{"id":165261,"date":"2017-07-09T09:47:35","date_gmt":"2017-07-09T07:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165261"},"modified":"2017-07-09T09:47:35","modified_gmt":"2017-07-09T07:47:35","slug":"fulda-mosocho-projekt-jetzt-auch-in-nachbarregionen-%e2%80%a8ein-fuldaer-erfolgsrezept-in-kooperation-mit-afrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165261","title":{"rendered":"FULDA-MOSOCHO-PROJEKT jetzt auch in Nachbarregionen &#8211; \u00e2\u20ac\u00a8Ein Fuldaer Erfolgsrezept in Kooperation mit Afrika \u00c2\u00a0 \u00c2\u00a0 \u00c2\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>In Hessen stehen Schulb\u00e4nke gerade einsam und vergessen in sommerferienruhigen Schulgeb\u00e4uden. In den kenianischen Regionen Marani und Kisii-South stehen die Menschen Schlange, um einen Platz an einem der Tische in den Seminaren des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES zu bekommen. Entschlossenheit, Neugier, Leidensdruck \u2013 aus vielen Gr\u00fcnden haben sich die Menschen in den Nachbarregionen von Mosocho auf den Weg gemacht, um auch ihre T\u00f6chter, Enkelinnen oder Nichten vor Weiblicher Genitalverst\u00fcmmelung (Female Genital Mutilation\/ FGM) zu sch\u00fctzen. Sie haben schon viel vom Projekt geh\u00f6rt, welche unglaublichen Ver\u00e4nderungen die Menschen in Mosocho geschafft haben und dass es da eine \u201eGuest of Honour\u201c geben soll.<\/p>\n<p>Um so viele M\u00e4nner und Frauen wie m\u00f6glich in den l\u00e4ndlichen Gegenden im Hochland Kenias zu erreichen, finden bald erneut Dorfversammlungen (Baraza) statt, auf denen das tief kulturell verankerte Ritual FGM \u00f6ffentlich diskutiert wird. Bisher konnten in Marani und Kisii-South auf diese Weise mehr als 3.000 M\u00e4nner und Frauen erreicht werden, die neues Wissen \u00fcber das Wunder des weiblichen K\u00f6rpers mit nach Hause in ihre Familien nehmen konnten. Die Betrachtungsweise ist von grundlegender Wichtigkeit: Erst mit dem Selbstverst\u00e4ndnis von Gleichwertigkeit von Mann und Frau kann der weibliche K\u00f6rper in seiner Unversehrtheit gesch\u00e4tzt und gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>\u201eViele Leute an vielen Orten k\u00f6nnen das Gesicht der Welt ver\u00e4ndern\u201c<\/p>\n<p>\u201eViele Leute an vielen Orten k\u00f6nnen das Gesicht der Welt ver\u00e4ndern\u201c, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Im FULDA-MOSOCHO-PROJEKT treten die Menschen in Mosocho, Marani und Kisii-South jeden Tag erneut den Beweis dazu an. Ihr Antrieb und Ansporn ist die Rettung von M\u00e4dchen vor Weiblicher Genitalverst\u00fcmmelung. \u201eMein Verstand sagte mir: Du kannst dein Feld nicht alleine lassen, das ist dein t\u00e4glich Brot. Mein Herz sagte mir: Du musst etwas tun, andere m\u00fcssen davon erfahren, unsere T\u00f6chter sollen nicht mehr so unter Beschneidung leiden!\u201c, schildert Phyllis Abunda ihre Beweggr\u00fcnde, sich als Ansprechpartnerin \u00f6ffentlich den Gemeindemitgliedern vorzustellen. Das erfordert in einer Region, in der noch \u00fcber 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung FGM bef\u00fcrworten, Mut und die Sicherheit, in schwierigen Gespr\u00e4chen \u00fcber Genitalverst\u00fcmmelung passende Worte zu finden. Auch Joseph Onyancha und Priscah Monyenye sind wichtige Pfeiler der ehrenamtlich Aktiven vor Ort. Als angesehene Pers\u00f6nlichkeiten erreichen sie die Menschen, die in die Anlaufstelle in Kisii-South kommen. Dort finden Ratsuchende kompetente Ansprechpartner\/-innen, die sie nicht verurteilen, sondern Antworten auf ihre Fragen haben und mit viel neuem Wissen zu ihren Familien heimkehren lassen. In Gespr\u00e4chen mit ihren Lieben finden sie zwar viele Herausforderungen, doch auch den gr\u00f6\u00dften Lohn: Die gute Entscheidung, die Tochter nicht beschneiden zu lassen und ihr ein Leben in Unversehrtheit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Erste Erfolge \u2013 Nachfrage w\u00e4chst<\/p>\n<p>In 36 Gemeinden konnten in den vergangenen zwei Jahren in den beiden Projektregionen Marani und Kisii-South 55 Baraza veranstaltet werden. Diese Versammlungen sind Treffpunkt, Informationsveranstaltung und Diskussions- und Lernforum f\u00fcr B\u00fcrgermeister, die \u201e\u00c4ltesten\u201c und B\u00fcrger\/-innen einer Gemeinde \u2013 das Herzst\u00fcck des sozialen Lebens. Es folgten pro Region drei 1,5-j\u00e4hrige Ehrenamts-Schulungsreihen (Wert-Zentrierte Volunteers-Trainings) f\u00fcr 200 Freiwillige, durchgef\u00fchrt vom FULDA-MOSOCHO-TEAM unter Leitung der Anti-FGM-Fachkraft Kerstin Hesse des Tr\u00e4gervereins Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen e.V.