{"id":170403,"date":"2017-12-18T10:51:54","date_gmt":"2017-12-18T09:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=170403"},"modified":"2017-12-18T10:51:54","modified_gmt":"2017-12-18T09:51:54","slug":"friedenslicht-aus-betlehem-in-fulda-ausgesandt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=170403","title":{"rendered":"Friedenslicht aus Betlehem in Fulda ausgesandt"},"content":{"rendered":"<p>Im Hohen Dom zu Fulda wurde am Sonntag, 17. Dezember 2017, um 14 Uhr wieder das Friedenslicht aus Betlehem ausgesandt. Die Pfadfinder vom evangelischen Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Kurhessen-Waldeck und der katholischen Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) im Bistum Fulda verbreiten in jedem Jahr das kleine Friedenszeichen aus der Geburtsstadt Jesu Christi in Pal\u00e4stina. <\/p>\n<p>Eine Delegation von vier Pfadfinder\/innen von DPSG (Jannika Kulgemeyer-Nentwich, Sebastian Becker) und VCP (Helena Gering, Floris Steinbach) hatte das Friedenslicht am 3. Advent von der zentralen Aussendung in Wien in das Bistum Fulda und die Landeskirche Kurhessen-Waldeck gebracht. Seit 1999 beteiligt sich Fulda aktiv und koordiniert an dieser Aktion.<br \/>\nDas Friedenslicht erreicht zum Weihnachtsfest zahlreiche Menschen, erinnert uns an unseren Auftrag, friedlich und gut miteinander umzugehen und schenkt Hoffnung in dunklen Zeiten. In einer feierlichen Andacht wurde das Friedenslicht aus Betlehem nun am Sonntag im vollbesetzten Fuldaer Dom ausgesandt. Es wurde an viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie weitern interessierten Menschen zum Weiterverteilen mitgegeben. <\/p>\n<p>Pfarrer Fried-Wilhelm Kohl (evangelische Christusgemeinde Fulda) und Pfarrer Sebastian Bieber (DPSG-Di\u00f6zesankurat) zelebrierten die Aussendungsfeier, die von der \u00f6kumenischen Friedenslicht-AG der Pfadfinder vorbereitet und von der Gruppe Wegzeichen aus W\u00e4chtersbach mit Markus Leis musikalisch begleitet wurde. <\/p>\n<p>Kinder, Jugendliche und Erwachsene zeigten in kleinen Anspielen, wie Konfliktsituationen im Alltag entstehen, mit dem kleinen Streit beim Spielen bis hin zur gro\u00dfen Weltpolitik. Pfarrer Fried-Wilhelm Kohl zitierte in seiner Predigt Heinrich B\u00f6ll, der diese Tage 100 geworden w\u00e4re, der fragte, wie die Welt ausschauen w\u00fcrde, wenn Jesus Christus nicht gelebt h\u00e4tte. Es w\u00e4re eine Welt ohne Hoffnung. Er machte gleichzeitig Mut, sich f\u00fcr ein friedliches Miteinander einzusetzen. Das sei die Botschaft des Friedenslichtes: Es gehe nicht darum, die Welt zu retten. Aber \u2013 um der Kinder Willen \u2013 m\u00fcssten wir mehr Hoffnung in die Welt bringen, jeder nur in seinem Umfeld.<\/p>\n<p>Das Friedenslicht aus Betlehem kam im Dom zu Fulda an<br \/>\nNach den F\u00fcrbitten war es endlich soweit. Pfarrer Sebastian Bieber lud die versammelte Gemeinde ein, das Friedenslicht aus Betlehem im Dom zu empfangen und es mit der Friedensbotschaft weiterzugeben. Die vier diesj\u00e4hrigen Friedenslicht-Tr\u00e4ger\/innen kamen, begleitet von Kindern und Bannertr\u00e4gern durch den Mittelgang mit dem Friedenslicht aus Betlehem im Dom an. Sie berichteten von ihrer aufregenden und manchmal nicht so leichten Reise nach Wien, um das Friedenslicht am Sonntagvormittag sicher nach Fulda zu bringen. \u201eAber vielleicht soll das nicht einfach sein, so wie es nicht einfach ist, den Frieden zu verwirklichen.