{"id":167557,"date":"2017-09-13T08:07:16","date_gmt":"2017-09-13T06:07:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=167557"},"modified":"2017-09-13T08:07:16","modified_gmt":"2017-09-13T06:07:16","slug":"kjp-feiert-25-jaehriges-bestehen-landrat-goerig-bringt-eure-ideen-weiter-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=167557","title":{"rendered":"KJP feiert 25-j\u00e4hriges Bestehen \/ Landrat G\u00f6rig: \u201eBringt eure Ideen weiter ein\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das Vogelsberger Kreisjugendparlament macht auch nach 25 Jahren noch Schule: 1992 als erstes dieser Art in Deutschland gegr\u00fcndet, wird es auch heute noch als positives Beispiel aktiver Jugendbeteiligung wahrgenommen \u2013 sogar im Bundesfamilienministerium, wie Referatsleiter Thomas Heppener bei der gro\u00dfen Jubil\u00e4umsveranstaltung am Samstag im Alsfelder G\u00fcterbahnhof betonte. Und auch Dr. Oliver M\u00e4rker (Agentur f\u00fcr crossmediale B\u00fcrgerbeteiligung), der die Demokratiekonferenz am Nachmittag moderierte, versprach, das Vogelsberger Beispiel noch weiter  bekannt zu machen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hatten Landrat Manfred G\u00f6rig, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak und Alsfelds B\u00fcrgermeister Stephan Paule die G\u00e4ste \u2013 unter ihnen auch viele ehemalige KJPler \u2013 begr\u00fc\u00dft. \u201eDas Experiment ist gelungen, das KJP ist angekommen\u201c, zeigte sich der Landrat \u00fcberzeugt. Er sprach von einer \u201eganz tollen Idee\u201c, die 1992 im Vogelsberg umgesetzt wurde, heute sei das KJP ein \u201eAush\u00e4ngeschild des Kreises\u201c. In vielen Bereichen h\u00e4tten sich die Abgeordneten eingemischt, mit \u201eforscher Energie die Themen zu uns gebracht\u201c, lobte G\u00f6rig das Engagement der jungen Politiker. Und genau das sei so wichtig: Die jungen Menschen geben Anregungen, \u201ewie es besser gehen kann\u201c \u2013 vor dem Hintergrund, dass sie auch in Zukunft gerne im Vogelsberg leben wollen. \u201eDas Allerwichtigste aber ist, dass sich die Jugend f\u00fcr Demokratie einsetzt und sich gegen Extremismus stellt\u201c, betonte Landrat G\u00f6rig, der noch auf einen weiteren interessanten Aspekt hinwies: Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zum Kreisjugendparlament liegt bei fast 90 Prozent.<\/p>\n<p>Das KJP h\u00e4lt dem Kreistag und dem Kreisausschuss den Spiegel vor, erkl\u00e4rte Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Dr.  Jens Mischak. \u201eBewahrt euch das\u201c, ermunterte er die Jugendlichen. Dinge hinterfragen, kritisch sein, das \u201elernt man sehr gut im Jugendparlament\u201c, so Mischaks Erfahrung. Das helfe nicht zuletzt bei der Kommunikation untereinander.<\/p>\n<p>\u201eBleibt unbequem und sagt, was euch nicht passt\u201c, rief B\u00fcrgermeister Stephan Paule den Jugendlichen zu und k\u00fcndigte an, dass Mitte n\u00e4chsten Jahres in Alsfeld ein eigenes Stadtjugendparlament eingerichtet wird. \u201eIch freue mich, vor Ort unbequeme Mitstreiter zu haben.\u201c<br \/>\nWie die Arbeit des KJP funktioniert, auch dar\u00fcber konnten sich die G\u00e4ste ein Bild machen, denn im Anschluss fand eine regul\u00e4re Sitzung des Parlaments statt \u2013 mit einem breit gef\u00e4cherten Themenspektrum. Das reichte von der hessenweiten Einf\u00fchrung des Sch\u00fclertickets bis hin zum Jugendraum in Eichelsachsen. Dort hat sich gerade ein Verein gegr\u00fcndet, der die alten Umkleidekabinen des Sportvereins zum Jugendtreff umbauen will. Es fehlt allerdings noch an finanziellen Mitteln, deshalb wurde das KJP um eine Spende gebeten. Referatsleiter Heppener reagierte prompt, legte den ersten Zehn-Euro-Schein auf den Tisch und startete eine spontane Sammlung f\u00fcr die Jugendlichen.<\/p>\n<p>In gro\u00dfer Runde ging es bei der anschlie\u00dfenden Demokratiekonferenz um Perspektiven des KJP. \u201eBringt eure Ideen ein\u201c, ermunterte Landrat G\u00f6rig die Jugendlichen, \u201eob sie immer realisiert werden k\u00f6nnen, ist eine andere Sache, wichtig ist, sie \u00fcberhaupt vorzubringen.