{"id":171209,"date":"2018-01-31T14:28:30","date_gmt":"2018-01-31T13:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=171209"},"modified":"2018-01-31T14:28:30","modified_gmt":"2018-01-31T13:28:30","slug":"der-arbeitsmarkt-im-januar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=171209","title":{"rendered":"Der Arbeitsmarkt im Januar"},"content":{"rendered":"<p>Milder Winter d\u00e4mpft Anstieg der Arbeitslosigkeit<\/p>\n<p>Der hessische Arbeitsmarkt zeigte sich auch zum Jahresanfang unver\u00e4ndert stabil. Dank guter Konjunktur und mildem Winter fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn geringer aus als erwartet. Mit rund 167.600 Arbeitslosen und somit etwa 11.500 weniger als im letzten Jahr wurde der niedrigste Wert in einem Januar seit 26 Jahren erreicht.<\/p>\n<p>Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p>\u201eSaison\u00fcblich haben wir &#8211; wie in jedem Jahr &#8211; einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen erwartet. Dieser ist aber geringer ausgefallen, als in den Vorjahren. Zum einen liegt das am milden Winter und zum anderen an den unver\u00e4ndert guten konjunkturellen Rahmenbedingungen. Das Quartalsende und das auslaufende Weihnachtsgesch\u00e4ft haben dieser Entwicklung ebenfalls nichts anhaben k\u00f6nnen. Besonders Bau und Handel haben an ihren Mitarbeitern festgehalten und somit die positive Gesamtentwicklung mitbestimmt\u201c.<\/p>\n<p>L\u00e4ngerfristig wird sich diese Tendenz weiter fortschreiben, so Martin:<\/p>\n<p>\u201eEs gibt immer weniger Arbeitslose, die Besetzung von Stellen wird schwieriger. Die Zug\u00e4nge aus Erwerbst\u00e4tigkeit sind in den letzten beiden Jahren deutlich weniger geworden. Gleichzeitig w\u00e4chst der Anteil arbeitsloser Menschen \u00fcber 50 Jahren, Ausl\u00e4ndern und Langzeitarbeitslosen in Hessen. Wir m\u00fcssen mehr Zeit bei der Integration dieser Personengruppen einkalkulieren, was auch mehr Zeit f\u00fcr Qualifizierung und Weiterbildung bedeutet.\u201c<\/p>\n<p>Rund 35,0 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen sind langzeitarbeitslos, rund 37,0 Prozent Ausl\u00e4nder und etwa 31,0 Prozent \u00fcber 50 Jahre alt.<\/p>\n<p>Arbeitslosigkeit in Hessen: Entwicklung im Januar<\/p>\n<p>Im Januar 2018 waren in Hessen 167.610 Frauen und M\u00e4nner arbeitslos gemeldet. Das waren 11.257 mehr (+7,2 Prozent) als im Dezember und 11.514 Menschen weniger (-6,4 Prozent) als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,0 Prozent. Im Januar 2016 lag die Quote bei 5,4 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat ein R\u00fcckgang um 1.000, zum Vorjahr ging die Zahl um 11.000 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat machte sich bei allen betrachteten Personengruppen bemerkbar: M\u00e4nner: +8,9 Prozent, Ausl\u00e4nder: +7,2 Prozent, Menschen ab 50 Jahre: +7,1 Prozent, Frauen: +5,2 Prozent, Jugendliche unter 25 Jahren: +4,8 Prozent, Langzeitarbeitslose: +2,6 Prozent<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Vorjahr kam es zu weiteren deutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen: Langzeitarbeitslose: -10,5 Prozent; Menschen ab 50 Jahren: -7,8 Prozent; Frauen: -6,4 Prozent; M\u00e4nner: -6,4 Prozent und Jugendliche unter 25 Jahren: -6,9 Prozent. Zum ersten Mal seit einem Jahr sank auch die Zahl der arbeitslosen Menschen ohne deutschen Pass: -0,1 Prozent.<\/p>\n<p>Die Unterbesch\u00e4ftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Ma\u00dfnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunf\u00e4higkeit mitz\u00e4hlt, belief sich im Januar 2018 auf 229.449 Personen. Das waren rund 6.000 weniger (-2,6 Prozent) als vor einem Jahr.<\/p>\n<p>Entwicklung in den Rechtskreisen: Anstieg in beiden Rechtskreisen<\/p>\n<p>Saison\u00fcblich stieg im Januar die Zahl der Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen an. Im SGB III (Arbeitslosenversicherung) wurde ein Anstieg zum Vormonat um +16,9 Prozent verzeichnet; im Bereich des Rechtskreises SGB II (Grundsicherung) wurde ein Plus von +2,7 Prozent erreicht. Insgesamt entfielen im Januar 34,8 Prozent (58.366) aller arbeitslosen Menschen in Hessen auf den Rechtskreis SGB III. 65,2 Prozent (109.244) aller Arbeitslosen waren dem Rechtskreis SGB II zugeordnet.