\u201c, sagte Sebastian Becker. \u00dcber 20 Nationen waren nach Wien gereist, die Weitesten von den Vereinigten Staaten von Amerika, Argentinien und Bolivien.<br \/>\nJannika Kulgemeyer-Nentwich erz\u00e4hlte davon, was sie rund um die zentrale Aussendung in der Wiener Pfarrkirche Donaustadt \u201eFranz von Assisi\u201c am meisten beeindruckte: &#8220;Die Begegnungen mit den vielen verschiedenen Nationen und Verb\u00e4nden w\u00e4hrend der ganzen Tage sowie dass sich aus einem einzigen entfachten Licht bei der Aussendung von jetzt auf gleich ganz viele Lichter in unterschiedlichsten Formen entstanden sind (und seien es nur die leuchtenden Augen der Menschen in dem Moment der Ankunft des Lichts).&#8221;<br \/>\nFloris Steinbach hat der deutsche Abend besonders gefallen: &#8220;Hier konnten wir uns mit anderen Verb\u00e4nden austauschen und die Traditionen und Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede untereinander kennenlernen.&#8221;<\/p>\n<p>Von Wien brachten die Fuldaer Friedenslicht-Tr\u00e4ger\/innen auch eine Botschaft an die Menschen hier mit. Helena Gehring: &#8220;Frieden f\u00e4ngt in deinem Inneren an: Wenn du im Reinen mit dir selbst bist, dann entz\u00fcndet sich das Licht in dir und somit kannst du ein inneres Licht an deine Mitmenschen weitergeben.&#8221;<br \/>\nSebastian Becker erg\u00e4nzte: &#8220;Friede entsteht nicht daraus, dass wir dies irgendjemandem aufzwingen oder empfehlen, sondern daraus, dass wir selbst in uns horchen und unseren eigenen Frieden suchen und finden. Sei \u201ezuFrieden\u201c mit dir selbst, auch wenn du Fehler an dir feststellst. Sei vor allem aber friedlich und wertsch\u00e4tzend zu deinem Gegen\u00fcber, denn dann wirst du auch Frieden von deinem Gegen\u00fcber erfahren.&#8221;<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend verteilten die Friedenslicht-Tr\u00e4ger\/innen das Friedenslicht aus Betlehem an die vielen Menschen im Dom. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder verteilten es noch am Nachmittag auf verschiedenen Zugstrecken in die Orte der Region und vor Ort finden bis Heilig Abend noch viele Aktionen statt, um das Licht, das Hoffnung schenkt und uns an einen aktiven Frieden erinnert, an so viele Menschen wie m\u00f6glich zu verteilen und die Herzen zu erleuchten. <\/p>\n<p>Gro\u00dfer Abschlusskreis vor dem Dom \u2013 Weitergabe des Friedenslichtes<br \/>\nTraditionell bildeten die Pfadfinder vor dem Dom einen Abschlusskreis und sangen u.a. \u201eNehmt Abschied Br\u00fcder\u201c, bevor sie auseinandergingen und sich auf den Zugstrecken an die Verteilung des Lichtes machten und das Friedenslicht auch in ihre Gemeinden trugen.<br \/>\nIn diesem Rahmen gaben die Friedenslicht-Tr\u00e4ger\/innen das Friedenslicht auch an Seelsorgeamtsleiter Thomas Renze und an Jugendpfarrer Alexander Best weiter. <\/p>\n<p>Friedenszeichen weiterhin wichtig<br \/>\nDen Pfadfindern ist es weiterhin wichtig, dass das Friedenslicht aus Betlehem kein innerchristliches Weihnachtslicht ist. Seit vielen Jahren geben sie es daher direkt nach der Aussendung an die j\u00fcdische Gemeinde und die t\u00fcrkisch-muslimische Gemeinde in Fulda weiter. Nur durch Kontakte und Schritte aufeinander zu k\u00f6nne es ein gutes Miteinander, Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander und einen friedvollen Umgang geben. Daher sei der interreligi\u00f6se Dialog auch gut. \u201eAn der Spitze von Staaten stehen immer \u00f6fter Politiker, deren Ego gr\u00f6\u00dfer ist als die Verantwortung f\u00fcr die Menschen, denen nationale Interessen und kurzfristige Machteffekte wichtiger sind als das Gleichgewicht der Erde und der Frieden in der Welt, denen die Lehren der Geschichte und das Gesp\u00fcr f\u00fcr eine friedliche und gerechte Welt scheinbar abhandengekommen sind.