{"id":165996,"date":"2017-08-03T08:08:48","date_gmt":"2017-08-03T06:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165996"},"modified":"2017-08-03T08:08:48","modified_gmt":"2017-08-03T06:08:48","slug":"geschichtstraechtiges-bauernhauses-in-mues-einer-zeitgemaesser-wohnnutzung-zugefuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165996","title":{"rendered":"Geschichtstr\u00e4chtiges Bauernhauses in M\u00fcs einer zeitgem\u00e4\u00dfer Wohnnutzung zugef\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>Der historische Ortskern von M\u00fcs mit seinem im 16. Jahrhundert errichteten Renaissance-Schl\u00f6sschen und den gut erhaltenen Fachwerkbauten stellt eine Seltenheit im Kreis Fulda dar. Das geschichtstr\u00e4chtige Bauernhaus wurde jetzt von Grund auf saniert, wobei die historische Nutzung die Bauherren vor gro\u00dfe Herausforderungen stellte.<\/p>\n<p>Steffen Hosenfeld und Jessica Keipp sitzen in der neu gestalteten K\u00fcche vor dicken Aktenordnern mit Unterlagen zu dem Geb\u00e4ude: &#8220;Hier war vor Kurzem noch ein Kuhstall. Als wir zur Erstbesichtigung lagen Eichenbalken auf dem Boden. Um die K\u00fcche sinnvoll nutzen zu k\u00f6nnen, musste sie zuerst ausgekoffert werden&#8221;, erkl\u00e4rt Hosenfeld. Das im Jahr 1653 erbaute Fachwerkhaus hatte lange leer gestanden, das unerwartete Geschenk des Onkels wurde deswegen zuerst vom Architekten untersucht, bevor sich das Ehepaar zur Sanierung entschloss. Das Gutachten aus dem Jahr 2014 offenbarte kritische M\u00e4ngel: Die Giebelseite zur Stra\u00dfe war durch holzzerst\u00f6rende Insekten stark gesch\u00e4digt, die Decken waren abgesackt, Feuchtigkeit in den W\u00e4nden machte eine Kompletterneuerung des Putzes n\u00f6tig. &#8220;Der Deggewjets-Hof, der in den Unterlagen von 1855 nachgewiesen werden kann, bestand aus Wohnhaus, Scheune, Pferde- und Schweinest\u00e4llen, einem Siedehaus und einer Gastwirtschaft. Um energetische Aspekte k\u00fcmmerte sich damals nat\u00fcrlich niemand.\u201c Weiter f\u00fchrt Hosenfeld aus: \u201eEs wird vermutet, dass das ganze Ensemble von den S\u00f6hnen der Adelsfamilie von Keitz aus Gro\u00dfenl\u00fcder gebaut wurde. Von stattlichen Zwei- und Dreiseith\u00f6fen bis zum kleinb\u00e4uerlichen Einhaus l\u00e4sst sich auch heute noch die soziale Gliederung der verschiedenen Haustypen gut erkennen.\u201c<\/p>\n<p>Das sanierte Haus stellt eine Synthese von Tradition und Moderne dar: Die Decke des Stalls wurde als preu\u00dfische Kappendecke mit Stahltr\u00e4gern vorgefunden, die W\u00e4nde erhielten eine Innend\u00e4mmung aus Calziumsilikat-Platten auf einer Abdichtungsschlemme. Die Au\u00dfenw\u00e4nde im Wohnzimmer bekamen eine Holzwoll-Leichtbauplatte als innere Schicht. &#8220;Es gab klare Vorgaben des Denkmalschutzes zur Au\u00dfengestaltung: Es mussten dreigeteilte Eichenfenster mit Wetterschenkel verbaut werden, die Haust\u00fcr musste aus Holz sein, bei der Farbgebung mussten wir uns am Wesen des Geb\u00e4udes orientieren. F\u00fcr die Fenster wurde eine Kreisbeihilfe in H\u00f6he von 5000 Euro gew\u00e4hrt. Bei der Innengestaltung hatten wir gl\u00fccklicherweise freie Hand&#8221;, erkl\u00e4rt Hosenfeld, der f\u00fcr seine drei Kinder das Obergeschoss ausgebaut hat. Durch das Sanierungs- und Nutzungskonzept wurde das Kulturdenkmal dauerhaft einer zeitgem\u00e4\u00dfen Wohnnutzung zugef\u00fchrt. Die \u00e4u\u00dfere Gestalt konnte erhalten bleiben, die umgestalteten Fenster\u00f6ffnungen werten das Ensemble auf. Die ehemalige Nutzung des Stalls im Erdgeschoss ist noch an der Putzfassade abzulesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der historische Ortskern von M\u00fcs mit seinem im 16. Jahrhundert errichteten Renaissance-Schl\u00f6sschen und den gut erhaltenen Fachwerkbauten stellt eine Seltenheit im Kreis Fulda dar. Das geschichtstr\u00e4chtige Bauernhaus wurde jetzt von Grund auf saniert, wobei die historische Nutzung die Bauherren vor gro\u00dfe Herausforderungen stellte. 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