{"id":165358,"date":"2017-07-11T08:02:04","date_gmt":"2017-07-11T06:02:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165358"},"modified":"2017-07-11T08:02:04","modified_gmt":"2017-07-11T06:02:04","slug":"grosse-erwartungen-erfuellt-zweite-ausstellung-des-alsfelder-kunstvereins-im-gueterbahnhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165358","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Erwartungen erf\u00fcllt: Zweite Ausstellung des Alsfelder Kunstvereins im G\u00fcterbahnhof"},"content":{"rendered":"<p>Mit der vielbeachteten Kunstausstellung im Alsfelder G\u00fcterbahnhof hatte der Alsfelder Kunstverein im vergangenen Jahr Zeichen gesetzt und gro\u00dfe Erwartungen geweckt. Die zweite Auflage dieser Form der Kunstausstellung bewies: Es war keine Eintagsfliege. 78 Werke von 24 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern zeigt der r\u00fchrige Verein in den n\u00e4chsten drei Wochen \u2013 allesamt perfekt eingef\u00fcgt in die Architektur des ehemaligen G\u00fcterbahnhofs.<\/p>\n<p>\u201eBegegnungen\u201c lautet das Thema der Sommerausstellung, ein Motiv, das, wie die Vereinsvorsitzende Petra Bastian in ihrer Begr\u00fc\u00dfung betonte, einfach und komplex zugleich sei. Ein Thema, das bei allen Besuchern Bilder, Gedanken und Erinnerungen hervorrufe, so wie sich auch Philosophen, K\u00fcnstler und Autoren immer wieder damit besch\u00e4ftigt haben. \u201eAlles wirkliche Leben ist Begegnung. Wir k\u00f6nnen dem nicht ausweichen, nicht immer planen, vertiefen oder beiseite schieben und vergessen, auch wenn wir uns das manches Mal w\u00fcnschen\u201c, zitierte die Rednerin Martin Buber.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerisch haben sich die Beteiligten an der Ausstellung diesem Thema in vielerlei Hinsicht gewidmet. Als Momentaufnahmen, die starke Emotionen hervorrufen, gepr\u00e4gt sind von Ambiguit\u00e4t und eine expressive Wiedergabe erfordern. Zu dieser Art von Begegnungen geh\u00f6rt offenbar auch die Begegnung mit sich selbst: Der Blick in den Spiegel wird thematisiert, der Blick des Narziss in das Wasser, der Blick nach innen, eine Seelenschau, ausgedr\u00fcckt sowohl in feinsten Bleistiftstrichen als auch in \u00fcberbordenden Farbexperimenten.<\/p>\n<p>Die Begegnung mit fremden Kulturen spiegeln einige der Bilder wieder, auch die mit fremden Landschaften. Hier wurden die tiefen, unmittelbaren Gef\u00fchle von Natur und ihren Gewalten umgesetzt, so plastisch mitunter, dass man sich als Zuschauer vom Meer ganz eingenommen f\u00fchlt, oder klein und wie verzaubert als Aquarell aus der Sicht eines Handydisplays \u2013 nicht ohne diese kritisch zu hinterfragen. Dazwischen erwecken gro\u00dffl\u00e4chige FotoArt-Motive von Reisen die Aufmerksamkeit der Betrachter.<\/p>\n<p>Auch biblische oder mythologische Begegnungen finden ihren Niederschlag in dieser vielseitigen Ausstellung, ebenso heftig und eindr\u00fccklich wird das kollektive Ged\u00e4chtnis thematisiert. Leiden und Krieg wird als eine Form der menschlichen Begegnung dargestellt \u2013 nicht nur in der Vergangenheit, sondern aktuell bis in die heutige Zeit. Und nicht nur als Krieg unter V\u00f6lkern und Regierungen, sondern auch als pers\u00f6nlicher Kampf, gespeist aus Hass.