{"id":170422,"date":"2017-12-18T10:53:17","date_gmt":"2017-12-18T09:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=170422"},"modified":"2017-12-18T10:53:17","modified_gmt":"2017-12-18T09:53:17","slug":"kampfansage-an-volksleiden-diabetes-mit-dimini-soll-zahl-der-neuerkrankungen-in-hessen-sinken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=170422","title":{"rendered":"Kampfansage an Volksleiden Diabetes: Mit Dimini soll Zahl der Neuerkrankungen in Hessen sinken"},"content":{"rendered":"<p>Patienten der AOK Hessen mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Typ-2-Diabetes haben erstmals die M\u00f6glichkeit, gemeinsam mit ihrem Hausarzt \u2013 im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Projektes \u2013 einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Mit \u201eDimini \u2013 Diabetes mellitus? Ich nicht!\u201c setzen die Kassen\u00e4rztliche Vereinigung Hessen (KVH) und die Gesundheitskasse auf Pr\u00e4vention durch Lebensstil\u00e4nderungen. Das Programm ist f\u00fcr Patienten kostenfrei und dauert 15 Monate. Die Beteiligten wollen die Neuerkrankungsrate \u2013 jedes Jahr steigt die Zahl der Betroffenen um weitere 500.000 \u2013 bis 2019 messbar senken. Das Projekt, das zeitgleich auch in Schleswig-Holstein erprobt wird, ist Teil des vom Bund gef\u00f6rderten Innovationsfonds.<\/p>\n<p>\u201cMindestens jeder zweite Patient \u00fcber 40 Jahre ist schon auf Basis einer reinen Blickdiagnose \u00fcbergewichtig, mitunter sogar adip\u00f6s. Eine genauere Anamnese offenbart bei vielen von ihnen ein ausgepr\u00e4gtes Risikoprofil und somit die Gefahr, einen manifesten Diabetes zu entwickeln. Hinzu kommt, dass die Krankheit zumeist auffallend sp\u00e4t diagnostiziert wird und sich dann bereits erste Komplikationen bemerkbar machen\u201c, sagt Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der KV Hessen. Aktuell sind mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes erkrankt. \u201eEs wird viel getan f\u00fcr diese Patienten, doch wir wollen jetzt schon um einiges fr\u00fcher ansetzen. Mit dieser Form der Diabetesvermeidung betreten wir tats\u00e4chlich Neuland\u201c, meint Dastych. Die teilnehmenden \u00c4rzte ermitteln zun\u00e4chst ein Risikoprofil auf Basis des bew\u00e4hrten FINDRISK-Tests, der aus acht Fragen besteht. Im Anschluss finden eine oder sogar mehrere Beratungen zu Ern\u00e4hrung, Bewegung und Lebensstil in der Praxis statt.<\/p>\n<p>Einfach und verst\u00e4ndlich<br \/>\n\u201eDadurch steigt die Gesundheitskompetenz der Patienten, sie ern\u00e4hren sich zum Beispiel bewusster und ausgewogener, ohne sich deshalb einem Di\u00e4t- oder Intensivsportprogramm unterwerfen zu m\u00fcssen\u201c, erg\u00e4nzt Dr. Isabella Erb-Herrmann, Bevollm\u00e4chtigte des Vorstandes der AOK Hessen. Es ginge darum, bessere Entscheidungen f\u00fcr die eigene Gesundheit zu treffen. \u201eDie Patienten werden hier so fr\u00fch wie m\u00f6glich und nachhaltig mit individuellen, medizinischen Pr\u00e4ventionsl\u00f6sungen gest\u00e4rkt. Denn wir m\u00fcssen diese Volkskrankheit unbedingt in den Griff bekommen\u201c, meint Erb-Herrmann. DIMINI biete hierf\u00fcr die passenden Bausteine und ein einfaches Konzept zur Umsetzung \u2013 und das auf Basis wissenschaftlicher Evidenz. Denn ein langfristig schlecht eingestellter Diabetes kann sehr schwere Folgewirkungen verursachen, zum Beispiel Nervensch\u00e4digungen an den Beinen. Auch das Risiko f\u00fcr Schlaganfall und Demenz sind deutlich erh\u00f6ht. Sogar Depressionen kommen bei Menschen mit Diabetes h\u00e4ufiger vor.<\/p>\n<p>Patienteneinschreibung ab Januar 2018 m\u00f6glich<br \/>\nIn Hessen k\u00f6nnen vorerst bis zu 1.800 AOK-Versicherte an der Studie mitwirken, wenn ihr Hausarzt  eine Teilnahme empfiehlt.  Bis zu dieser Schwelle ist eine vollst\u00e4ndige Finanzierung aus dem Innovationsfonds vorgesehen. Eine Anmeldung ist bei Arbeitssuchenden sogar \u00fcber das jeweilige Jobcenter m\u00f6glich, wobei im Anschluss immer eine an DIMINI teilnehmende Praxis eingebunden wird. Es werden Schulungsprogramme f\u00fcr Haus\u00e4rzte angeboten, die schon seit September dem Versorgungsvertrag beitreten k\u00f6nnen. Die Patienten k\u00f6nnen dann \u2013 ab Januar 2018 \u2013 in K\u00fcrze bei ihrem eingeschriebenen Arzt an DIMINI mitwirken.<\/p>\n<p>Fakten zu DIMINI<\/p>\n<p>&#8211; Start f\u00fcr Patienten: 1. Januar 2018 (Teilnahmebeginn bis Ende 2018 m\u00f6glich)<br \/>\n&#8211; Den Patienten entstehen keine Kosten<br \/>\n&#8211; Dauer: 15 Monate<br \/>\n&#8211; Beratung(en) beim teilnehmenden Hausarzt<br \/>\n&#8211; Studienende: Fr\u00fchjahr 2020 (danach: Evaluationsphase)<br \/>\n&#8211; Verg\u00fctung f\u00fcr \u00c4rzte: extrabudget\u00e4res Honorar bis max. 70 Euro<br \/>\n&#8211; Regional auf Hessen und Schleswig-Holstein beschr\u00e4nkt<br \/>\n&#8211; Wissenschaftliche Leitung: Dr. Carsten Petersen (Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, Diabetologe)<br \/>\n&#8211; Partner in Hessen: AOK Hessen und KV Hessen<br \/>\n&#8211; Weitere Partner: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft f\u00fcr<br \/>\n                              Pr\u00e4vention und Rehabiliation (DGPR), das forschende Pharmaunternehmen<br \/>\n                              MSD, das Institut f\u00fcr angewandte Versorgungsforschung (inav) sowie die<br \/>\n                              Bundesagentur f\u00fcr Arbeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Patienten der AOK Hessen mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Typ-2-Diabetes haben erstmals die M\u00f6glichkeit, gemeinsam mit ihrem Hausarzt \u2013 im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Projektes \u2013 einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. 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