{"id":171737,"date":"2018-02-16T13:19:37","date_gmt":"2018-02-16T12:19:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=171737"},"modified":"2018-02-16T13:19:37","modified_gmt":"2018-02-16T12:19:37","slug":"mit-zuversicht-auf-gott-vertrauen-letzter-fastenhirtenbrief-von-bischof-heinz-josef-algermissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=171737","title":{"rendered":"Mit Zuversicht auf Gott vertrauen &#8211; Letzter Fastenhirtenbrief von Bischof Heinz Josef Algermissen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIn meinem letzten Hirtenbrief als Bischof von Fulda dr\u00e4ngt es mich, Ihnen einige spirituelle Erfahrungen und Worte der Zuversicht auf dem Weg in die Zukunft mitzugeben. In den siebzehn Jahren meines bisch\u00f6flichen Dienstes haben wir gemeinsam Zeiten der Freude und der \u00c4ngste erlebt. Zahlreiche kirchliche und gesellschaftliche Wandlungen bewegen uns, von denen wir heute noch nicht wissen, wohin sie f\u00fchren.\u201c Dies schreibt der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in seinem diesj\u00e4hrigen Fastenhirtenbrief an die Gl\u00e4ubigen in den Gemeinden seiner Di\u00f6zese. Da der Oberhirte am Donnerstag 75 Jahre alt geworden ist und er dem Heiligen Vater aus diesem Anlass sein R\u00fccktrittsgesuch eingereicht hat, wird es der letzte Hirtenbrief seiner Amtszeit als Bischof von Fulda sein. Auf Gottes Wegen machten Christen die Erfahrung, so der Bischof, oft an die Grenzen der eigenen M\u00f6glichkeiten zu sto\u00dfen. Algermissen erinnert an seinen bisch\u00f6flichen Wahlspruch, das Bild von den \u201ezerbrechlichen Gef\u00e4\u00dfen\u201c, der ihn auf seinem Weg in der Zuversicht, dass \u201ewir einen \u00e2\u20ac\u0161Schatz\u00e2\u20ac\u02dc in uns tragen, weil \u00e2\u20ac\u0161das \u00dcberma\u00df der Kraft von Gott und nicht von uns kommt\u00e2\u20ac\u02dc (2 Kor 4, 7)\u201c, begleitet habe.<\/p>\n<p>In dem Hirtenbrief, der am Sonntag und in den Vorabendmessen vom Samstag in der ganzen Di\u00f6zese verlesen wurde, spricht der Oberhirte Gott und den Menschen im Bistum Fulda seinen vielf\u00e4ltigen Dank aus. \u201eNicht zuletzt gilt mein Dank all denen, die haupt- oder ehrenamtlich ihre liturgischen, pastoralen, katechetischen, p\u00e4dagogischen Dienste tun und damit mannigfaltige kirchliche Orte gestalten.\u201c Algermissen betont sodann den weltkirchlichen Zusammenhang der Di\u00f6zese: Das Bistum mit seinen knapp 400.000 Katholiken sei ein Teil der katholischen Weltkirche, die als ganze im Wachstum begriffen sei und heute an die 1,3 Milliarden Katholiken in aller Welt z\u00e4hle. Ob als Mehrheiten wie in Lateinamerika oder als kleine Minderheiten wie in Asien, verk\u00fcndeten sie in allen Sprachen das Evangelium Jesu Christi, feierten die Sakramente und seien diakonisch t\u00e4tig. In seiner Zeit als Bischof von Fulda habe er zunehmend bemerkt, dass \u201ewir uns in Fulda, Deutschland und Europa oft auf die abnehmenden Zahlen fokussieren und den Niedergang unserer Kirche bef\u00fcrchten\u201c. Doch d\u00fcrfe man nicht die Gestalten des Aufbruchs \u00fcbersehen \u2013 und erst recht nicht den Aufbruch der Weltkirche vor allem in Afrika und Asien. \u201eDie stark anwachsende Katholikenzahl offenbart etwas von der Suche der V\u00f6lker nach Gott und seiner Gerechtigkeit.