\u201c, erkl\u00e4rte Frank Seidl, ehemaliger DPSG-Di\u00f6zesanvorsitzender und Initiator des Friedenszeichens.<br \/>\nDaher m\u00fcssen sich alle Menschen wieder mehr darauf besinnen, das Gemeinwohl \u00fcber eigene kurzfristige Interessen zu setzen. <\/p>\n<p>Ganz besonders denken die Pfadfinder jetzt an die Pfadfinderfreunde und Menschen im Heiligen Land und hoffen auf ein friedliches Weihnachtsfest. <\/p>\n<p>Das Friedenslicht aus Betlehem l\u00e4dt uns ein, inne zu halten, auf Menschen zuzugehen und im eigenen Umfeld die Welt ein bisschen besser zu machen, als wir sie vorgefunden haben. Dazu laden die Pfadfinder ein und w\u00fcnschen allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest. <\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Friedenslichtaktion finden Sie unter http:\/\/www.dpsg-fulda.de\/aktuelles\/friedenslicht\/. <\/p>\n<p>Hintergrund der Aktion<br \/>\nIm Jahr 1986 entstand im ober\u00f6sterreichischen Landesstudio des \u00d6sterreichischen Rundfunks (ORF) die Idee, die mittlerweile eine Lichtspur durch ganz Europa gezogen hat: Ein Licht aus Betlehem soll als Botschafter des Friedens durch die L\u00e4nder reisen und die Geburt Jesu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>Das Licht ist das weihnachtliche Symbol schlechthin. Mit dem Entz\u00fcnden und Weitergeben des Friedenslichtes erinnern wir uns an die weihnachtliche Botschaft und an unseren Auftrag, den Frieden unter den Menschen zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Seit 1986 wird das Friedenslicht in jedem Jahr in den Wochen vor Weihnachten von einem ober\u00f6sterreichischen Kind in der Geburtsgrotte Jesu entz\u00fcndet. Von Bethlehem aus reist das Licht mit dem Flugzeug nach Wien. Dort wird es am dritten Adventswochenende in alle Orte \u00d6sterreichs und in die meisten europ\u00e4ischen L\u00e4nder gesandt. Z\u00fcge mit dem Licht fahren \u00fcber den ganzen Kontinent. <\/p>\n<p>Insbesondere die Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich des Friedenslichtes angenommen und sorgen daf\u00fcr, dass es in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verbreitet wird und sogar seinen Weg in die USA gefunden hat.<\/p>\n<p>Das Friedenslicht ist kein magisches Zeichen, das den Frieden herbeizaubern kann. Es erinnert uns vielmehr an unsere Pflicht, uns f\u00fcr den Frieden einzusetzen. <\/p>\n<p>Das Friedenslicht ist ein Zeichen der Hoffnung. Es breitet sich in wenigen Tagen von einer einzelnen kleinen Flamme zu einem Lichtermeer aus und leuchtet mit seiner Botschaft Millionen von Menschen.<\/p>\n<p>Seit 1999 bringen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht aus Betlehem auch nach Fulda und verteilen es von dort aus. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Im Hohen Dom zu Fulda wurde am Sonntag, 17. Dezember 2017, um 14 Uhr wieder das Friedenslicht aus Betlehem ausgesandt. 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