{"id":166828,"date":"2017-08-30T06:56:56","date_gmt":"2017-08-30T04:56:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=166828"},"modified":"2017-08-30T06:56:56","modified_gmt":"2017-08-30T04:56:56","slug":"der-vogelsbergkreis-hat-einige-sehr-kritische-anmerkungen-zum-vorliegenden-entwurf-des-landesentwicklungsplanes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=166828","title":{"rendered":"Der Vogelsbergkreis hat einige sehr kritische Anmerkungen zum vorliegenden Entwurf des Landesentwicklungsplanes"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs ist Zeit, die l\u00e4ndlichen Regionen endlich in den Fokus der Landesentwicklung zu nehmen.\u201c So kommentiert Landrat Manfred G\u00f6rig die vorgelegte Dritte \u00c4nderung des Landesentwicklungsplans Hessen. St\u00e4rkung der l\u00e4ndlichen R\u00e4ume anstelle der Bevorzugung der st\u00e4dtischen Verdichtungsr\u00e4ume, bessere Verkehrsanbindung an den Ballungsraum, die Nutzung der Digitalisierung f\u00fcr die regionalen Arbeitspl\u00e4tze, St\u00e4rkung der Landwirtschaft und weniger B\u00fcrokratie \u2013 so fassen Landrat G\u00f6rig und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak die Hauptforderungen aus Sicht des Vogelsbergkreises gegen\u00fcber der Landesregierung zusammen.<\/p>\n<p>Bessere Anbindung an die Metropole<\/p>\n<p>Bei der geforderten St\u00e4rkung des l\u00e4ndlichen Raumes gehe es immer auch um eine \u201eerkennbar notwendige\u201c Entlastung des Ballungsraums, sagt Wirtschaftsdezernent Dr. Mischak. Mit den nun bald \u00fcberall vorhandenen schnellen Datennetzen und den sich damit ergebenden M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung werde eine gesteuerte Ansiedlung von Gewerbe im l\u00e4ndlichen Raum erm\u00f6glicht. Um diesen Effekt nachhaltig zu machen, brauche der l\u00e4ndliche Raum ganz klar eine bessere Verkehrsanbindung ans Rhein-Main-Gebiet, zum Beispiel auch durch Wieder-Inbetriebnahme der Bahnstrecke Schotten-Nidda. Der Kreis macht in seiner Stellungnahme auf die aus seiner Sicht deutlich bessere Anbindung des Umlands in anderen Verdichtungsr\u00e4umen aufmerksam und nennt als gute Beispiele Karlsruhe und Stuttgart.<\/p>\n<p>W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der Stellungnahme das Landkreises: \u201eDer Vogelsbergkreis kann mehr als ihm in der Landes-Entwicklungsplanung zugetraut beziehungsweise auferlegt wird und w\u00fcnscht sich eine sinnvolle ressourcenschonende Raumordnung und eine nachhaltige St\u00e4rkung des l\u00e4ndlichen Raumes.\u201c Konkret fordert der Vogelsbergkreis von der Landesregierung, gezielt die Ansiedlung von Arbeitspl\u00e4tzen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Es sei nicht hinnehmbar, dass im Vogelsbergkreis die Kommunen auf eine minimale Eigenentwicklung reduziert werden, hei\u00dft es in der Stellungnahme. F\u00fcr Betriebserweiterungen und Neuansiedlungen m\u00fcsse es neue Fl\u00e4chen geben d\u00fcrfen. Dabei gehe es auch um die Neu-Ansiedlung standortunabh\u00e4ngiger Verwaltungen und Beh\u00f6rden. Hierbei lobt der Kreis ausdr\u00fccklich die vorgesehene Ansiedlung vieler zus\u00e4tzlicher Arbeitspl\u00e4tze der Landes-Finanzverwaltung im Bereich des Finanzamtes Alsfeld-Lauterbach.