{"id":169106,"date":"2017-11-01T13:22:34","date_gmt":"2017-11-01T12:22:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=169106"},"modified":"2017-11-01T13:22:34","modified_gmt":"2017-11-01T12:22:34","slug":"kirchspiel-billertshausen-fragt-zum-reformationsjubilaeum-nach-dem-leben-in-25-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=169106","title":{"rendered":"Kirchspiel Billertshausen fragt zum Reformationsjubil\u00e4um nach dem Leben in 25 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWie kann unser Leben in 25 Jahren aussehen?\u201c Unter diese Frage hat ein Vorbereitungsteam im Kirchspiel Billertshausen (dazu z\u00e4hlen neben Billertshausen auch Zell, Angenrod und Heimertshausen) die Feier des Reformationsjubil\u00e4ums am 31. Oktober gestellt. Alle Gemeindemitglieder waren aufgefordert, eine These oder eine Frage zur Zukunft zu wagen oder zu stellen. Diese Ideen wurden bis in den Reformationstag hinein gesammelt, sortiert und besprochen. Den Rahmen dazu bot ein gro\u00dfes Fest, das die vier Orte gemeinsam in Zell, und dort in der Kirche und im Dorfgemeinschaftshaus, feierten.<\/p>\n<p>Es begann bereits am Vormittag mit einem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck und dem Sammeln und Sichten der \u201eBillerh\u00e4user Thesen\u201c. Auf unglaublich gro\u00dfe Resonanz war die Aktion gesto\u00dfen \u2013 nicht nur hatten zahlreiche Menschen ihre Zukunftsthesen abgegeben oder mitgebracht, auch waren den ganzen Tag \u00fcber au\u00dferordentlich viele Besucher und Mitmacher in Zell vor Ort.<\/p>\n<p>Familie und Alltag, Schule und Ausbildung, Dorf und Gemeinschaft, Politik und Umwelt sowie Beruf und Technologie waren die Themengebiete, die ausgemacht wurden. Die Menschen w\u00fcnschten sich die Familie als Stabilit\u00e4tsfaktor, sie fanden, es sei Zeit f\u00fcr Entschleunigung und weniger Druck \u2013 auch auf Kinder, die in den l\u00e4ndlichen Gebieten h\u00e4ufig schon vor 7 Uhr aufstehen m\u00fcssen, um p\u00fcnktlich zur Schule kommen. Gew\u00fcnscht war auch ein Ausbau des Kita-Angebots, es gab W\u00fcnsche zu einem besseren Arbeitsschutz und den Ansatz, das Leben im Dorf auch f\u00fcr junge Familien attraktiv zu halten. Gemeinwohl solle vor Finanzwohl stehen, Waser und Gesundheit sollten nicht privatisiert werden. Die Arbeitszeiten sollten einem modernen Familienbild untergeordnet werden, und es sollte von den Arbeitgebern Urlaub f\u00fcr gemeinn\u00fctzige T\u00e4tigkeiten geben. Kirche soll als Bindeglied zwischen den Menschen fungieren, eine Anlaufstelle f\u00fcr alle sein. Religionen sollten gleichberechtigt sein.<\/p>\n<p>Dies waren nur einige der vielen, vielen Ans\u00e4tze, denen sich auch die Konfirmanden in ihrer soeben erst stattgefundenen Freizeit gewidmet hatten. Sie hatten speziell zu allen Themengebieten kleine Installationen gebastelt, aus denen deutlich hervorging, dass sie sich ihre Zukunft gepr\u00e4gt von einem digitalen Umfeld und k\u00fcnstlicher Intelligenz vorstellen, dass sie aber auch an der Erhaltung der Natur und der Ressourcen interessiert sind.<br \/>\nPfarrer Walter Bernbeck stellte gemeinsam mit Moderatorin Traudi Schlitt und Ute Lochno vom Vorbereitungsteam die Ideen vor, die auch in zwei szenischen Darstellungen interpretiert wurden: Zum einen zeigte eine Gruppe, wie man das alle gro\u00dfen Religionen vereinende Element des Fastens zu einem gemeinsamen Fest werden lassen k\u00f6nne. Zwei andere Darstellerinnen stellten die \u2013 in weiter Zukunft liegende \u2013 Vision von einer rasend schnellen Zugverbindung von Zell nach Frankfurt vor.<\/p>\n<p>Doch der Tag in Zell sollte nicht nur aus dem Sammeln von Ideen und W\u00fcnschen und einem gem\u00fctlichen Beisammensein bestehen, f\u00fchrte die Moderatorin aus. Es sollten genau jetzt Verabredungen f\u00fcr die Zukunft getroffen werden, die die W\u00fcnsche der Menschen wiederspiegelten. Wie kann man Alt und Jung, Mann und Frau, Heimertshausen, Billertshausen, Zell und Angenrod nachhaltig zusammenbekommen? Aus den verschiedenen Ideen wurden sechs Projekte entwickelt: Eine regelm\u00e4\u00dfig stattfindende gemeinsame Suppenk\u00fcche, ein Workshop f\u00fcr den Obstbaumschnitt, ein gemeinsames Salzekuchenbacken, Treffen zum (Str\u00fcmpfe) Stricken und zum Adventskr\u00e4nze binden. Dar\u00fcber hinaus wurde die Idee einer Nachbarschaftsbank eingebracht, die einmal pro Woche an einem anderen Ort in den D\u00f6rfern aufgestellt werden kann und dort zur Begegnung einl\u00e4dt, dazu gab es noch den Hinweis auf das bereits bestehende Repair-Caf\u00e9.<\/p>\n<p>Eine ganze Reihe von Pl\u00e4nen also, die das Dorfleben und das Gemeinschaftsgef\u00fchl im Kirchspiel Billertshausen bereichern k\u00f6nnen. In die flugs vorbereiteten Interessenlisten trugen sich dann auch bereits am Dienstag viele Menschen ein. Ob diese Reformationsprojekte nachhaltig sind, wird man sehen: In einem Jahr, p\u00fcnktlich zum Reformationsfest 2018, sollen die einzelnen Projekte und ihre Umsetzung in Augenschein genommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWie kann unser Leben in 25 Jahren aussehen?\u201c Unter diese Frage hat ein Vorbereitungsteam im Kirchspiel Billertshausen (dazu z\u00e4hlen neben Billertshausen auch Zell, Angenrod und Heimertshausen) die Feier des Reformationsjubil\u00e4ums am 31. Oktober gestellt. Alle Gemeindemitglieder waren aufgefordert, eine These oder eine Frage zur Zukunft zu wagen oder zu stellen. 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