{"id":170288,"date":"2017-12-14T07:04:30","date_gmt":"2017-12-14T06:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=170288"},"modified":"2017-12-15T14:37:04","modified_gmt":"2017-12-15T13:37:04","slug":"lachen-und-weinen-im-heiligen-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=170288","title":{"rendered":"Lachen und Weinen im Heiligen Land"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003-265x353.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"353\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-170295\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003-199x265.jpg 199w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003-768x1023.jpg 768w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-20171129-WA0003.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Da war ein Verstehen untereinander ohne viele Worte. Da gab es einen stummen H\u00e4ndedruck, wenn beim namentlichen Gedenken an liebe Verstorbene in den Messfeiern Tr\u00e4nen flossen. Und da brach Lebensfreude auf mit herzlichem Lachen und Vergessen f\u00fcr Augenblicke, was belastet. Werner Gutheil, Di\u00f6zesanseelsorger f\u00fcr Trauernde im Bistum Fulda, gelang es mit seinem Reiseangebot nach Israel im Advent 2017, Schwere und Schmerzlichkeit auf einen guten Weg zu f\u00fchren: \u201eGerade im Heiligen Land bekommt man eine andere Perspektive auf den Tod durch die wachsende Hoffnung auf Auferstehung\u201c, bilanzierte der erfahrene Seelsorger die neunt\u00e4gige Rundreise.<\/p>\n<p>Es war eine authentische Tour durch das \u201eJesusland\u201c. So nennt Ameed Srour seine Heimat. Der christliche Araber mit israelischer Staatsangeh\u00f6rigkeit f\u00fchrte die elfk\u00f6pfige Gruppe an die biblischen St\u00e4tten, die eng mit Jesus Christus verkn\u00fcpft sind. An Orte, deren Namen nicht nur in den Herzen gl\u00e4ubiger Menschen ein Klingen ausl\u00f6sen: Nazareth, Bethlehem, Jericho, Berg Tabor, Kana, Jerusalem, See Genezareth mit dem Berg der Seligpreisungen, mit Kapernaum und Tabgha. Ameed Srour, der dank seines Studienaufenthaltes im nieders\u00e4chsischen Osnabr\u00fcck flie\u00dfend deutsch spricht, begeisterte mit seinen Erz\u00e4hlungen, die seine tiefe Verwurzelung im Christentum widerspiegelten. So hatte der melkitisch griechisch-katholische Reisef\u00fchrer stets die passenden Kapitel aus den Evangelien auf einem Tablet parat, die er von Pfarrer Gutheil vorlesen lie\u00df.<\/p>\n<p>Mit aller Selbstverst\u00e4ndlichkeit feierte Ameed Srour auch die t\u00e4glichen Gottesdienste mit, die Werner Gutheil auf ber\u00fchrende Weise zelebrierte: im Garten Gethsemane oder in der Ecce Homo-Basilika, in der W\u00fcste bei Qumran oder am Mittelmeerstrand von Caesarea Maritima. Alles andere als fr\u00f6mmelnde Morgen- und Abendimpulse \u2013 sorgf\u00e4ltig auf den jeweiligen Reiseverlauf abgestimmt \u2013 rundeten das spirituelle Erlebnis ab.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkte fern \u00fcblicher Touristen- und Pilgerrouten waren die Begegnung mit Benediktinerpater Jonas Trageser in Tabgha, der aus dem Bistum Fulda stammt, sowie der Besuch in Eilaboun, dem Wohnort von Ameed Srour in Galil\u00e4a. Die Gutheil-Gruppe wurde nicht nur in dessen Haus von Ehefrau Susan mit Kaffee und Kuchen bewirtet, sondern konnte auch den Sonntagsgottesdienst in der St. Georg-Kirche mitfeiern. Und zwar im orientalischen Ritus. Auch Werner Gutheil \u00fcbernahm als Konzelebrant von Pfarrer Maron Tanus seinen Part in der \u201eG\u00f6ttlichen Liturgie unseres heiligen Vaters Johannes Chrysostomus\u201c, unterst\u00fctzt von Erzbischof emeritus Pierre Moalem. Er ist ein Onkel von Ameed Srour und lebt in Eilaboun, dem einzigen Dorf in Israel au\u00dferhalb des Westjordanlandes mit mehrheitlich christlicher Bev\u00f6lkerung.<br \/>\n\u201eIch bin total \u00fcberw\u00e4ltigt von der Reise und der Begleitung, ich muss das alles nacharbeiten!\u201c sagte eine Reiseteilnehmerin in der abendlichen Abschlussrunde in Tiberias. Eine andere: \u201eIch hatte meinen verstorbenen Mann im Gep\u00e4ck, der nette Zusammenhalt in der Gruppe hat mir geholfen.\u201c Oder. \u201eEin Traum ist mit dieser Reise in Erf\u00fcllung gegangen, wir haben alle Orte besucht, wo Jesus war.\u201c Oder: \u201eIch war mit meinem Mann schon in Israel, und wir wollten noch einmal gemeinsam hin. Dann starb er, und ich habe jetzt die Reise allein nachgeholt.\u201c<\/p>\n<p>Di\u00f6zesanseelsorger Gutheil wei\u00df nur zu gut, dass \u201eTrauernde sich schwer tun, sich auf den Weg zu machen\u201c. Zumal diese sich gegen\u00fcber Ehepaaren \u201eausgegrenzt f\u00fchlen\u201c, wie er immer wieder h\u00f6rt. Nat\u00fcrlich h\u00e4tten auch Ehepaare bei dieser nunmehr vierten \u201eIsraelreise nicht nur f\u00fcr Trauernde\u201c mitfahren k\u00f6nnen: \u201emit der Option der R\u00fccksichtnahme\u201c, betonte Gutheil. Au\u00dferdem sei dieses Angebot \u00f6kumenisch offen gewesen. So geh\u00f6rten zur Gruppe auch zwei evangelische Teilnehmer, die wie alle anderen ein hohes Interesse an dieser Pilgerreise ins Heilige Land mitbrachten.<\/p>\n<p>Text und Fotos: Marion Kr\u00fcger-Hundrup<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Da war ein Verstehen untereinander ohne viele Worte. Da gab es einen stummen H\u00e4ndedruck, wenn beim namentlichen Gedenken an liebe Verstorbene in den Messfeiern Tr\u00e4nen flossen. Und da brach Lebensfreude auf mit herzlichem Lachen und Vergessen f\u00fcr Augenblicke, was belastet. 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