(LebKom). So konnten bereits 600 akut bedrohte M\u00e4dchen vor der Genitalverst\u00fcmmelung gesch\u00fctzt werden. F\u00fcr die kommenden Seminare \u00fcbersteigen die Nachfragen bereits jetzt das Angebot.<\/p>\n<p>Noch sind 9 von 10 M\u00e4dchen in Marani und Kisii-South von FGM bedroht. Je mehr Menschen Zugang zu den Wert-Zentrierten Baraza und Volunteers-Trainings erhalten, die f\u00fcr 2 Jahre von der ALTERNAID Stiftung f\u00fcr Menschen in Not finanziell unterst\u00fctzt werden, desto mehr M\u00e4dchen k\u00f6nnen vor der Tortur bewahrt werden. Dass es funktioniert, haben die Menschen in Mosocho vorgemacht: Die \u201eGuest of Honour\u201c, die Klitoris, ist dauerhafter Ehrengast in dieser wandlungsf\u00e4higen Gesellschaft. Weit \u00fcber 30.000 M\u00e4dchen sind dort mittlerweile nachhaltig vor Genitalverst\u00fcmmelung gesch\u00fctzt. <\/p>\n<p>Die Entwicklungszusammenarbeit <\/p>\n<p>Die UNICEF zeichnete das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT als eines der weltweit besten zur \u00dcberwindung von Weiblicher Genitalverst\u00fcmmelung aus. In Marani, Kisii-South und Mosocho stehen Menschen Schlange, um Teil des Fuldaer Projektes zu sein. Das Angebot des Vereins LebKom mit Sitz im osthessischen Fulda basiert auf innovativen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Wert-Zentrierte Ansatz, entwickelt  von der Fuldaer Professorin Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe vom CENTER FOR PROFS, ist wegweisend f\u00fcr den gesellschaftlichen Wandel und der Erfolgsgarant der nachhaltigen Strategie f\u00fcr ein \u00e4u\u00dferst dr\u00e4ngendes Problem, denn 200 Millionen M\u00e4dchen und Frauen sind weltweit betroffen. Zur Finanzierung der f\u00fcr die Fortf\u00fchrung des Entwicklungsprozesses so wichtigen Dorfversammlungen ist der Verein  auch auf Spenden angewiesen, damit so viele anfragende Menschen wie m\u00f6glich aus den 36 Gemeinden der erweiterten Projektregion in den Entwicklungsprozess eingebunden werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Afrika \u2013 das Miteinander im Fokus<\/p>\n<p>\u201eReformchampions\u201c sucht Entwicklungsminister Gerd M\u00fcller (CSU). Zur Er\u00f6ffnung der G20-Afrika-Konferenz der Bundesregierung Mitte Juni hatte der Minister von Anreizen gesprochen, die er setzen wolle. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte mehr Dynamik von Afrika. Eine wunderbare, beispielhafte Umsetzung f\u00fcr Reformchampions und Dynamik gibt es bereits. Dazu Hinkelmann-Toewe: \u201eDie Champions des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES sind zu Tausenden zu finden in den kenianischen Regionen Mosocho, Marani, Kisii-South mit insgesamt 350.000 Einwohnern: M\u00e4nner wie Frauen, Alte und Junge, Analphabeten und Akademiker\/-innen. Der beste \u00e2\u20ac\u0161Anreiz\u00e2\u20ac\u02dc, Champion zu werden, ist eine qualifizierte Ausbildung zur fl\u00e4chendeckenden Implementierung von Menschenrechten f\u00fcr Frauen in Familie und Community\u201c. Im osthessischen Fulda gibt es seit Jahren Antworten auf Fragen, die anl\u00e4sslich der G20-Pr\u00e4sidentschaft und dem von Deutschland gesetzten Motto \u201eCompact with Africa\u201c neu beantwortet werden sollen. Unterst\u00fctzen Sie die Arbeit von LebKom e.V. durch Ihre Kooperation, tragen Sie zum weiteren Bekanntwerden\/ Gelingen der Projekte des FULDA-MOSOCHO-TEAMS bei!<\/p>\n<p>Infokasten<br \/>\nSpendenkonto<br \/>\nLebendige Kommunikation e.V.