{"id":171482,"date":"2018-02-10T09:46:32","date_gmt":"2018-02-10T08:46:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=171482"},"modified":"2018-02-10T09:46:32","modified_gmt":"2018-02-10T08:46:32","slug":"1-hessisches-staatswaldforum-ringen-um-interessenausgleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=171482","title":{"rendered":"1.   Hessisches Staatswaldforum \u2013 Ringen um Interessenausgleich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit September 2017 diskutierten etwa 30 Interessenvertreterinnen und -vertreter ihre Anspr\u00fcche an den Hessischen Staatswald. Anl\u00e4sslich der Abschlussveranstaltung am 07. Februar 2018 im Forstlichen Bildungszentrum Weilburg stellten die Stakeholder Umweltministerin Priska Hinz ihre Ergebnisse vor. Neben breitem Konsens blieben wenige kontroverse Positionen offen.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs ist das Markenzeichen unserer Politik zur Bewirtschaftung des Hessischen Staatswalds, grunds\u00e4tzlich Schutz-, Nutz-, Erholungs- und Klimaschutzfunktion auf derselben Waldfl\u00e4che in Einklang zu bringen\u201c, erkl\u00e4rte Umweltministerin Hinz im Rahmen der Veranstaltung.<\/p>\n<p><strong>Vielf\u00e4ltige Interessen erfordern Kompromisse<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00fcber 30 geladenen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Tourismus, Sport und Bildung besch\u00e4ftigten sich intensiv insbesondere mit den Themen:<\/p>\n<ul>\n<li>Naturschutz und Biodiversit\u00e4t<\/li>\n<li>Nachhaltige Holznutzung und Sicherung der Rohstoffversorgung<\/li>\n<li>Klimaschutz<\/li>\n<li>Umweltbildung und Walderholung<\/li>\n<\/ul>\n<p>In kontrovers aber sachlich gef\u00fchrten Diskussionen, die durch eine unabh\u00e4ngige Agentur moderiert wurden, suchten die Teilnehmenden nach gemeinschaftlich tragf\u00e4higen Leits\u00e4tzen f\u00fcr die k\u00fcnftige Staatswaldbewirtschaftung. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass es Kompromisse braucht, um alle Interessen vollst\u00e4ndig zu ber\u00fccksichtigen. \u201eEine Herausforderung vor der wir Forstleute t\u00e4glich stehen. Verschiedene Waldfunktionen gleichzeitig im Blick zu haben, genau das zeichnet unseren Beruf aus\u201c, erkl\u00e4rte Landesbetriebsleiter Michael Gerst, \u201eUmso wichtiger ist das gegenseitige Verst\u00e4ndnis der Nutzergruppen und ein m\u00f6glichst klarer Auftrag f\u00fcr die den Landeswald bewirtschaftenden Forstleute\u201c.<\/p>\n<p><strong>Eckpunktepapier dient dem Umweltministerium als Arbeitsgrundlage<\/strong><\/p>\n<p>In insgesamt f\u00fcnf Veranstaltungen hat das Staatswaldforum ein umfangreiches Eckpunktepapier erarbeitet. Als wichtige Punkte sind zu nennen:<\/p>\n<p>Der Hessische Staatswald soll weiterhin Lebensr\u00e4ume f\u00fcr seltene oder bedrohte Arten bieten. Zudem pl\u00e4diert das Forum f\u00fcr integrativen Naturschutz im gesamten bewirtschafteten Staatswald. Dem voranschreitenden Klimawandel soll st\u00e4rker als bisher durch anpassungsf\u00e4hige Baumarten begegnet werden, die gleichzeitig einen hohen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Waldvertr\u00e4gliche Wilddichten sind elementar, um vorgenannte Ziele zu erreichen. Das Staatswaldforum spricht sich deutlich f\u00fcr ein starkes Cluster Forst-Holz und seine zahlreichen Arbeitspl\u00e4tze, insbesondere im l\u00e4ndlichen Raum, aus. Dar\u00fcber hinaus soll der Hessische Staatswald als wertvoller Ort f\u00fcr Erholung und Umweltbildung erhalten sowie weiterentwickelt werden. Darin sind sich die Stakeholder einig.