<\/p>\n<p>Sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung: Starker Zuwachs bei Ausl\u00e4ndern<\/p>\n<p>Der hochgerechnete, vorl\u00e4ufige Wert der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung f\u00fcr den Monat November 2017 belief sich auf 2.578.000. Mit einem Anstieg um 2,5 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr liegt Hessen somit weiterhin \u00fcber dem Niveau des Bundes und Westdeutschlands (+2,4 Prozent). Starke Anstiege gab es zuletzt unter anderem in den Wirtschaftszweigen Sonstige Wirtschaftliche Dienstleistungen sowie Logistik.<br \/>\nIn Hessen arbeiteten im November die meisten Besch\u00e4ftigten im Verarbeitenden Gewerbe (439.100) und im Handel (350.200).<\/p>\n<p>Mittlerweile liegen differenzierte Zahlen f\u00fcr das erste Halbjahr 2017 vor. Zum 30.06.2017 waren in Hessen 2.524.156 Personen sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt; gegen\u00fcber dem Vorjahr ein Aufwuchs von 2,5 Prozent (61.551). Damit verzeichnete Hessen den vierth\u00f6chsten Zuwachs zum Vorjahr aller Bundesl\u00e4nder nach Berlin (+4,3 Prozent), Bayern (+2,7 Prozent) und Schleswig-Holstein (+2,6 Prozent).<br \/>\nDer sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigungszuwachs von Ausl\u00e4ndern im Vergleich zum Vorjahr lag mit +9,0 Prozent anteilig \u00fcber dem Zugewinn der deutschen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten (+1,5 Prozent). Den gr\u00f6\u00dften Zuwachs verzeichneten Besch\u00e4ftigte aus den sogenannten nichteurop\u00e4ischen Asylherkunftsl\u00e4ndern. Binnen eines Jahres stieg die Zahl um fast 41,0 Prozent auf rund 19.400.<\/p>\n<p>Offene Stellen: Bestand bleibt \u00fcber den Vorjahreswerten<\/p>\n<p>Im Januar waren bei den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 51.039 offene Stellen gemeldet. Das waren 3.954 Stellen (+8,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Der monatliche Zugang offener Stellen lag mit 10.368 (-7,3 Prozent) niedriger als im Vorjahresmonat.<br \/>\nDie meisten Stellenmeldungen gab es im Januar aus den Branchen Arbeitnehmer\u00fcberlassung, Handel sowie Gesundheits- und Sozialwesen.<\/p>\n<p>Regionen: Arbeitslosenquote blieb bei f\u00fcnf hessischen Kreisen unter 4 Prozent<\/p>\n<p>In f\u00fcnf hessischen Kreisen lag die Arbeitslosenquote im Januar weiterhin unter 4 Prozent, im Landkreis Fulda sogar bei lediglich 3,0 Prozent. Die h\u00f6chste Arbeitslosenquote verzeichnete weiterhin die Stadt Offenbach: 9,9 Prozent.<br \/>\nDie Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke Kassel, Gie\u00dfen und Darmstadt verteilten sich wie folgt: Kassel 4,6 Prozent, Gie\u00dfen 4,9 Prozent, Darmstadt 5,2 Prozent.<br \/>\nIm Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien St\u00e4dte stieg die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr in f\u00fcnf Kreisen an. Der h\u00f6chste Anstieg entfiel mit 5,9 Prozent auf den Landkreis Bergstra\u00dfe. Den gr\u00f6\u00dften R\u00fcckgang konnte der Kreis Schwalm-Eder verzeichnen (-18,3 Prozent).<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge: Anteil an allen hessischen Arbeitslosen bei 9 Prozent<\/p>\n<p>Im Januar 2018 hatten 15.441 arbeitslos gemeldete Menschen in Hessen einen Fluchthintergrund. Insgesamt stieg der Bestand im Vergleich zum Vormonat um 850 Personen (+5,8 Prozent). Gegen\u00fcber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zugang von 25,0 Prozent. Die Mehrzahl (14.514) erhielt Leistungen aus der Grundsicherung durch die Jobcenter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Milder Winter d\u00e4mpft Anstieg der Arbeitslosigkeit Der hessische Arbeitsmarkt zeigte sich auch zum Jahresanfang unver\u00e4ndert stabil. Dank guter Konjunktur und mildem Winter fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn geringer aus als erwartet. 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