{"id":165452,"date":"2017-07-13T21:35:05","date_gmt":"2017-07-13T19:35:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165452"},"modified":"2017-07-13T21:35:05","modified_gmt":"2017-07-13T19:35:05","slug":"bernd-eckart-vertritt-buendnis-90die-gruenen-im-kreisausschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165452","title":{"rendered":"Bernd Eckart vertritt B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen im Kreisausschuss"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas hier war mein Schulhof\u201c, sagt Bernd Eckart, auf den Museumshof weisend, bei einem Gespr\u00e4ch \u00fcber seine Arbeit als Mitglied des Kreisausschusses. Der geb\u00fcrtige Fuldaer besuchte als Sch\u00fcler erst die Heinrich-von-Bibra-Schule, bevor er auf die Winfriedschule wechselte. In seiner Freizeit hielt sich der einstige Wasserballer am liebsten im Rosenbad auf, seinem \u201ezweiten Zuhause\u201c. <\/p>\n<p>Seit \u00fcber 30 Jahren engagiert sich der pensionierte Lehrer, der bis 2011 an der Freiherr-vom-Stein-Schule Mathematik und Physik unterrichtete, kommunalpolitisch f\u00fcr die Region. W\u00e4hrend seines Aufenthalts von 1979 bis 1984 im spanischen Baskenland hat er vom Ausland aus die Entstehung der Gr\u00fcnen mitverfolgt und schon damals gedacht: \u201eDas k\u00f6nnte meine politische Heimat werden.\u201c 1986 \u2013 nach der Katastrophe von Tschernobyl \u2013 trat der studierte Physiker der Partei bei und hat seitdem deren Vorstellungen von \u00f6kologischer Politik an vielen Stellen vertreten, so zw\u00f6lf Jahre lang als Vorsitzender der ersten Gr\u00fcnen-Fraktionen im Fuldaer Kreistag. Seit 2006 ist er Abgeordneter in seiner Heimatgemeinde K\u00fcnzell. Landespolitisch hat er sich in der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung eingebracht und 1999 auch einmal f\u00fcr den Landtag kandidiert.<\/p>\n<p>Im aktuellen Kreisausschuss geh\u00f6rt er zu den drei \u201ealten Hasen\u201c, die bereits in wiederholter Amtszeit in dem Gremium mitarbeiten. Sieben neue Mitglieder sind in dieser Legislaturperiode hinzugekommen. Das Arbeitsklima empfindet er nach eigenen Worten auch in der neuen Zusammensetzung als kollegial, sachlich und angenehm. \u201eEs geht anders als im Kreistag nicht um B\u00fchneneffekte und kaum um Parteipolitik.\u201c Auf sein Kreistagsmandat hat er verzichtet, um auf Bitten seiner Partei das Ehrenamt im Ausschuss zu \u00fcbernehmen. Als Vorteil sieht er die N\u00e4he zu den Entscheidungstr\u00e4gern: \u201eInformationen lassen sich auf kurzem Weg einholen.\u201c Allerdings vermisse er mit zunehmender Erfahrung die M\u00f6glichkeit zur Mitgestaltung. So w\u00fcrde er es begr\u00fc\u00dfen, wenn die Gremiumsmitglieder, die zu vielen Themen \u00fcber Sachkompetenz verf\u00fcgten, bereits vor Entscheidungen einbezogen w\u00fcrden statt ausschlie\u00dflich f\u00fcr deren \u201eformelle Absegnung\u201c zust\u00e4ndig zu sein.<\/p>\n<p>Die Ablehnung der Atompolitik hatte ihn dazu bewegt sich einzumischen. Schon lange vor der Energiewende pl\u00e4dierte er f\u00fcr den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit Stolz kann der 67-J\u00e4hrige nun darauf blicken, dass heute zirka 32 Prozent des Stroms in der Bundesrepublik auf diese Weise gewonnen werden. Den Regionalplan, der vorsieht, dass zwei Prozent der Fl\u00e4chen im Landkreis f\u00fcr die Erzeugung von Windenergie genutzt werden k\u00f6nnen, begr\u00fc\u00dft er und wirbt f\u00fcr den Bau von Anlagen, \u201ewo dies sinnvoll ist\u201c.  Ein Bewusstsein f\u00fcr diese Thematik m\u00f6chte er nicht nur bei den Kolleginnen und Kollegen im Kreisausschuss schaffen.<\/p>\n<p>Allerdings habe er den Eindruck, dass es zunehmend schwieriger werde, B\u00fcrger von notwendigen Vorhaben zu \u00fcberzeugen. \u201eIch finde es unangenehm, wie Andersdenkende immer h\u00e4ufiger aggressiv beschimpft werden.\u201c Er selbst ist vielen aus seiner Zeit im Kreistag als Widersacher des damaligen Landrats Fritz Kramer in guter Erinnerung, die beide eloquent und &#8211; trotz gegens\u00e4tzlicher Meinungen  &#8211; fair diskutierten. \u201eFritz Kramer hat mir die Ehre gegeben, als sein Gegenspieler auftreten zu d\u00fcrfen\u201c, formuliert Eckart bescheiden. Die Phase sei \u201esehr pers\u00f6nlichkeitspr\u00e4gend\u201c f\u00fcr ihn gewesen. Verglichen mit damals, sieht er sich heute \u201ein manchen Dingen gelassener als fr\u00fcher\u201c.<\/p>\n<p>Eine B\u00fcrgerbewegung, die ihm sympathisch ist, trat zuletzt regelm\u00e4\u00dfig mit Kundgebungen auf dem benachbarten Universit\u00e4tsplatz auf: Pulse of Europe. \u201eDas Eintreten f\u00fcr die Europ\u00e4ische Bewegung ist wichtig, obwohl ich Probleme damit habe, mich als Europ\u00e4er zu identifizieren. Selbst Hessen ist f\u00fcr mich schon zu sehr ein Kunstgebilde. Am ehesten sehe ich mich als Osthessen\u201c, sagt der 67-J\u00e4hrige. \u201eUnd ich bin Deutscher.\u201c Wenn man wie er viel Zeit im Ausland verbracht habe, merke man, dass man eine Nationalit\u00e4t besitze, durch die man gepr\u00e4gt sei. Seinen Ruhestand nutzt er f\u00fcr ausgedehnte Wander- und Kulturreisen, die ihn mit seiner Frau j\u00fcngst bis Patagonien gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Der Naturwissenschaftler pflegt neben der Kommunalpolitik zahlreiche weitere Interessen: Er besucht Englischkurse der Volkshochschule und Vorlesungen zu Kunstgeschichte an der Frankfurter Goethe-Universit\u00e4t, liest gerne und ist sportlich aktiv, beispielsweise schwimmend im Rosenbad. So gibt es keinerlei Anlass zum Zweifel an der Ank\u00fcndigung des zweifachen Vaters und dreifachen Gro\u00dfvaters,  dass die jetzige Amtszeit seine definitiv letzte sei. Doch bis dahin bleiben noch fast f\u00fcnf Jahre Zeit zum Verwalten und Gestalten.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eDas hier war mein Schulhof\u201c, sagt Bernd Eckart, auf den Museumshof weisend, bei einem Gespr\u00e4ch \u00fcber seine Arbeit als Mitglied des Kreisausschusses. 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