<\/p>\n<p>Zwischen all diesen Themen variieren viele andere Formen der Begegnung, nicht zuletzt der formalen, wie sie die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler durch ihre Techniken ausdr\u00fccken: Auf der Leinwand vereinen sich Formen, Farben, Linien und Materialien, in der Ausstellung selbst treffen sich die Werke mit anderen Werken, verschiedensten Materialien und Techniken. Sie begegnen sich gewisserma\u00dfen selbst \u2013 sehr sch\u00f6n auf die Spitze getrieben ist diese Idee anhand von Tonskulpturen, die hier und da die Themen der Bilder aufgreifen. Die Werke gehen eine Verbindung ein mit der unglaublich ansprechenden Atmosph\u00e4re des alten Industriegeb\u00e4udes, und begegnen am Ende ihrem Betrachter. Am Tag der Vernissage begegneten sie noch einer wie f\u00fcr sie und ihren Raum geschaffenen Musik: Die Formation \u201eSofteis unplugged\u201c unterstrich mit ihrer Musik den Retrocharme des Geb\u00e4udes, unterhielt die G\u00e4ste aufs Beste und \u00fcberlie\u00df doch stets der Kunst den Mittelpunkt.<\/p>\n<p>\u00dcber zwei neue Mitglieder, die erstmals an dieser Ausstellung teilnehmen und mit ganz neuen, frischen Ideen den Kunstverein bereichern, freute sich Petra Bastian in ihrer Ansprache ebenso wie \u00fcber die Gastk\u00fcnstler Michael Lippert und Werner Eismann. Ersterer hat Holzkunst mit nach Alsfeld gebracht, der Zweite ist nicht nur Gitarrist der Band \u201eSofteis\u201c, sondern auch Fotok\u00fcnstler, der seine Bilder mit einer besonderen Technik surreal verfremdet.<\/p>\n<p>In ihrer Ansprache dankte Petra Bastian zum einen allen Aktiven im Verein, die zum Gelingen dieser neuen, gro\u00dfen Ausstellung beigetragen haben. Ebenso dankte sie zahlreichen Partnern, namentlich dem Inhaber des G\u00fcterbahnhofs Frank Galfe und dem Alsfelder B\u00fcrgermeister Stephan Paule, der seinerseits das Engagement des Vereins lobte und die Vielfalt der Ausstellung w\u00fcrdigte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ausstellung, die jetzt bis zum 30. Juli von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr im G\u00fcterbahnhof zu sehen ist, gibt es ein abwechslungsreiches Programm vor Ort:<\/p>\n<p>Am kommenden Donnerstag, dem 13. Juli, findet um 18 Uhr der Stammtisch des Vereins im G\u00fcterbahnhof inmitten der Kunst statt. Hierzu sind nicht nur Vereinsmitglieder eingeladen, sondern alle, die Interesse am k\u00fcnstlerischen Arbeiten haben.<\/p>\n<p>Am 16. Juli tritt um 17 Uhr Ulrike Schimpf mit ihrer Formation Tolle Tr\u00f6ten im G\u00fcterbahnhof auf. Am 22. Juli bieten die K\u00fcnstlerinnen Britta Jakobi, Tanja Gremmel und Inge Zuschlag ab 14 Uhr einen Malworkshop in und um die Location an, und am 23. Juli liest der Historiker und Autor Matthias Nicolai um 15 Uhr aus historischen Alsfelder Begegnungen. Als musikalische Begleitung f\u00fcr diese Veranstaltung konnte Marina Melikian, Tr\u00e4gerin des Bundespreises der Sologitarre, gewonnen werden.<\/p>\n<p>Es stellen aus: Ingrid Albach, J\u00f6rg Christian, Dorothea Geist, Tanja Gremmel, Theresia H\u00fcbscher, Britta Jakobi, Frieda Junghans, Elisabeth Kolb, Karin K\u00f6nig, Peter Kn\u00f6rr, Ilona Kurz, Dieter Malorny, Mona Mezhoud, Matthias Nicolai, Meta Perschel, Teddy Puder, Christa Reith, Monika Riex, Horst Streblow, Claus Tanau, Andrea Zimmermann, Inge Zuschlag. Gastk\u00fcnstler: Werner Eismann, Michael Lippert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Mit der vielbeachteten Kunstausstellung im Alsfelder G\u00fcterbahnhof hatte der Alsfelder Kunstverein im vergangenen Jahr Zeichen gesetzt und gro\u00dfe Erwartungen geweckt. 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