{"id":165427,"date":"2017-07-13T21:27:07","date_gmt":"2017-07-13T19:27:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165427"},"modified":"2017-07-13T21:27:07","modified_gmt":"2017-07-13T19:27:07","slug":"mehr-naturschutz-im-hessischen-staatswald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165427","title":{"rendered":"Mehr Naturschutz im Hessischen Staatswald"},"content":{"rendered":"<p>Umweltministerin Priska Hinz und der Leiter von HessenForst, Michael Gerst, stellen Nachhaltigkeitsbericht 2016 vor<\/p>\n<p>\u201eDer Wald ist Lebensraum, Erholungsraum und Ressource. Wald unterst\u00fctzt die Luftreinhaltung, ist unverzichtbar bei der Wasserregulation und f\u00fcr die Erhaltung von Arten. Das m\u00fcssen wir insbesondere in Zeiten des Klimawandels sch\u00fctzen und bewahren. Damit das auch k\u00fcnftig so bleibt, hat der Landesbetrieb HessenForst auch im vergangenen Jahr vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen umgesetzt, die sowohl der Natur als auch den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zugute kommen\u201c, sagte Umweltministerin Priska Hinz bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts 2016 von HessenForst. 42 Prozent der Landesfl\u00e4che in Hessen sind von Wald bedeckt.<\/p>\n<p>Der Waldnaturschutz war auch 2016 ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Die hessischen Forstleute haben mit speziellen Projekten seltene Arten gef\u00f6rdert und Biotope gepflegt. Als Beispiele nannte Landesbetriebsleiter Michael Gerst den Edelkrebs, den Schwarzstorch und die Kreuzotter: \u201eMit unseren Naturschutzprojekten haben wir es geschafft, einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten Wohlf\u00fchlzonen zu schaffen. Diese Erfolge waren nur m\u00f6glich in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren aus dem ehrenamtlichen Naturschutz sowie den Oberen Naturschutzbeh\u00f6rden.\u201c<\/p>\n<p>Kernfl\u00e4chen in Hessen: 25.540 Hektar sind sich selbst \u00fcberlassen<\/p>\n<p>Neben den speziellen Naturschutzprojekten und der naturschutzorientierten Waldpflege spielten im Jahr 2016 weitere Fl\u00e4chenstilllegungen eine bedeutende Rolle. \u201eSeit Anfang 2016 \u00fcberlassen wir insgesamt 25.540 Hektar \u2013 das sind acht Prozent des hessischen Staatswaldes \u2013 in sogenannten Kernfl\u00e4chen sich selbst. Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Wald, sondern auch zum Klimaschutz\u201c, betonte Hinz. Die Ausweisung der zweiten Tranche mit insgesamt 5.940 Hektar Kernfl\u00e4che geschah unter intensiver Beteiligung der Naturschutzvereinigungen und -beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Durch gezielte Verj\u00fcngung hat HessenForst den Wald f\u00fcr k\u00fcnftige Generationen weiter gest\u00e4rkt. Die Forstleute pflanzten 2016 rund 1,5 Millionen junge B\u00e4ume und f\u00f6rderten die nat\u00fcrliche Waldverj\u00fcngung durch naturnahe Waldpflege. Die Natur nutzte diese Fl\u00e4chen perfekt aus: Der Herbst 2016 war gepr\u00e4gt durch eine au\u00dfergew\u00f6hnlich starke Samenbildung der B\u00e4ume. Die Bucheckern und anderen Samen fielen an den entsprechenden Waldstellen auf fruchtbaren Boden, so dass hier die neue Waldgeneration gut heranwachsen kann.<\/p>\n<p>\u201eDie Pflanzungen sind mit umfangreichen Investitionen verbunden\u201c, betonte Gerst. \u201eSie sind aber wichtig, denn wir m\u00fcssen den Wald fit machen f\u00fcr den Klimawandel. Auch unsere Urenkel sollen den Wald genie\u00dfen und nutzen k\u00f6nnen wie wir.\u201c Die weitere F\u00f6rderung des Mischwaldes spielte bei der Waldverj\u00fcngung eine wesentliche Rolle, denn Mischw\u00e4lder sind auch gegen\u00fcber Klimaver\u00e4nderungen stabiler als Reinbest\u00e4nde.<\/p>\n<p>Bemerkenswert sind die Investitionen von HessenForst vor dem Hintergrund, dass Hessen bundesweit bereits \u201eMischwaldmeister\u201c ist: Im Staatswald sind 80 Prozent aller Best\u00e4nde aus verschiedenen Baumarten zusammengesetzt. \u201eWir m\u00fcssen unseren Wald weiter an klimabedingte Ver\u00e4nderungen anpassen. Durch gezielte Beimischung und F\u00f6rderung von Baumarten, die mit den Klimaver\u00e4nderungen besser zurechtkommen, streuen wir das Risiko und gestalten so einen zukunftssicheren Wald\u201c, erl\u00e4uterte Gerst das Vorgehen.