{"id":168955,"date":"2017-10-28T11:31:18","date_gmt":"2017-10-28T09:31:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=168955"},"modified":"2017-10-28T11:31:18","modified_gmt":"2017-10-28T09:31:18","slug":"alberto-acosta-und-grupo-sal-im-fuldaer-bonifatiushaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=168955","title":{"rendered":"Alberto Acosta und Grupo Sal im Fuldaer Bonifatiushaus"},"content":{"rendered":"<p>\u201eBuen Vivir \u2013 gutes Leben\u201c ist eine Einstellung und ein Lebensgef\u00fchl und kein Konzept\u201c vermittelte Alberto Acosta, \u00d6konom und Politiker aus Ecuador im Einklang mit den s\u00fcdamerikanischen Kl\u00e4ngen der Kultband \u201eGrupo Sal\u201c w\u00e4hrend einer Konzertlesung im Fuldaer Bonifatiushaus. Eingeladen hatte ein breites Netzwerk unterschiedlichster regionaler Organisationen, die sich programmatisch u. a. mit Nachhaltigkeit und Menschenw\u00fcrde befassen.<\/p>\n<p>Alberto Acosta, ehemaliger Energieminister von Ecuador und Professor f\u00fcr \u00d6konomie vertritt nicht nur in seinem s\u00fcdamerikanischen Heimatland, sondern weltweit die Vision \u201eBuen Vivir\u201c und betonte, dass seine Ideen f\u00fcr das \u201eGute Leben\u201c kein Konzept seien, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung. Acosta, der in Deutschland studiert hat und 9 Jahre Vizekonsul seines Landes in K\u00f6ln war, verdeutlichte, dass es auf Dauer erfolglos sei, sich auf die \u201ePolitik\u201c zu verlassen, vielmehr m\u00fcssten notwendige Ver\u00e4nderungen durch die Menschen gelebt und erlebt werden.<\/p>\n<p>Ausgehend von der Feststellung, dass global gesehen ein enormer Reichtum vorhanden sei, stellte er die Frage ob die Menschheit deswegen auch gl\u00fccklich sei. Diese Frage beantwortete er selbst mit einem klaren \u201eNein\u201c. Acosta analysierte die aktuelle globale Situation. Die zunehmenden Kriegsbedrohungen und gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen, die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich, die Erkenntnis der Ressourcenverschwendung wie auch der Klimawandel waren nur einige Schlaglichter seiner fundierten Ausf\u00fchrungen. Seit Jahren arbeite er daran, Alternativen zu suchen und erkenne immer wieder, dass nur durch ein gemeinsames Erleben und durch das Einbringen pers\u00f6nlicher Erfahrungen ein Wandel zu einem besseren Leben erreicht werden k\u00f6nne. Im Miteinander m\u00fcsse \u2013 egal wie pluralistisch die Menschheit ausgerichtet sei \u2013 ein Gleichgewicht mit dem Ziel einer ganzheitlichen Harmonie angestrebt werden. Dabei ginge es nicht nur um \u201eHarmonie\u201c zwischen den Menschen sondern auch um die Harmonie mit der Natur und somit um die gesamte Sch\u00f6pfung. Dem st\u00e4nde politisches und wirtschaftliches Machtstreben entgegen. Kritik \u00e4u\u00dferte er insbesondere an dem ungebremsten, vom liberal-kapitalistischen Wirtschaftssystem forcierten, Wachstumsstreben. Gerade dieses f\u00fchre zu einer Verschwendung begrenzt vorhandener nat\u00fcrlicher Ressourcen und verhindere au\u00dferdem eine notwendige Verteilungsgerechtigkeit. \u201eJetzt und heute m\u00fcssen wir aktiv werden um Freude am Leben zu finden. Wir k\u00f6nnen und d\u00fcrfen uns nicht auf die Politik verlassen um ein gutes Leben zu erreichen\u201c rief er die Anwesenden zum Handeln auf. Die anschlie\u00dfende Diskussion unter Leitung des Journalisten Thomas Pampuch machte deutlich, dass Acosta mit seinen Ausf\u00fchrungen in deutscher Sprache mit einem sympathischen spanischen Akzent und seiner charismatischen Ausstrahlung den Nerv der Zuh\u00f6rer getroffen hatte.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt und gef\u00f6rdert wurde dies auch durch die musikalische Begleitung der Kultband Grupo Sal mit s\u00fcdamerikanischen und karibischen indigenen Weisen von Salsa bis Samba. Verdeutlicht wurde dabei, dass u. a. Umweltbewusstsein und Lebensfreude keinen Widerspruch darstellen. Die N\u00e4he zwischen dem Redner, der sechsk\u00f6pfigen Band und dem Publikum wurde zudem durch den besonderen Veranstaltungsort, das Atrium des Bonifatiushauses, gef\u00f6rdert.<br \/>\nIn einem Schlusswort bedankte sich KAB Di\u00f6zesansekret\u00e4r Michael Schmitt, verantwortlicher Organisator der Veranstaltung, nicht nur bei den Aktiven und dem Direktor des Bonifatiushauses, Gunter Geiger, der die Veranstaltung er\u00f6ffnet hatte, sondern auch besonders bei den Mitarbeitern des di\u00f6zesanen Bildungshauses. Diese hatten die nicht allt\u00e4gliche Herausforderung einer solchen Veranstaltung vorz\u00fcglich gemeistert.<\/p>\n<p>Gelegenheit bot sich f\u00fcr die Besucher vor und nach der Konzertlesung sowie in der Pause mit Vertretern der Veranstalter zu diskutieren und sich an zahlreichen St\u00e4nden \u00fcber deren Arbeit zu informieren. Zu den Veranstaltern z\u00e4hlten neben dem Solidarit\u00e4tswerk der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der KAB DV Fulda und dem Bonifatiushaus, attac Fulda, der Weltladen Fulda, Pax Christi DV Fulda, die Agenda Arbeitsgruppe FAIRES FULDA, die Hochschule Fulda-Bereich Sozialwesen und der BUND Landesverband Hessen. Gef\u00f6rdert wurde die Veranstaltung durch den evangelischen kirchlichen Entwicklungsdienst, den Katholischen Fonds und Engagement Global.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eBuen Vivir \u2013 gutes Leben\u201c ist eine Einstellung und ein Lebensgef\u00fchl und kein Konzept\u201c vermittelte Alberto Acosta, \u00d6konom und Politiker aus Ecuador im Einklang mit den s\u00fcdamerikanischen Kl\u00e4ngen der Kultband \u201eGrupo Sal\u201c w\u00e4hrend einer Konzertlesung im Fuldaer Bonifatiushaus. 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