\u201c Dr. Mischak wies auf die pers\u00f6nlichen Erfahrungen hin, die Abgeordnete des KJP machen: Zwei Jahre, so lange dauert eine Wahlperiode, setzen sie sich mit mehreren Themen auseinander. \u201eSie \u00fcbernehmen Verantwortung f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit, ein St\u00fcck weit auch f\u00fcr die Allgemeinheit.\u201c Darum gehe es sp\u00e4ter auch in den Gemeindevertretungen und im Kreistag. \u201eMan denkt globaler, es geht nicht nur um Einzelinteressen \u2013 das ist die nachhaltige Wirkung.\u201c Ein Aspekt, den eine Reihe ehemaliger KJPler nur best\u00e4tigen konnten: \u201eMan lernt, seine Meinung zu sagen, und man lernt, das Selbstbewusstsein daf\u00fcr zu haben.\u201c<\/p>\n<p>Die Jugendlichen, das wurde in der Runde deutlich, wollen sich auch in Zukunft einmischen und sie wollen noch besser informiert sein. In vielen Kreistagssitzungen k\u00f6nnen sie Entscheidungen nicht nachvollziehen, da nur der Tagesordnungspunkt aufgerufen und dann schon abgestimmt wird. \u201eDie Diskussionen werden vorher schon in den Aussch\u00fcssen gef\u00fchrt\u201c, schilderten Landrat G\u00f6rig und Jugenddezernent Mischak den Hintergrund. Und nat\u00fcrlich in den Parteien. Landrat G\u00f6rig schlug daher vor, dass die KJP-Abgeordneten in eine Fraktionssitzung kommen, \u201edamit der Willensbildungsprozess deutlich wird\u201c. Dann k\u00f6nne nachvollzogen werden, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. Und: \u201eIn der Fraktionssitzung ist es ja interessant. Die Diskussion mit der eigenen Fraktion ist manchmal schwieriger als mit dem politischen Gegner\u201c, schmunzelte der Landrat.<\/p>\n<p>Und noch eine Idee wurde geboren: Um Jugendlichen aus den einzelnen Gemeinden noch mehr Beteiligung zu erm\u00f6glichen, soll eine Internet-Plattform eingerichtet werden. Zudem sollen mehr Infos aus dem KJP online gestellt werden. Doch bei allen Erleichterungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, der Schlusssatz aus dem Plenum  noch einmal aufhorchen: \u201eEs ist gut, dass wir digital sind, aber letztendlich m\u00fcssen wir aufstehen und Gesicht zeigen.\u201c<\/p>\n<p>Wissenswertes<br \/>\n&#8211; Als das Vogelsberger Kreisjugendparlament 1992 ins Leben gerufen wird, ist es das erste Parlament dieser Art \u00fcberhaupt in Deutschland.<br \/>\n&#8211; Gr\u00f6\u00dfter Erfolg des KJP: die Einf\u00fchrung des hessenweiten RMV-Sch\u00fclertickets.<br \/>\n&#8211; Die Abgeordneten beteiligen sich an regionalen Entwicklungskonzepten und Gestaltungsprozessen, sie arbeiten unter anderem im Leader Beirat und der MORO Steuerungsgruppe mit.<br \/>\n&#8211; Von Anfang an k\u00f6nnen sie Antr\u00e4ge in den Vogelsberger Kreistag einbringen \u2013 zun\u00e4chst \u00fcber den damaligen Landrat Hans-Ulrich Lipphardt, dann sogar direkt. Sogar die Hessische Gemeindeordnung und die Landkreisordnung  wurden auf Initiative des Vogelsberger KJPs erg\u00e4nzt, um die entsprechende Basis daf\u00fcr zu schaffen.<br \/>\n&#8211; Die Jugendlichen suchen aktiv den Dialog mit den erwachsenen Kommunalpolitikern. So besuchen sie nicht nur regelm\u00e4\u00dfig die Kreistagssitzung, sie laden auch regelm\u00e4\u00dfig zum \u201ePolitikercaf\u00e9\u201c ein.<\/p>\n<p>Humorvolles<br \/>\nAm Anfang der Karriere stand eine Niederlage, ihren politischen Weg sind sie trotzdem gegangen:  Dr. Jens Mischak, hauptamtlicher Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent, und auch Alsfelds B\u00fcrgermeister Stephan Paule bekannten in ihren Gru\u00dfworten bei der Jubil\u00e4umsveranstaltung, sich einst um einen Sitz im KJP beworben zu haben \u2013 leider ohne Erfolg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Vogelsberger Kreisjugendparlament macht auch nach 25 Jahren noch Schule: 1992 als erstes dieser Art in Deutschland gegr\u00fcndet, wird es auch heute noch als positives Beispiel aktiver Jugendbeteiligung wahrgenommen \u2013 sogar im Bundesfamilienministerium, wie Referatsleiter Thomas Heppener bei der gro\u00dfen Jubil\u00e4umsveranstaltung am Samstag im Alsfelder G\u00fcterbahnhof betonte. 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