh\u00f6rer musikalisch lebendig werden. Gro\u00dfe und kleine Emotionen, wie tiefe Trauer, aber auch Zuversicht und Optimismus, mal melancholisch, mal z\u00e4rtlich bis fr\u00f6hlich, mal empfindsam und mal mitf\u00fchlend, so kann Trauermusik klingen. Die Musikst\u00fccke kommen beispielsweise aus Irland \u201eLondonderry air\u201c, Schottland, Italien \u201eAria di chiesa\u201c , aus dem Balkanraum \u201eTurceasca\u201c, aus Georgien \u201eSuliko\u201c bis hin zu \u201eOblivion\u201c von Astor Piazolla aus Argentinien. Nicht fehlen darf der Allerseelen Jodler aus Bayern und das deutsche Volkslied \u201eDort oben vor der Himmlischen T\u00fcr\u201c.<\/p>\n<p>Well berichtet von so manchem Totenritual, wie z. B. das Klatschen der Trauernden in Italien, mit welchem dem Toten die letzte Ehre erwiesen wird oder auch, dass man in Ungarn fr\u00fcher die eigenen Kleider zerrissen habe. Anschaulich pr\u00e4sentiert er die indische Improvisation \u201eRaga\u201c, die er ganz in der Tradition im Schneidersitz sitzend spielt. Dabei gibt es nur zwei ausdrucksstarke Hauptt\u00f6ne, auf denen die Melodiefolgen beginnen und enden und sehr melodisch klingen.<\/p>\n<p>Das Publikum  erlebt im Spiel der drei Musiker eine gro\u00dfe Harmonie und zeigt seine Begeisterung mit stehenden Ovationen. Michael Brand \u00fcbernimmt diesen Dank an die Musiker: \u201e Sie haben mit ihren Kl\u00e4ngen Erinnerungen an die Menschen geweckt, die wir verloren haben oder aber nicht loslassen wollen.\u201c Er hob als bemerkenswert hervor, dass  sich gerade junge Musiker mit diesem ernsten Thema der Trauerkultur befassen. Und er erinnert daran, dass der Erl\u00f6s des Konzertes der hospizlichen Arbeit in der osthessischen Region zu Gute kommt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf die Zugabe nicht fehlen. Besonders beeindruckt hier das sogenannte \u201eBogenst\u00fcck f\u00fcr Violine und kaputten Bogen\u201c. Daf\u00fcr hat Matthias Well die Haare aus dem Frosch gel\u00f6st, \u00fcber die Geige gespannt und  konnte so alle vier Saiten gleichzeitig bespielen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit dieser Aussage der Interpreten TwoWell mit Zdravko \u00c5\u00bdivkovi\u00c4\u008d des Benefizkonzertes konnte die stellvertretende Vorsitzende des Hospiz-F\u00f6rdervereins, Silvia Hillenbrand, viele G\u00e4ste zu einem besonderen Konzert in der St. Paulus-Kirche in Fulda begr\u00fc\u00dfen. 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