\u201c<\/p>\n<p><strong>Missionarisch Kirche sein<\/strong><br \/>\nDie Sorge um eine missionarische Kirche hat Bischof Algermissen immer wieder bewegt, zumal am Grab des heiligen Bonifatius, des Apostels der Deutschen. Die \u201epilgernde Kirche ist ihrer Natur nach missionarisch\u201c, sage das Konzil und betone, dass die Mission der Kirche dazu dient, die V\u00f6lker \u201ezur Freiheit und zum Frieden Christi hinzuf\u00fchren\u201c. Zudem wurde sei ihm als Pr\u00e4sident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi deutlich geworden, wie eng Freiheit und Frieden zur Mission der Kirche geh\u00f6rten. \u201eIm Glauben bin ich sicher, dass diese Aufgaben in unserem Bistum, unserem Land und in der Weltkirche Frucht bringen werden.\u201c Algermissen erinnert an die verstorbene deutsche Ordensfrau Ruth Pfau (1929-2017), die als Lepra-\u00c4rztin in Karachi t\u00e4tig war. Aufgrund ihres Lebenszeugnisses habe sie eine hohe Verehrung in Pakistan genossen, einem weitgehend muslimischen Land, das sie mit einem Staatsbegr\u00e4bnis ehrte. Die Katholiken dort sind eine verschwindende Minderheit von einem halben Prozent bei 200 Millionen Einwohnern. Dieses Beispiel zeige, dass es nicht prim\u00e4r auf Zahlen ankommt, sondern auf das christliche Zeugnis und die Strahlkraft von Personen. \u201eDas gilt auch f\u00fcr die Kirche von Fulda\u201c, ist der Bischof \u00fcberzeugt. \u201eVor den Augen der Welt vollzieht sich das Staunen \u00fcber die Weltkirche, der es gelingt, sich in den V\u00f6lkern zu verwurzeln und in allen Sprachen das Evangelium auszubreiten. Hat doch der Auferstandene in allen vier Evangelien die J\u00fcnger beauftragt: \u00e2\u20ac\u0161Geht hinaus in die ganze Welt, und verk\u00fcndet das Evangelium allen Gesch\u00f6pfen\u00e2\u20ac\u02dc (Mk 16, 15)\u201c. Indes d\u00fcrfe man die Augen auch davor nicht verschlie\u00dfen, dass die Christen weltweit am meisten verfolgt w\u00fcrden, obwohl sie den Frieden Christi verk\u00fcndeten.<\/p>\n<p><strong>Mit Freude die Gegenwart gestalten<\/strong><br \/>\nMan m\u00fcsse sich die Frage stellen, ob die Gegenwart mit all ihren Facetten Freude erwecke, die zur Gestaltung anrege, oder ob sie eher Angst wegen der Unw\u00e4gbarkeiten in Kirche und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mache. \u201eWir sehen doch, was die Uhr geschlagen hat, als im 20. Jahrhundert zwei Weltkriege tobten, Ideologien von Klasse und Rasse rasten und Genozide V\u00f6lker hinmordeten.\u201c Das 21. Jahrhundert beginne mit den Anschl\u00e4gen des 11. September 2001 auf Amerika, und in Europa setzten sich die islamistischen Anschl\u00e4ge fort bis in die Gegenwart. \u201eIn dieser neuen Weltlage grassiert die Angst vor dem, was die Zukunft noch alles bringen mag.\u201c Die Freude geh\u00f6re indes wesentlich zum Christsein. Neben der sinnenhaften geh\u00f6re auch die geistige und spirituelle Freude dazu, die Freude beim Beten oder in der Eucharistiefeier, auch die innere Freude, wenn in der Beichte die Vergebung der S\u00fcnden zuteilwerde, und die Freude, andere zu beschenken oder einfach Gutes zu tun.\u201c Viele der kleinen und gro\u00dfen Freuden, die das Leben trotz aller Bedrohungen und \u00c4ngste bereithalte, w\u00fcrden den Menschen geschenkt. \u201eIn ihnen leuchtet etwas von der Freude auf, welche alle diejenigen kennen, die unersch\u00fctterlich in Gott ihren Halt finden\u201c, so Bischof Algermissen weiter.