<\/p>\n<p>H\u00e4lfte des Staatswaldes ist FSC\u00c2\u00ae-zertifiziert<\/p>\n<p>Im Jahr 2016 wurden weitere zw\u00f6lf Forst\u00e4mter in die FSC-Gruppe aufgenommen. \u201eMittlerweile ist mit 21 Forst\u00e4mtern die H\u00e4lfte aller hessischen Forst\u00e4mter FSC-zertifiziert. Das setzt ein Zeichen f\u00fcr Transparenz sowie eine \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Bewirtschaftung\u201c, erl\u00e4uterte Hinz. \u201eDie Vergabe des Siegels war problemlos m\u00f6glich. Das spricht f\u00fcr die hohen innerbetrieblichen Qualit\u00e4tsstandards von HessenForst\u201c.<\/p>\n<p>Im Staatswald erntete HessenForst im vergangenen Jahr rund 1,9 Mio. Kubikmeter Holz. Das entspricht nur etwa 86 Prozent des Zuwachses. Der Holzvorrat in unseren W\u00e4ldern hat demnach \u2013 wiederholt \u2013 deutlich zugenommen. Insbesondere durch die Bindung von Kohlenstoff im Holz hat die Erntemenge von knapp zwei Millionen Kubikmetern der Atmosph\u00e4re etwa 1,5 Millionen Tonnen CO2-Belastung erspart.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren war eine regul\u00e4re Bewirtschaftung beim Laubholz in 2016 nur erschwert m\u00f6glich. Grund daf\u00fcr waren insbesondere die eingeschr\u00e4nkten Absatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Laubindustrieholz. Eine gezielte, kurzfristige Anpassung der Holzerntemenge in j\u00fcngeren Best\u00e4nden war erforderlich \u2013 es wurde weniger Laubholz geerntet.<\/p>\n<p>Aus- und Weiterbildung sichert Waldpflege<\/p>\n<p>Bei HessenForst steht ein Generationenwechsel an. Ein Gro\u00dfteil der Belegschaft wird in den n\u00e4chsten Jahren in den Ruhestand wechseln, junge Forstleute werden gebraucht. Das ist dem Landesbetrieb seit seiner Gr\u00fcndung in 2001 bewusst \u2013 Programme zur gezielten Nachwuchsgewinnung laufen seit bald einem Jahrzehnt. Im vergangenen Jahr hat HessenForst deshalb auch 58 Neueinstellungen vorgenommen. Zus\u00e4tzlich hat der Landesbetrieb 63 junge Leute zur Ausbildung, f\u00fcr die Anw\u00e4rterzeit bzw. das Referendariat eingestellt \u2013 55 Prozent der Absolventinnen und Absolventen hat HessenForst \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>\u201eBildung ist uns sehr wichtig. Nur mit gezielten Aus-, Fort- und Weiterbildungen k\u00f6nnen wir eine qualitativ hochwertige Waldpflege sicherstellen\u201c, sagte Gerst. Weiteren Raum f\u00fcr noch mehr forstliche Bildung bietet seit 2016 das neue Tagungsgeb\u00e4ude am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) Weilburg: Im Herbst weihte Ministerpr\u00e4sident Volker Bouffier \u201eHaus L\u00e4rche\u201c ein. Der moderne zweigeschossige Neubau, der sich durch flexible Funktionalit\u00e4t, klimafreundliche Eigenschaften und die Verwendung von m\u00f6glichst viel Holz auszeichnet, bietet optimale Voraussetzungen f\u00fcr den Lehr- und Fortbildungsbetrieb.<\/p>\n<p>Um die Bedeutung der Bildung begreifbar zu machen, fand im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichtes ein Waldbautraining statt. Mit dem Waldbautraining hat HessenForst eine passende Methode gefunden, um seine Revierf\u00f6rsterinnen und -f\u00f6rster auf dem neuesten Stand zu halten. Umweltministerin Hinz konnte dies im Wald live miterleben.<\/p>\n<p>\u201eMir ist aber auch besonders wichtig, dass die Forstleute ihr Wissen \u00fcber Wald und Natur auch an andere weitergeben. Denn eigene Erlebnisse und Erfahrungen im Wald sensibilisieren f\u00fcr die Bedeutung des Waldes. Damit leisten die Forstleute einen wichtigen Beitrag im Sinne nachhaltiger Bildung\u201c, betonte die Umweltministerin. Im Jahr 2016 profitierten mehr als 150.000 Schulkinder und Waldbesucher von den waldp\u00e4dagogischen Angeboten von HessenForst. Die beiden Wildparke besuchten rund 285.000 Besucher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Umweltministerin Priska Hinz und der Leiter von HessenForst, Michael Gerst, stellen Nachhaltigkeitsbericht 2016 vor \u201eDer Wald ist Lebensraum, Erholungsraum und Ressource. Wald unterst\u00fctzt die Luftreinhaltung, ist unverzichtbar bei der Wasserregulation und f\u00fcr die Erhaltung von Arten. Das m\u00fcssen wir insbesondere in Zeiten des Klimawandels sch\u00fctzen und bewahren. 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