{"id":171333,"date":"2018-02-03T14:30:29","date_gmt":"2018-02-03T13:30:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=171333"},"modified":"2018-02-03T14:30:29","modified_gmt":"2018-02-03T13:30:29","slug":"alexander-von-humboldt-schule-verabschiedet-studienleiter-gerd-juengling-in-den-ruhestand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=171333","title":{"rendered":"Alexander-von-Humboldt-Schule verabschiedet Studienleiter Gerd J\u00fcngling in den Ruhestand"},"content":{"rendered":"<p>Eine \u00c4ra ging zu Ende, als am vergangenen Mittwoch Studienleiter Gerd J\u00fcngling an der Alexander-von-Humboldt-Schule verabschiedet wurde. Das gesamte Kollegium sowie ehemalige Kollegen und Mitstreiter zollten dem zuk\u00fcnftigen Pension\u00e4r Respekt und Anerkennung und dankten ihm f\u00fcr die Verdienste, die er sich um das Lauterbacher Gymnasium erworben hat.<br \/>\nDie Feierstunde in der Aula des Gymnasiums leiteten zwei St\u00fccke des schuleigenen Klarinettenquartetts ein: Unter der Leitung von Markus Euler und gemeinsam mit ihm spielten Flora G\u00fcnther, Nils Rodemer und Henrik Starch zwei T\u00e4nze von Brahms und Dvo\u00c5\u2122\u00e1k. Schulleiterin Gitta Holloch verabschiedete zun\u00e4chst mit Monja Wolf und Kristin Kirchner zwei Lehrerinnen im Vorbereitungsdienst, die nach ihrem Referendariat und im Fall von Kristin Kirchner einer sich anschlie\u00dfenden befristeten Anstellung an der AvH an anderen Gymnasien Anstellungen gefunden haben.<\/p>\n<p>Den scheidenden Studienleiter Gerd J\u00fcngling w\u00fcrdigte Holloch anschlie\u00dfend in einer sehr pers\u00f6nlichen und wertsch\u00e4tzenden Rede nicht nur als verl\u00e4sslichen Studienleiter, sondern auch als intellektuellen Lehrer, innovativen \u201eTechnik-Freak\u201c und Kollegen mit hintergr\u00fcndigem Humor. Gerd J\u00fcngling war 1991 in Lauterbach in den Schuldienst eingetreten. Zuvor hatte er eine graphische Ausbildung absolviert und war nach dem Studium der Germanistik und der Gesellschaftslehre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universit\u00e4t Kassel, als p\u00e4dagogischer Mitarbeiter des Bildungswerks der nordhessischen Wirtschaft und als Mitarbeiter des Ludwig-Noll-Vereins f\u00fcr psychosoziale Hilfe t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er Mitautor des Buches \u201eEinf\u00fchrung in die praktische Gerontopsychiatrie\u201c. 1998 wurde Gerd J\u00fcngling Studienleiter und hat sowohl sein Kollegium als auch die Sch\u00fclerschaft durch seine verl\u00e4ssliche, engagierte und einf\u00fchlsame Art \u00fcberzeugt, wie Holloch darlegte: \u201eDu argumentierst immer sch\u00fclerfreundlich\u201c, so ihr Lob. Sch\u00fcler wie Eltern dankten J\u00fcngling f\u00fcr seine Art Wissen zu vermitteln, so die Schulleiterin weiter. Sein breitgef\u00e4chertes Wissen auf vielen Gebieten habe er nicht nur an die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler weitergegeben, sondern sie damit intellektuell herausgefordert. Als innovativer technikaffiner Mensch habe J\u00fcngling den neuen Entwicklungen auf dem IT-Sektor nicht nur sehr offen gegen\u00fcbergestanden, sondern diese aktiv mitgestaltet. Holloch erinnerte hier an J\u00fcnglings Mitwirkung an der LUSD-Software, der Lehrer- und Sch\u00fcler Datenbank, deren Einf\u00fchrung f\u00fcr das Land Hessen eine gro\u00dfe Herausforderung war. Mit seiner Mitarbeit habe der Studienleiter sogar das HKM beeindruckt, was zu einer Abordnung zum LUSD-Support f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Neben diesen