{"id":166927,"date":"2017-08-30T07:15:56","date_gmt":"2017-08-30T05:15:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=166927"},"modified":"2017-08-30T07:15:56","modified_gmt":"2017-08-30T05:15:56","slug":"erster-kreisbeigeordneter-dr-jens-mischak-informiert-sich-im-dachdeckerbetrieb-hansel-auftragsbuecher-sind-voll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=166927","title":{"rendered":"Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak informiert sich im Dachdeckerbetrieb Hansel \/ Auftragsb\u00fccher sind voll"},"content":{"rendered":"<p>Karl-Heinz Hansel ist wohl das, was man einen typischen Handwerksmeister nennt: flei\u00dfig, verantwortungsbewusst, bodenst\u00e4ndig, zur\u00fcckhaltend, vor allem aber der alten Baukunst verbunden. Davon konnte sich Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU) dieser Tage bei einem Besuch in Engelrod \u00fcberzeugen. Der Vizelandrat unternimmt immer wieder solche Firmenbesichtigungen, ganz bewusst sucht er sich daf\u00fcr auch einmal einen kleineren Handwerksbetrieb aus. \u201eMir ist es dabei wichtig, den Betrieb kennenzulernen. Ich will wissen, wo der Schuh dr\u00fcckt \u2013 auch um Anregungen f\u00fcr die Kreispolitik zu bekommen\u201c, betonte Mischak, der von Thomas Schaumberg, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Vogelsberg Consult, und von Andrea Ortstadt aus der Abteilung Wirtschaftsf\u00f6rderung in der Kreisverwaltung begleitet wurde.<\/p>\n<p>Karl-Heinz Hansel f\u00fchrt den Dachdecker- und Schindlerbetrieb bereits in der vierten Generation, gegr\u00fcndet worden war die Firma 1895. Christian Hansel war es, der sich damals mit einem einen Schindlerbetrieb selbstst\u00e4ndig machte. Ein Handwerk, das bis Ende der 50er Jahre gefragt war im Vogelsbergkreis. Viele Fassaden wurden damals mit Holzschindeln verkleidet. \u201eDann kamen die Eternitplatten auf\u00e2\u20ac\u00a6\u201c, erinnerte sich Hansel. Viele Hausfassaden in der Region wurden in den Folgejahren mit solchen Platten verkleidet, auch auf D\u00e4chern wurden sie verlegt. \u201eGanz oft wurde das bei Aussiedlerh\u00f6fen gemacht\u201c, erz\u00e4hlte Hansel seinem Besuch aus dem Landratsamt. \u201eDas Schindeln war in den 60er und 70er Jahren total eingebrochen\u201c, so der Handwerksmeister. Die Wende kam mit den ersten Dorferneuerungsprogrammen. \u201eIn den 80er Jahren erlebten wir sogar einen regelrechten Boom, Holzschindeln waren pl\u00f6tzlich wieder im Kommen\u201c, erinnerte sich Hansel und schmunzelte: \u201eErst wurde verschandelt und jetzt wird wieder verschindelt.\u201c<\/p>\n<p>Aber: Firmen, die diese alte Handwerkskunst noch beherrschen, sind mittlerweile rar geworden. \u201eEs gibt nur noch drei bis vier Betriebe im Vogelsbergkreis, die noch schindeln\u201c, berichtete Hansel und blickte noch einmal zur\u00fcck. \u201eFr\u00fcher haben die Leute in den Wintermonaten die Holzschindeln selbst hergestellt. Von November bis Ende M\u00e4rz war doch hier Winter!\u201c Da sa\u00dfen die Leute in der warmen Stube zusammen und bearbeiteten Buchenholz. Damals hatte jeder seine eigenen Schindeln. Sobald es w\u00e4rmer wurde im Fr\u00fchjahr, zogen dann die Handwerker durch die D\u00f6rfer und nagelten die Holzschindeln an. Auch Hansels Gro\u00dfvater und selbst sein Vater waren noch \u201eauf Montage im Vogelsberg\u201c und besserten in den D\u00f6rfern die Hausfassaden aus.<\/p>\n<p>Diese Zeiten sind l\u00e4ngst vorbei. Heute kauft der Chef die Schindeln bei einem gro\u00dfen Anbieter. Mittlerweile macht das Schindeln wieder 30 Prozent vom Umsatz aus. \u201eEs gibt wieder Arbeit\u201c, so die gute Nachricht. \u201eDas Dorferneuerungsprogramm ist f\u00fcr uns sehr gut.\u201c \u00dcbrigens: Auch die Auszubildenden erlernen das alte Handwerk \u2013 allerdings nicht in der Berufsschule. \u201eDas Schindeln wird hier im Betrieb gemacht\u201c, so Hansel. In der Schule werden die angehenden Dachdeckergesellen in dem Bereich nicht mehr geschult. Einen Auszubildenden hat der Betrieb gerade \u00fcbernommen, auch im n\u00e4chsten Jahr soll wieder ein Azubi eingestellt werden.<\/p>\n<p>Neben dem Schindeln geh\u00f6ren nat\u00fcrlich die klassischen Dachdeckerarbeiten zum Spektrum des Engelr\u00f6der Betriebes. Eingedeckt werden D\u00e4cher in verschiedenen Materialien, in Betondachstein oder Tondachziegel,  mit Schiefer, mit Stehfalzblech oder mit Metall. Zudem werden Flachd\u00e4cher abgedichtet, Dachrinnen installiert, Dachfenster eingebaut oder Balkone abgedichtet Die Mitarbeiter haben gut zu tun, so der Chef. Die Auftragsb\u00fccher f\u00fcr dieses Jahr sind voll, teilweise werden schon Auftr\u00e4ge f\u00fcr 2018 angenommen.  Bis ins Rhein-Main-Gebiet fahren die Arbeiter, \u201e30 Prozent unserer Auftr\u00e4ge liegen au\u00dferhalb\u201c, schilderte Hansel und verwies  auf Projekte beispielsweise in Frankfurt und Bad Vilbel.<\/p>\n<p>\u201eDass die Zuverl\u00e4ssigkeit hiesiger Handwerker im Rhein-Main-Gebiet sehr gesch\u00e4tzt wird\u201c, darauf verwies Vizelandrat Dr. Jens Mischak. Erfreut zeigte er sich, dass der Betrieb Hansel noch gen\u00fcgend Fachkr\u00e4fte hat. Erst k\u00fcrzlich konnten zwei neue Kollegen eingestellt werden. Und mit Steffen Hansel steht auch schon die f\u00fcnfte Generation in den Startl\u00f6chern, die den Familienbetrieb einmal \u00fcbernehmen kann. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Karl-Heinz Hansel ist wohl das, was man einen typischen Handwerksmeister nennt: flei\u00dfig, verantwortungsbewusst, bodenst\u00e4ndig, zur\u00fcckhaltend, vor allem aber der alten Baukunst verbunden. Davon konnte sich Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU) dieser Tage bei einem Besuch in Engelrod \u00fcberzeugen. 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