{"id":171922,"date":"2018-02-26T18:07:04","date_gmt":"2018-02-26T17:07:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=171922"},"modified":"2018-02-26T18:07:04","modified_gmt":"2018-02-26T17:07:04","slug":"mit-gaensekiel-und-drachenblut-einzigartige-kunstwerke-geschaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=171922","title":{"rendered":"Mit G\u00e4nsekiel und Drachenblut  einzigartige Kunstwerke geschaffen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/KlosterWechterswinkel_Ero\u00cc\u02c6ffnung_Presse.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-171923\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/KlosterWechterswinkel_Ero\u00cc\u02c6ffnung_Presse-265x173.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"173\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu einer spannenden Reise ins Mittelalter l\u00e4dt das Kloster Wechterswinkel wieder vom 24. Februar bis 17. Juni unter dem Motto \u201eKloster erLeben\u201c. Auf Initiative der Kulturagentur Rh\u00f6n-Grabfeld entf\u00fchrt die diesj\u00e4hrige Sonderausstellung Besucher in eine mittelalterliche Schreibstube. Im sog. Skriptorium erfahren Zeitreisende, wie unglaublich aufw\u00e4ndig die Buchherstellung fr\u00fcher war. Rund um die Schau \u201eVon G\u00e4nsekiel und Drachenblut\u201c gibt es ein buntes Rahmenprogramm f\u00fcr Gro\u00df und Klein.<\/p>\n<p>Wollte man im Mittelalter, vor Erfindung des Buchdrucks, ein Buch vervielf\u00e4ltigen, musste es mit der Hand abgeschrieben werden. Vor dem 13. Jahrhundert entstanden fast alle B\u00fccher in Kl\u00f6stern. Gro\u00dfe Kl\u00f6ster besa\u00dfen ein Skriptorium, eine Schreibstube. Hier erstellten und vervielf\u00e4ltigten Schreiber und Buchmaler die wertvollen Werke, wie Dr. Astrid Selinger, Kuratorin und Spezialistin f\u00fcr das Mittelalter, bei der Er\u00f6ffnung eindrucksvoll ausf\u00fchrte. In der mit Wandmalereien, Fototapeten und vielerlei Exponaten inszenierten Schreibstube im Kloster Wechterswinkel k\u00f6nnen Besucher erahnen, wie schwierig und langwierig der Prozess einer Buchherstellung war. Demzufolge war jedes Buch von immensem Wert und galt als Kunstschatz.<\/p>\n<p>In den ideenreich ausgestatteten Vitrinen sind die Rohstoffe f\u00fcr Papier und Farben sowie die Werkzeuge der Schreiber und Illustratoren zu bewundern. Geschrieben wurde auf Pergament, das aus Tierh\u00e4uten gewonnen wurde. Die wertvollen Seiten wurden mit einem Einband aus Holzdeckeln gesch\u00fctzt. Dieser wurde oft reich verziert. Die Farben gewannen die Schreiber und Buchmaler in komplexen Vorg\u00e4ngen aus nat\u00fcrlichen Rohstoffen wie Drachenblut (aus der indischen Drachenpalme). Als Schreibger\u00e4t diente der starke Federkiel z.B. von G\u00e4nsen oder Schw\u00e4nen. Weiterhin geh\u00f6rten Griffel, Schreibermesser, Tintenh\u00f6rner und Blattgold zur Ausstattung der mittelalterlichen Schreibstuben. Die Bedingungen waren denkbar hart, die Stuben wegen der Brandgefahr eiskalt, es galt striktes Redeverbot, um Fehler zu vermeiden, der Arbeitstag dauerte zw\u00f6lf Stunden. Manch Schreiber wies darauf in anonymen, versteckten Bemerkungen in den B\u00fcchern auf die Schwerstarbeit hin.