{"id":165781,"date":"2017-07-28T07:26:29","date_gmt":"2017-07-28T05:26:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165781"},"modified":"2017-07-28T07:26:29","modified_gmt":"2017-07-28T05:26:29","slug":"ig-bau-kritisiert-schieflage-am-arbeitsmarkt-im-kreis-fulda-anteil-atypischer-jobs-im-landkreis-auf-41-prozent-gestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165781","title":{"rendered":"IG BAU kritisiert Schieflage am Arbeitsmarkt im Kreis Fulda &#8211; Anteil \u201eatypischer\u201c Jobs im Landkreis auf 41 Prozent gestiegen"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr unsichere Jobs: Rund 43.700 Menschen im Kreis Fulda arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder haben einen Minijob als alleiniges Einkommen. Damit ist der Anteil der so genannten atypischen Besch\u00e4ftigung an allen Arbeitsverh\u00e4ltnissen im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von 41 Prozent gestiegen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung, die die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Kreis Fulda seit dem Jahr 2003 untersucht hat. Damals lag die Quote atypischer Jobs noch bei 33 Prozent.<\/p>\n<p>IG BAU-Bezirkschefin Doris Hammes spricht von einem \u201eAlarmsignal an die Politik\u201c: \u201eEs kann nicht sein, dass wir einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, aber andererseits so viele Menschen in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen arbeiten\u201c, sagt Hammes. Hier sei \u201egrunds\u00e4tzlich etwas in Schieflage geraten\u201c. Der unbefristete Vollzeit-Job m\u00fcsse dringend wieder zum Normalfall werden, fordert die IG BAU Mittelhessen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der B\u00f6ckler-Stiftung hat im Landkreis Fulda besonders die Teilzeit-Besch\u00e4ftigung drastisch zugenommen: Arbeiteten 2003 noch etwa 11.500 Erwerbst\u00e4tige in Teilzeit, waren es 2016 mit 23.500 mehr als doppelt so viele. \u201eGerade f\u00fcr Frauen ist es nach einer Familienpause enorm schwer, wieder voll in den Beruf einzusteigen. Gegen die Teilzeit-Falle brauchen wir endlich ein verbrieftes R\u00fcckkehrrecht in Vollzeit\u201c, ist Doris Hammes \u00fcberzeugt. Ein entsprechender Gesetzentwurf der gro\u00dfen Koalition war in diesem Fr\u00fchjahr am Widerstand der Union gescheitert.<\/p>\n<p>Auch bei Minijobs gibt es der Studie zufolge keine Entwarnung: Rund 16.600 Menschen im Kreis Fulda waren 2016 ausschlie\u00dflich geringf\u00fcgig besch\u00e4ftigt (2003: 15.100). In der Geb\u00e4udereinigung machten Minijobs mittlerweile die H\u00e4lfte aller Arbeitspl\u00e4tze aus, berichtet Gewerkschafterin Hammes. Auch hier seien es insbesondere Frauen, die nach einem Jobverlust oder einer Trennung oft schnell in Hartz IV abrutschten.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Bundestagswahl im September fordert die IG BAU Mittelhessen von den Parteien klare Konzepte \u201egegen die Unwucht am Arbeitsmarkt\u201c. Dazu m\u00fcsse die Abschaffung der Befristungen ohne sachlichen Grund genauso geh\u00f6ren wie die Einbeziehung von Minijobs in die Sozialversicherung. \u201eDabei sind auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Statt aufs Billig-Prinzip sollten Chefs auf Kontinuit\u00e4t setzen\u201c, betont Hammes. Wer heute vollwertige Stellen schaffe, brauche sich morgen nicht um fehlende Fachkr\u00e4fte sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Immer mehr unsichere Jobs: Rund 43.700 Menschen im Kreis Fulda arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder haben einen Minijob als alleiniges Einkommen. Damit ist der Anteil der so genannten atypischen Besch\u00e4ftigung an allen Arbeitsverh\u00e4ltnissen im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von 41 Prozent gestiegen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). 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