{"id":169868,"date":"2017-11-30T08:53:17","date_gmt":"2017-11-30T07:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=169868"},"modified":"2017-11-30T08:53:17","modified_gmt":"2017-11-30T07:53:17","slug":"trauer-mit-leib-und-seele-ein-dialogischer-prozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=169868","title":{"rendered":"Trauer mit Leib und Seele \u2013 ein dialogischer Prozess"},"content":{"rendered":"<p>\u201eTrauer mit Leib und Seele\u201c unter diesem Thema stand der Vortrag von Dr. Klaus Onnasch und Ev Pagel, Kronshagen, im Bonifatiushaus in Fulda. Die Experten in Sache Trauerbegleitung, die auf Einladung der Trauerhilfe Fulda, Christliches Netzwerk zur Trauerbegleitung in die Domstadt gekommen waren, wurden zu Beginn im Namen der Arbeitsgemeinschaft und der G\u00e4ste von Winfried M\u00f6ller, Sprecher der Trauerhilfe Fulda begr\u00fc\u00dft.<br \/>\nDer evangelische Pastor im Ruhestand hat als Studenten- und Klinikseelsorge gearbeitet, eine Suizidpr\u00e4vention aufgebaut und ist seit dem Jahre 1977 in der Trauerbegleitung t\u00e4tig. Als Betroffener durch den Tod seiner Ehefrau und seines Sohnes brachte er in seinem Vortrag Beispiele wie er seine Trauer bew\u00e4ltigt hat. Nach dem Verlust eines sehr nahen Menschen erscheine das Leben oft sinnlos, so der Referent. Der Prozess vollzieht sich zwischen schmerzhafter Auseinandersetzung und entlastender Erholung. Trauer sei ein Dialog mit sich selbst, mit dem Verstorbenen und mit Gott. Sie stelle immer eine Herausforderung an sich selbst, aber auch die Mitmenschen dar. Trauerbew\u00e4ltigung sei harte Arbeit und ein Wechselspiel von Schmerz und Fr\u00f6hlichkeit. So seien Trauernden einerseits tief traurig und andererseits seien sie ausgelassen, fr\u00f6hlich und tanzten. Beides geh\u00f6re zusammen. Werde die Trauer zugelassen und zum Ausdruck gebracht, bestehe die M\u00f6glichkeit, sich langsam wieder neu zu finden und Hoffnung zu gewinnen. Besonders wichtig sei das Mitteilen, das oft leiblich geschehe, zum Beispiel durch Tr\u00e4nen. Notwendig sei es, dass in der Begleitung solche Signale mitf\u00fchlend aufgenommene w\u00fcrden. Aus seinem neuesten Buch \u201eTrauer mit Leib und Seele\u201c zitierte Ev Pagel anschauliche Prozesse von Trauerbew\u00e4ltigung. Klaus Onnasch ging auch auf neueste neurobiologische Erkenntnisse ein. So produziere das Gehirn Stoffe, die in der Trauer so etwas wie \u201eEngelfl\u00fcgel\u201c seien, da der Mensch ansonsten nicht weiterleben k\u00f6nne. Sie sch\u00fctzten vor der totalen Depression. Der christlichen Religion mit ihren beerdigungsriten und dem Auferstehungsglauben ma\u00df Dr. Klaus Onnasch eine gro\u00dfe Bedeutung bei. Sie erm\u00f6gliche mit dem Verstorbenen im Dialog zu bleiben. Auf Nachfrage aus der Zuh\u00f6rerschaft stellte er heraus, dass Trauer bei M\u00e4nner und Frauen unterschiedlich verlaufe. H\u00e4tten Frauen mehr M\u00f6glichkeiten mit ihren Gef\u00fchlen in der Trauer umzugehen, so versuchten M\u00e4nner dagegen Trauer eher \u201emit dem Kopf zu verarbeiten und zu rationalisieren\u201c. Die Referenten luden ein sich Angebote der Trauerbegleitung wie Selbsthilfegruppen, Trauercaf\u00e9s und Trauergespr\u00e4chskreise zur Trauerbew\u00e4ltigung zu Nutze zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eTrauer mit Leib und Seele\u201c unter diesem Thema stand der Vortrag von Dr. Klaus Onnasch und Ev Pagel, Kronshagen, im Bonifatiushaus in Fulda. 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