<\/p>\n<p><strong>Mit Zuversicht in die Zukunft schauen<\/strong><br \/>\nBischof Algermissen r\u00e4t dazu, mit begr\u00fcndeter Zuversicht in die Zukunft zu schauen, und schl\u00e4gt dazu sieben Punkte vor, die in der heutigen Zeit besonders hilfreich sein k\u00f6nnen. Zun\u00e4chst verweist er auf die Liebe Christi: \u201eEs kommt darauf an, in allen Lebenslagen auf die Liebe Gottes zu vertrauen\u201c und mahnt mit dem Konzil und Papst Franziskus eine barmherzige Kirche an, gerade auch gegen\u00fcber denen, die sich von der Kirche entfernt haben. Als Getaufte und Gefirmte seien ferner alle Laienchristen im Ma\u00df ihrer M\u00f6glichkeiten berufen, in Kirche und Welt mitzuwirken und Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Die Kirche m\u00fcsse des Weiteren die vielfach vorhandenen spirituellen Sch\u00e4tze des katholischen Glaubens heben und so zur Sprache bringen, dass sie allen einleuchten. \u201eDass Gottes- und N\u00e4chstenliebe zusammengeh\u00f6ren wie die beiden Seiten einer M\u00fcnze, wissen wir alle\u201c, f\u00e4hrt Algermissen fort. An der Caritas, der Liebe zum N\u00e4chsten, habe sich die Kirche immer wieder erneuert, wie das Beispiel des Franziskus von Assisi zeigt, oder heute die \u201evorrangige Option f\u00fcr die Armen\u201c. Sodann spricht der Bischof von \u201efamili\u00e4ren Leuchtt\u00fcrmen\u201c. \u201eEhe und Familie geh\u00f6ren zu den gro\u00dfen Menschheitsfragen der Zeit.\u201c Mit seinem Apostolischen Schreiben \u00fcber die \u201eLiebe in der Familie\u201c (Amoris laetitia) st\u00e4rke der Papst die ehebegr\u00fcndete Familie von Mann und Frau mit Kindern. \u201eJedoch bedenkt er auch die Zerbrechlichkeit von Ehe und Familie, die daher der pastoralen Begleitung, der Unterscheidung der Geister sowie der Logik der pastoralen Barmherzigkeit bedarf.\u201c Schlie\u00dflich gilt sein letzter Punkt den jungen Leuten, \u201edie ja die n\u00e4here Zukunft hautnah erleben und gestalten werden\u201c. Umfragen lie\u00dfen erkennen, dass junge Menschen durchaus die Kirche sch\u00e4tzten und sich einbringten wollen, aber zu wenig Antworten auf ihre Fragen bek\u00e4men. \u201eNicht selten erfahren sie das Christentum als Neuheitserlebnis.\u201c Dass unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Platz in der Kirche finden, sei eine seiner gro\u00dfen Sorgen und gleichzeitig seine Hoffnung, schreibt Bischof Algermissen.<\/p>\n<p>Der Hirtenbrief wird in der Ausgabe vom 25. Februar vollst\u00e4ndig im \u201eBonifatiusboten\u201c abgedruckt und ist ab Samstag, 17. Februar, im Internet unter www.bistum-fulda.de abrufbar. Ferner besteht die M\u00f6glichkeit, einen Tontr\u00e4ger mit dem Hirtenbrief \u00fcber die Bisch\u00f6fliche Pressestelle, Paulustor 5, 36037 Fulda, Tel. 0661\/87-355, Fax 0661\/87-568, E-Mail: presse@bistum-fulda.de, zu beziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eIn meinem letzten Hirtenbrief als Bischof von Fulda dr\u00e4ngt es mich, Ihnen einige spirituelle Erfahrungen und Worte der Zuversicht auf dem Weg in die Zukunft mitzugeben. In den siebzehn Jahren meines bisch\u00f6flichen Dienstes haben wir gemeinsam Zeiten der Freude und der \u00c4ngste erlebt. 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