Eigenschaften zeichne besonders sein hintergr\u00fcndiger Humor den scheidenden Studienleiter aus, so Holloch weiter in ihrem launigen R\u00fcckblick, der mit zahlreichen Anekdoten gespickt war, die verrieten, wie wertsch\u00e4tzend und kollegial der Umgang miteinander war und wieviel Spa\u00df man dabei auch hatte. Man freue sich schon auf die Skype-Zuschaltung des Pension\u00e4rs, den es aus Hessen wegzieht, denn man k\u00f6nne sich kaum vorstellen, dass die Schule ohne diesen ganz besonderen Menschen funktionieren k\u00f6nne. \u201eDu hast die Schule geformt\u201c, unterstrich Holloch abschlie\u00dfend, viele Neuerungen seien aus intensiven gemeinsamen Diskussionen und Konferenzen entstanden. H\u00e4ufig sei Gerd J\u00fcngling bei Entscheidungen die letzte Instanz gewesen. Seinen Abschied nach fast 50-j\u00e4hriger Berufst\u00e4tigkeit hat J\u00fcngling gut vorbereitet: Er hinterl\u00e4sst seinem Nachfolger Karsten Kr\u00e4mer ein gutsortiertes, aufger\u00e4umtes Erbe.<\/p>\n<p>Im Namen des Kollegiums und des Personalrats \u00fcberbrachte Andr\u00e9 Tolksdorf die besten Abschiedsw\u00fcnsche. Er bescheinigte J\u00fcngling Kollegialit\u00e4t, Leidenschaft und Individualit\u00e4t und dankte ihm f\u00fcr sein erfolgreiches und pflichtbewusstes Wirken an der Schule. F\u00fcr die Fachschaft Deutsch sprach Regine Hommel. Sie ist dem Studienleiter besonders verbunden, hatten beide vor 27 Jahren doch zu gleicher Zeit an der AvH begonnen, als blutige Anf\u00e4nger, wie Hommel betonte, da es f\u00fcr beide nach den Staatsexamina in diesen Zeiten zun\u00e4chst keine Anstellung als Lehrer gegeben hatte. Sie lobte J\u00fcnglings Teamgeist und sie unterstrich sein Engagement, im Deutschunterricht immer auch die emanzipatorische Kraft von Literatur und Sprache zu vermitteln. Sibel Yildirim von der Fachschaft PoWi dankte J\u00fcngling f\u00fcr seine kooperative, sachliche, sehr humorvolle Art, mit deren Hilfe man viele Probleme habe l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt meldete sich der Verabschiedete selbst zu Wort und blickte gemeinsam mit seinen G\u00e4sten zur\u00fcck auf seine Laufbahn. Die 1968er-Jahre h\u00e4tten ihn sehr gepr\u00e4gt, so J\u00fcngling, der damals sein literarisches Spektrum von Karl May \u00fcber Karl Marx hin zu Adorno und Horkheimer erweiterte, WG-Erfahrungen sammelte und den Wehrdienst verweigerte. Die Jahre zwischen seinen Staatsexamina und der Festanstellung in Lauterbach bezeichnete er als wertvolle, lehrreiche Zeit, von der er auch im Nachhinein viel profitiert habe. J\u00fcngling dankte dem Schulleitungsteam f\u00fcr die kooperative Arbeit und zeigte sich sehr erfreut \u00fcber die Lauterbacher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die insgesamt kooperativ und erfolgreich seien. Zum Abschied lud J\u00fcngling alle ein, ihn in seiner neuen Heimat G\u00f6rlitz zu besuchen. Gewohnt humorvoll schloss der scheidende Studienleiter mit den vielsagen Worten: \u201eIch habe fertig!\u201c Doch noch nicht ganz, denn ohne stehende Ovationen lie\u00df sein Kollegium ihn nicht gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Eine \u00c4ra ging zu Ende, als am vergangenen Mittwoch Studienleiter Gerd J\u00fcngling an der Alexander-von-Humboldt-Schule verabschiedet wurde. Das gesamte Kollegium sowie ehemalige Kollegen und Mitstreiter zollten dem zuk\u00fcnftigen Pension\u00e4r Respekt und Anerkennung und dankten ihm f\u00fcr die Verdienste, die er sich um das Lauterbacher Gymnasium erworben hat. 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