<\/p>\n<p>Trotz breitem Konsens blieben in einigen Punkten auch deutliche Differenzen bestehen. Streitpunkte blieben weitere Fl\u00e4chenstilllegungen, die k\u00fcnftige Nutzungsintensit\u00e4t und m\u00f6gliche Bewirtschaftungsrestriktionen. Auch dar\u00fcber, welche Auswirkungen diese Punkte auf die\u00c2\u00a0 Klimaschutzleistungen von W\u00e4ldern haben, gehen die Meinungen einzelner Interessengruppen weit auseinander. Gleiches gilt f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Bedeutung nichteurop\u00e4ischer Baumarten im Hessischen Staatswald. Kontrovers diskutiert wurde schlie\u00dflich auch, ob und inwieweit Gewinne aus der Bewirtschaftung des Staatswaldverm\u00f6gens notwendig und mit dem Gemeinwohlauftrag des Landesbetriebs vereinbar sind.<\/p>\n<p>Das verabschiedete Eckpunktepapier dokumentiert sowohl das Einvernehmen als auch abweichende Voten und dient nunmehr dem hessischen Umweltministerium als eine wertvolle Grundlage f\u00fcr die \u00dcberarbeitung der Richtlinie f\u00fcr die Bewirtschaftung des Staatswaldes (RiBeS), die bis zum Sommer 2018 abgeschlossen sein soll. \u201eIch danke allen Beiligten f\u00fcr ihre engagierte und fachliche Arbeit. F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung sind alle Themen rund um den Wald mit gro\u00dfen Emotionen verbunden. Darum war es uns wichtig, diese Emotionen einzufangen und die zuk\u00fcnftige Nutzung unseres Waldes transparent zur Dikussion zu stellen\u201c, bekr\u00e4ftigte Priska Hinz zum Abschluss des Staatswaldforums.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund \u201eRiBeS\u201c:<\/strong><\/p>\n<p>Die Richtlinie f\u00fcr die Bewirtschaftung des 343.000 Hektar gro\u00dfen Hessischen Staatswaldes \u2013 kurz \u201eRiBeS\u201c \u2013 definiert, wie der Hessische Staatswald zu behandeln ist. Sie f\u00fcllt die im Hessischen Waldgesetz verankerte besondere Gemeinwohlverpflichtung der Staatswaldbewirtschaftung mit Leben und ist f\u00fcr den Landesbetrieb HessenForst verbindlich. Das Zielsystem der aktuellen RiBeS gibt den Forstleuten f\u00fcnf, im Staatswald gleichrangige Hauptziele vor:<\/p>\n<ul>\n<li>Schutzfunktion,<\/li>\n<li>Rohstofferzeugung,<\/li>\n<li>Erholung, kulturelle Bildung und Umweltbildung,<\/li>\n<li>Arbeit sowie<\/li>\n<li>Nutzen f\u00fcr den Waldeigent\u00fcmer<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die aktuelle \u00dcberarbeitung der Richtlinie greift die ver\u00e4nderten Umweltbedingungen, wie z. B. den Klimawandel, auf. Auch gesellschaftliche Entwicklungen sowie entsprechend ver\u00e4nderte Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung finden Ber\u00fccksichtigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Seit September 2017 diskutierten etwa 30 Interessenvertreterinnen und -vertreter ihre Anspr\u00fcche an den Hessischen Staatswald. Anl\u00e4sslich der Abschlussveranstaltung am 07. Februar 2018 im Forstlichen Bildungszentrum Weilburg stellten die Stakeholder Umweltministerin Priska Hinz ihre Ergebnisse vor. 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