<\/p>\n<p>Entlastung des Ballungsraums<\/p>\n<p>Beim Thema Wohnen ist die Haltung des Vogelsbergkreises ebenfalls unmissverst\u00e4ndlich: Es geht um eine St\u00e4rkung des l\u00e4ndlichen Raumes bei gleichzeitige Entlastung der Ballungsr\u00e4ume. Eine nachhaltige und vorausschauende Landes-Entwicklungsplanung solle ein neues Qualit\u00e4tsziel etablieren, n\u00e4mlich den Begriff \u201eLeben und Arbeiten auf dem Land\u201c. Gerade beim Gesichtspunkt Work-Life-Balance k\u00f6nnte gerade die Vulkanregion Vogelsberg hervorragende Voraussetzungen bereitstellen.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfr\u00e4ume M\u00fcnchen, Stuttgart und Berlin zeigen nach Auffassung des Vogelsbergkreises, wie es gehen k\u00f6nnte: dort zeige sich, dass gerade ein gut ausgebautes Schienennetz der entscheidende Motor f\u00fcr die Entwicklung der Umland-Regionen sei. W\u00e4hrend der Ausbau der Schiene im Ballungsraum oft nur Verbesserungen von wenigen Minuten erbr\u00e4chten , w\u00fcrde die strategische Anbindung das l\u00e4ndlichen Raumes tats\u00e4chlich die Entwicklung des ganzen Landes st\u00e4rken und vor allen Dingen auch den \u00fcberforderten Ballungsraum entlasten.<br \/>\nIn Frankfurt: Kein Vogelsberger Trinkwasser f\u00fcr Brauchwasserzwecke<\/p>\n<p>Beim Tourismus fordert der Landkreis weniger b\u00fcrokratische H\u00fcrden. Diese gelte zum Beispiel f\u00fcr den neuen Radweg R6 bei Homberg, wo eine ehemalige Bahntrasse der neue Radweg werden solle. Beim wichtigen Thema Grundwasserentnahme fordert der Vogelsbergkreis von den St\u00e4dten im Rhein-Main-Gebiet, dortige Brunnen mit qualitativen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fcr Brauchwasser zu nutzen bzw. wieder zu nutzen. Es k\u00f6nne nicht sein, dass das hochwertige Vogelsberg-Trinkwasser f\u00fcr Brauchwasserzwecke in der Metropole verwendet werde.<\/p>\n<p>Beim Thema Landwirtschaft ist dem Vogelsbergkreis wichtig, die Detail-Kenntnisse der \u00f6rtlichen Landwirtschaftsbeh\u00f6rden miteinzubeziehen und die Interessen der hiesigen Landwirte dadurch besser zu sch\u00fctzen. Beim Kreisstra\u00dfennetz sollen die Anforderung vor Ort ber\u00fccksichtigt werden. Das Prinzip m\u00fcsse sein: Sanierung vorhandener Br\u00fccken und Stra\u00dfen haben Vorrang vor Neubau.<\/p>\n<p>Windkraft: Kein Repowering bei zu wenig Wind \u2013 Gr\u00f6\u00dferer Abstand zu Wohnh\u00e4usern<\/p>\n<p>Zum Thema Windkraft schreibt der Vogelsbergkreis: Fl\u00e4chen f\u00fcr Repowering (Ersatz \u00e4lterer durch gr\u00f6\u00dfere und erheblich leistungsf\u00e4higere Anlagen) sollen nur in Anspruch genommen werden d\u00fcrfen, wenn vorher ein Abbau von leistungsschw\u00e4cheren Windenergieanlagen erfolge. Der Kreis ist auch dagegen, Standorte mit geringem Windaufkommen f\u00fcr Repowering zu verwenden. Au\u00dferdem fordert der Vogelsbergkreis einen gr\u00f6\u00dferen Abstand von Windkraftanlagen zu Siedlungsgebieten. Gefordert wird als Mindestabstand die 10-fache H\u00f6he der Windkraftanlagen. Das w\u00e4ren bei jetzt inzwischen 200 Meter also mindestens 2000 Meter bis zur Bebauung der Orte. Dies entspreche im \u00dcbrigen den Forderungen der Weltgesundheitsorganisation WHO.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eEs ist Zeit, die l\u00e4ndlichen Regionen endlich in den Fokus der Landesentwicklung zu nehmen.\u201c So kommentiert Landrat Manfred G\u00f6rig die vorgelegte Dritte \u00c4nderung des Landesentwicklungsplans Hessen. 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