{"id":166650,"date":"2017-08-24T06:11:30","date_gmt":"2017-08-24T04:11:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=166650"},"modified":"2017-08-24T06:11:30","modified_gmt":"2017-08-24T04:11:30","slug":"gastgewerbe-ngg-gegen-laengere-arbeitszeiten-im-landkreis-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=166650","title":{"rendered":"Gastgewerbe: NGG gegen l\u00e4ngere Arbeitszeiten im Landkreis Fulda"},"content":{"rendered":"<p>13 Stunden t\u00e4glich arbeiten an bis zu sechs Tagen pro Woche? Wenn es nach dem Willen des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbandes (Dehoga) geht, k\u00f6nnte das im Landkreis Fulda f\u00fcr 5.900 Besch\u00e4ftigte der Branche bald Alltag werden. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG). Schon heute arbeiten in ganz Osthessen rund 19.000 Menschen an Sonntagen \u2013 15.000 sogar nachts. Und 35.000 Besch\u00e4ftigte sind zwischen 18 und 23 Uhr im Job aktiv. Das geht aus dem aktuellen Mikrozensus hervor.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahlen zeigen, dass Arbeitszeitgesetz und Tarifvertr\u00e4ge den Arbeitnehmern bereits jetzt eine hohe Flexibilit\u00e4t abverlangen. Den Betrieben geben sie die Freiheit, ihre Besch\u00e4ftigten weitgehend so einzusetzen, wie sie es brauchen\u201c, sagt Andreas Kampmann. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NGG Nord-Mittelhessen h\u00e4lt jede Aufweichung dieser Regeln f\u00fcr unn\u00f6tig. Insbesondere der Einf\u00fchrung einer w\u00f6chentlichen statt einer t\u00e4glichen H\u00f6chstarbeitszeit m\u00fcsse eine klare Absage erteilt werden, so Kampmann. Dies sei ein Angriff auf Tausende Besch\u00e4ftigte in der Region \u2013 besonders im Gastgewerbe.<\/p>\n<p>Dort geh\u00f6rten lange Arbeitszeiten an jedem Tag der Woche schon immer zum Beruf. So gaben bei der Befragung durch den Mikrozensus rund 31.000 Besch\u00e4ftigte in hessischen Hotels, Gastst\u00e4tten und Pensionen an, regelm\u00e4\u00dfig nach 18 Uhr zu arbeiten. 37.000 arbeiten demnach h\u00e4ufig an Samstagen, 34.000 an Sonntagen. Kampmann: \u201eDie Behauptung des Dehoga, ein zu strenges Arbeitszeitgesetz belaste die Branche \u00fcber alle Ma\u00dfen, ist nicht zu halten. Wenn zum Beispiel eine Hochzeit l\u00e4nger dauert als geplant, dann schieben K\u00fcchen-Team und Kellner \u00dcberstunden, statt einfach nach Hause zu gehen. Und diese \u00dcberstunden werden dann noch nicht einmal immer bezahlt.\u201c<\/p>\n<p>Harte Arbeitsbedingungen in der Gastronomie und Beherbergung f\u00fchrten schon heute zu gro\u00dfen Problemen, noch Fachkr\u00e4fte zu finden, betont der Gewerkschafter. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage stellt auch die Bundesregierung fest: \u201eDie Zahl der Auszubildenden im Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe h\u00e4lt nicht mit dem Bedarf an Fachkr\u00e4ften Schritt\u201c (Deutscher Bundestag, Drucksache 18\/11735). Danach bildet in Hessen nur noch jeder zw\u00f6lfte Gastro-Betrieb aus.<\/p>\n<p>\u201eDie Arbeitgeber sollten wieder auf bessere Ausbildung setzen und einen wirklichen Richtungswechsel hin zu besseren Arbeitsbedingungen einleiten. Dazu z\u00e4hlen die St\u00e4rkung der Tarifvertr\u00e4ge und damit deutliche Einkommenszuw\u00e4chse, aber genauso gesunde Arbeitszeiten\u201c, so Kampmann weiter. Das Gastgewerbe sei dazu in der Lage, eine \u201eQualit\u00e4tsoffensive\u201c zu machen. Am Geld jedenfalls, so die NGG Nord-Mittelhessen, sollte es nicht hapern. Der Jahresumsatz der Branche ist nach Angaben des Dehoga zum siebten Mal in Folge auf zuletzt bundesweit 81 Milliarden Euro gestiegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>13 Stunden t\u00e4glich arbeiten an bis zu sechs Tagen pro Woche? Wenn es nach dem Willen des Deutschen Hotel- und Gastst\u00e4ttenverbandes (Dehoga) geht, k\u00f6nnte das im Landkreis Fulda f\u00fcr 5.900 Besch\u00e4ftigte der Branche bald Alltag werden. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG). 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