{"id":166456,"date":"2017-08-17T07:30:09","date_gmt":"2017-08-17T05:30:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=166456"},"modified":"2017-08-17T07:30:09","modified_gmt":"2017-08-17T05:30:09","slug":"dipl-psychologin-margit-kirsch-von-der-beratungsstelle-des-landkreises-fulda-fuer-eltern-kinder-und-jugendliche-ueber-alkoholismus-in-der-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=166456","title":{"rendered":"Dipl.-Psychologin Margit Kirsch von der Beratungsstelle des Landkreises Fulda f\u00fcr Eltern, Kinder und Jugendliche \u00fcber Alkoholismus in der Familie"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer Sch\u00e4tzung der Deutschen Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen sind rund zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung alkoholgef\u00e4hrdet. Die Zahl der Alkoholkranken wird mit 2,5 Millionen Personen angegeben. Ist ein Mitglied der eigenen Familie alkoholabh\u00e4ngig, leidet die ganze Familie. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu bringen.<\/p>\n<p>Man sch\u00fcttet den Alkohol weg, versteckt alkoholische Getr\u00e4nke, die Familienmitglieder suchen nach den heimlichen Alkoholvorr\u00e4ten, bitten, fordern, schimpfen, drohen, beschuldigen. Denken, F\u00fchlen und Handeln drehen sich fast nur noch um den Alkoholkonsum. Immer neue Versuche werden unternommen, den Betroffenen von der Sucht wegzubringen, immer neue Hoffnungen werden geweckt, und die Familie erlebt immer neue Entt\u00e4uschungen. Das Thema Alkoholismus wird zum Mittelpunkt des gesamten Familienlebens. Die Gef\u00fchle der Familienmitglieder \u00e4hneln denen des Abh\u00e4ngigen. Auch sie f\u00fchlen sich hilflos, schuldig und frustriert. Hinzu kommen im Laufe der Zeit \u00c4rger und Wut, denn alle Bem\u00fchungen, beim Betroffenen Abstinenz zu erreichen, f\u00fchren zu keinem befriedigenden Ergebnis. Versprochene \u00c4nderungen sind meist nur von kurzer Dauer, und alsbald beginnt das Spiel von neuem. Der Alkoholiker trinkt wieder. Es ist ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Auch die in der Familie lebenden Kinder sind betroffen, selbst wenn die Erwachsenen denken, dass sie nichts mitbekommen. Viele Eltern versuchen, die Problematik vor dem Kind geheim zu halten, um es zu sch\u00fctzen. Kinder bekommen aber mehr mit, als man denkt. Sie k\u00f6nnen ihre \u00c4ngste und N\u00f6te nur nicht so ausdr\u00fccken, sondern leiden still. In einer solchen Situation sind Kinder oft auf sich allein gestellt. Der Alkoholkranke ist mit sich und seiner Sucht besch\u00e4ftigt, der Partner tiefgreifend in die Ko-Abh\u00e4ngigkeit verstrickt und gleichzeitig bem\u00fcht, das Familienleben aufrecht zu erhalten, dass kaum Zeit und Kraft f\u00fcr sie bleibt. Viele Kinder versuchen dann, ihre Eltern (besonders den trinkenden Elternteil) in Schutz zu nehmen, und \u00fcbernehmen Aufgaben in Haushalt und Familie, die sie altersm\u00e4\u00dfig \u00fcberfordern. Sie bringen keine Freunde mehr mit, weil sie sich sch\u00e4men, und isolieren sich dadurch zus\u00e4tzlich. Sie werden zu  \u201ekleinen Erwachsenen\u201c, eine eigene Kindheit findet kaum  mehr statt. <\/p>\n<p>Sollte es in Ihrer Familie einen Alkoholkranken geben oder Sie die Gef\u00e4hrdung eines Familienmitgliedes bemerken, suchen Sie sich rechtzeitig Hilfe, bevor die Krankheit das Familienleben dominiert. Bleiben Sie nicht in der Abschottung der Familie, gehen Sie nach au\u00dfen, suchen Sie sich aktiv Hilfe. Fachkundige Hilfe findet man bei den Suchtberatungsstellen der Diakonie, der Caritas, der Beratungsstelle des Landkreises Fulda f\u00fcr Eltern, Kinder und Jugendliche, bei speziell ausgebildeten Suchtberatern und den Selbsthilfegruppen im Landkreis Fulda.<\/p>\n<p>Kontakt<br \/>\nBeratungsstelle f\u00fcr Eltern<br \/>\nKinder und Jugendliche<br \/>\nMarienstra\u00dfe 5, 36039 Fulda<br \/>\nTel. (0661)901578-0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Nach einer Sch\u00e4tzung der Deutschen Hauptstelle f\u00fcr Suchtfragen sind rund zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung alkoholgef\u00e4hrdet. Die Zahl der Alkoholkranken wird mit 2,5 Millionen Personen angegeben. Ist ein Mitglied der eigenen Familie alkoholabh\u00e4ngig, leidet die ganze Familie. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um den Alkoholkonsum unter Kontrolle zu bringen. 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