{"id":165384,"date":"2017-07-11T08:09:52","date_gmt":"2017-07-11T06:09:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165384"},"modified":"2017-07-11T08:11:16","modified_gmt":"2017-07-11T06:11:16","slug":"michael-imhof-verlag-gmbh-co-kg-stettiner-strasse-25-d-36100-petersberg-fon-06612919166-0-fax-06612919166-9-e-mail-infoimhof-verlag-de-internet-www-imhof-verlag-debuchpraesentation-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165384","title":{"rendered":"Buchpr\u00e4sentation \u201eSowjetzonenfl\u00fcchtlinge in den fr\u00fchen Nachkriegsjahren in der Region Fulda\u201c von  G\u00fcnter Sagan im Landratsamt Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Im Sitzungszimmer des Landratsamtes stellte G\u00fcnter Sagan zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Imhof vom Michael Imhof Verlag sein Buch \u201eSowjetzonenfl\u00fcchtlinge in den fr\u00fchen Nachkriegsjahren in der Region Fulda\u201c vor.<\/p>\n<p>Erster Kreisbeigeordneter Schmitt begr\u00fc\u00dfte die Anwesenden und erz\u00e4hlte von einem aktuellen Besuch von S\u00fcdkoreanern in Fulda, die sich ganz intensiv mit der in Deutschland bis 1989 bestandenen Zonengrenze besch\u00e4ftigen und welch ein Gl\u00fcck wir in Deutschland mit der Wiedervereinigung hatten. G\u00fcnter Sagan, Jahrgang 1940, gilt als der Historiker f\u00fcr die Zeit zwischen 1939 bis 1949 in unserer Region. Zahlreiche Publikationen \u00fcber das Kriegsende 1945 und die fr\u00fche Nachkriegszeit in der Region Fulda zeugen davon.<\/p>\n<p>Der nun vorliegende Band zu den Sowjetzonenfl\u00fcchtlingen war ein ganz pers\u00f6nliches Anliegen von Herrn Sagan, da er mit seiner Mutter f\u00fcnfmal die Grenze \u00fcberquerte und beim vorletzten Mal gefangen genommen wurde, wodurch er sowohl im Westen, als auch im Osten ins Gef\u00e4ngnis musste. Die letzte Flucht in den Westen erfolgte schlie\u00dflich \u00fcber die Britische Besatzungszone nach Niedersachsen, da die Briten aufnahmewilliger waren als die Amerikaner, zumal Winston Churchill bereits Anfang 1946 von der Teilung Europas und dem Eisernen Vorhang redete.<\/p>\n<p>Am Beispiel von Einzelschicksalen zeigt Herr Sagan die Entwicklung der SBZ-Fl\u00fcchtlinge auf. Etwa 3,5 Millionen Menschen kehrten nach Ende des Zweiten Weltkrieges der SBZ\/DDR den R\u00fccken. Vorliegendes Buch konzentriert sich auf die Zeit von 1945 bis 1950. Am 22.8.1945 verbot Fulda zusammen mit 12 weiteren hessischen St\u00e4dten den Zuzug von Fl\u00fcchtlingen. Reisefreiz\u00fcgigkeit gab es nicht, die Menschen sollten in Ihren Gebieten bleiben, da die \u00c4mter genug Schwierigkeiten hatten die eigene Bev\u00f6lkerung zu versorgen. In diesen unmittelbaren Nachkriegsjahren erwartete die Ostzonenfl\u00fcchtlinge keine \u201eWillkommenskultur\u201c. Im Gegenteil, sie galten als Illegale, die einzusperren und zur\u00fcckzuschicken waren.\u00c2\u00a0 Ab 1.10.1948 gab es ein Asylrecht und ein Notaufnahmelager in Gie\u00dfen, \u00fcber das die Verteilung von Fl\u00fcchtlingen stattfand. Wobei die Frage aufkam, warum ein Inl\u00e4nder, ein Deutscher aus der Sowjetzone, \u00fcberhaupt im eigenen Land Asyl beantragen musste. Dies f\u00fchrte schlie\u00dflich ab August 1950 dazu, dass keine Abschiebungen mehr erfolgten. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung bekam die Westwanderung ab den beginnenden 1950er-Jahren in der \u00d6ffentlichkeit eine \u00fcberwiegend positive Bewertung. Im Buch wird der Weg der SBZ-Zuwanderer von der Ablehnung bis zur Aufnahme \u00fcber die Stationen Abschreckung, Asylgew\u00e4hrung und Notaufnahme bis hin zur sozialpolitischen Gleichstellung eines kleineren Teils der Ostzonen-Fl\u00fcchtlinge mit den Vertriebenen nachgezeichnet. Dies geschieht auf abwechslungsreiche und anschauliche Weise durch eine Vielzahl unterschiedlichster Abbildungen, Zeitzeugenberichte und Aktenausz\u00fcge, die einen Blick auf pers\u00f6nliche Schicksale erm\u00f6glichen. Aktuell ist das Buch, weil es zum Nachdenken \u00fcber Fragen der Gegenwart anregt.<\/p>\n<p><b>G\u00fcnter Sagan: Sowjetzonenfl\u00fcchtlinge in den fr\u00fchen Nachkriegsjahren in der Region Fulda, 16,5 x 24 cm, 72 Seiten, 72 S\/W-Abbildungen, Broschur \/ ISBN 978-3-7319-0552-3 \/ 12,80 Euro, Michael Imhof Verlag<\/b><\/p>\n<p>Bild von links nach rechts: Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, Autor G\u00fcnter Sagan, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Imhof vom Michael Imhof Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Im Sitzungszimmer des Landratsamtes stellte G\u00fcnter Sagan zusammen mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Imhof vom Michael Imhof Verlag sein Buch \u201eSowjetzonenfl\u00fcchtlinge in den fr\u00fchen Nachkriegsjahren in der Region Fulda\u201c vor. 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