<\/p>\n<p>Die Schau im Kloster Wechterswinkel ist bis 17. Juni Mittwoch bis Sonntag und feiertags von 13 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet (mit KlosterCaf\u00e9). INFO www.kloster-wechterswinkel-kultur.de<\/p>\n<p>F\u00fchrungen nicht nur beim Fr\u00fchjahrsmarkt<br \/>\nWer mehr \u00fcber die Buchkunst des Mittelalters erfahren m\u00f6chte, bucht eine F\u00fchrung am Samstag, 10. M\u00e4rz, Sonntag, 11. M\u00e4rz (Fr\u00fchjahrsmarkt) jeweils um 14:30 Uhr oder am Donnerstag, 12. April als Afterwork um 18:30 Uhr. Weiterhin sind F\u00fchrungen auf Anfrage m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Schreibwerkstatt f\u00fcr Kinder<br \/>\nF\u00fcr Kinder bietet die Kulturagentur Rh\u00f6n-Grabfeld eine mittelalterliche Schreibwerkstatt an. Unter dem Motto \u201eFeder, Tinte und Co.\u201c erleben die jungen Teilnehmer in 90 Minuten, was es bedeutete, im Mittelalter auch nur eine Buchseite herzustellen. In einer echten Schreibwerkstatt gestalten die Kinder mit G\u00e4nsefeder, Tinte und Farben ihre eigene, kostbare Buchseite zum Mitnehmen. Termine sind 03. M\u00e4rz, 04. April (Osterferien) sowie 05. und 30. Mai (Pfingstferien), jeweils um 14:30 Uhr (2 \u00e2\u201a\u00ac pro Kind). F\u00fcr Schulklassen gibt es Termine auf Anfrage.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<br \/>\nRh\u00f6n GmbH, Sp\u00f6rleinstr. 11, 97616 Bad Neustadt, Tel.: 09771 \/94-670 oder im Kloster Wechterswinkel, Um den Bau 6, 97654 Bastheim \/ Kloster Wechterswinkel, Tel.: 09773 \/ 89 72 62. www.kloster-wechterswinkel-kultur.de.<br \/>\nHintergrund<br \/>\nNur M\u00f6nche konnten damals Latein lesen und schreiben, fast alle Laien waren Analphabeten. Zu gro\u00dfen Kl\u00f6stern geh\u00f6rte auch eine Bibliothek, in der neben der Bibel die Schriften der Kirchenv\u00e4ter und antike Texte zu Philosophie, Literatur, Geschichte, Medizin und Naturkunde vorhanden waren. Nur die wohlhabenden Kl\u00f6ster konnten sich die teuren Materialien zur Buchherstellung, wie Pergament oder Farbpigmente, leisten. Arbeitskraft kostete im Mittelalter fast nichts, aber Rohstoffe und die aus ihnen hergestellten Materialien waren sehr teuer.<\/p>\n<p>Im Christentum spielte das Buch eine tragende Rolle: \u201eIm Anfang war das Wort\u201c. F\u00fcr die Gl\u00e4ubigen war das Wort Gottes in den Evangelien Schrift geworden. Das Buch war heilig, weil es eine \u00fcberweltliche Botschaft enthielt. Das Christentum ben\u00f6tigte viele B\u00fccher. Sie waren ein kostbarer Teil jedes Kirchenschatzes. In den Kl\u00f6stern wurden B\u00fccher nicht nur f\u00fcr die Messen, sondern auch f\u00fcr die Stundengebete der M\u00f6nche, ihre Ges\u00e4nge und ihre Studien ben\u00f6tigt. Bei Neugr\u00fcndungen von Kl\u00f6stern wurden B\u00fccher kopiert. Predigerm\u00f6nche und Geistliche trugen kleine Andachtsb\u00fccher mit sich. Nach den Regeln Benedikts von Nursia waren die M\u00f6nche nicht nur zu Gebet und k\u00f6rperlicher Arbeit, sondern auch zu geistiger T\u00e4tigkeit verpflichtet. Dazu geh\u00f6rte das Abschreiben gelehrter Texte. Schreiben war also f\u00fcr sie Gottesdienst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>&nbsp; Zu einer spannenden Reise ins Mittelalter l\u00e4dt das Kloster Wechterswinkel wieder vom 24. Februar bis 17. Juni unter dem Motto \u201eKloster erLeben\u201c. Auf Initiative der Kulturagentur Rh\u00f6n-Grabfeld entf\u00fchrt die diesj\u00e4hrige Sonderausstellung Besucher in eine mittelalterliche Schreibstube. Im sog. Skriptorium erfahren Zeitreisende, wie unglaublich aufw\u00e4ndig die Buchherstellung fr\u00fcher war. 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