\u00e2\u20ac\u00a8IBAN: DE45 5305 0180 0043 5102 03   BIC: HELADEF1FDS<br \/>\nStichwort: Genitalverst\u00fcmmelung \u00fcberwinden<br \/>\nTelefon:\u00c2\u00a00661\u201364125, E-Mail:\u00c2\u00a0info@fulda-mosocho-project.com<br \/>\nwww.fulda-mosocho-project.com<\/p>\n<p>Hintergrundinformationen <\/p>\n<p>Was ist FGM?<\/p>\n<p>Die Verst\u00fcmmelung weiblicher Geschlechtsorgane (englisch: Female Genital Mutilation\/ FGM) ist kulturell tief verankert. Entgegen weit verbreiteter Auffassungen ist es nicht religi\u00f6s begr\u00fcndet. In den Ethnien ist tabu, \u00fcber die Praktik FGM und ihre Folgen zu sprechen. Ihre Konsequenzen sind weitreichend: Der Eingriff selbst wird gewaltsam, i.d.R. ohne Bet\u00e4ubung, an jungen M\u00e4dchen vorgenommen. Beschneiderinnen benutzen (K\u00fcchen-)Messer, platt geschlagene N\u00e4gel, Glasscherben oder Rasierklingen, um dem Opfer das weibliche Geschlechtsorgan, die Klitoris, herauszuschneiden. J\u00e4hrlich erleiden 3 Millionen M\u00e4dchen diese qualvolle Tortur \u2013 jede 11 Sekunden eins. FGM ist in 28 L\u00e4ndern Afrikas und in einigen asiatischen L\u00e4ndern verbreitet.<\/p>\n<p>Viele M\u00e4dchen (5 \u2013 10 %) verbluten, viele infizieren sich mit t\u00f6dlichen Krankheiten oder sterben aufgrund unglaublicher Schmerzen.<br \/>\nDie lebenslangen physischen und psychischen\u00c2\u00a0Folgen der Praktik sind unertr\u00e4glich: Das Ritual zu erleiden, f\u00fchrt zu radikalem Vertrauensverlust und schweren Traumata. Diese k\u00f6nnen aufgrund der Tabuisierung des Themas nicht einmal ansatzweise aufgearbeitet werden. Die Beschnittene verliert durch das Herausschneiden der Klitoris ihr sexuelles Empfindungsverm\u00f6gen. Sie erleidet besonders bei der\u00c2\u00a0Geburt eines Kindes sowie beim Geschlechtsverkehr aufgrund des vernarbten oder zugen\u00e4hten Gewebes\u00c2\u00a0h\u00f6llische Schmerzen, nicht wenige sterben bei der\u00c2\u00a0Geburt.\u00c2\u00a0Selbst\u00c2\u00a0das Urinieren wird zur Qual.<\/p>\n<p>Gesellschaftliche Verankerung eines Tabus<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr FGM ist gesellschaftlich verankert. Sie liegt in den gesellschaftlichen, patriarchalen\u00c2\u00a0Strukturen, in denen Frauen als minderwertig\u00c2\u00a0angesehen werden\u00c2\u00a0und\u00c2\u00a0M\u00e4nner ihnen das Recht auf eine eigene, selbst bestimmte Sexualit\u00e4t absprechen.<br \/>\nDie Rollenverteilung in FGM-praktizierenden Ethnien ist sehr rigide: Frauen m\u00fcssen Kinder bekommen und ihrem Mann gehorchen. In der patriarchalen Gesellschaftsstruktur ist es f\u00fcr einzelne Frauen aus ihrer Position heraus fast unm\u00f6glich, etwas an ihrer Lage zu ver\u00e4ndern. <\/p>\n<p>Gesellschaftlicher Druck, Familienhierarchien und Zukunfts\u00e4ngste \u2013 unbeschnittene Frauen werden als unverheiratbar angesehen und sind somit der absoluten sozialen Ausgrenzung ausgeliefert \u2013 sollen den Fortbestand des Rituals sichern. Es herrscht ein gro\u00dfes Tabu, \u00fcberhaupt dar\u00fcber zu sprechen.<\/p>\n<p>Erst nach der Verst\u00fcmmelung werden Frauen als ehrbar, anst\u00e4ndig und gehorsam angesehen. Eine unversehrte Frau zerst\u00f6re die Ehre und das Ansehen der ganzen Familie durch ungez\u00fcgelten Sexualtrieb, so der Mythos.<\/p>\n<p>Das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT<\/p>\n<p>Das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT startete seine Arbeit in 2002 in der Mosocho-Region Kenias. Im Mittelpunkt stehen Schulungen \/ Seminare\/ Aus- und Fortbildung aller Zielgruppen vor Ort nach dem Wert-Zentrierten Ansatz, auf deren Nachfrage hin. Bislang konnten mehr als 30.000 M\u00e4dchen in einer Region von rund 130 000 Einwohnern\/-innen vor der Praktik bewahrt werden. Erkl\u00e4rtes Ziel ist, der Verst\u00fcmmelung von M\u00e4dchen und Frauen weltweit ein Ende zu setzen. Vor 15 Jahren waren 98 Prozent der M\u00e4dchen in der Projektregion Mosocho\/Kenia bedroht. Heute sind 80 Prozent von ihnen nachhaltig gesch\u00fctzt. Das Projekt wird wissenschaftlich getragen vom CENTER for PROFS und auf der Umsetzungsebene vom gemeinn\u00fctzigen Verein Lebendige Kommunikation, in Zusammenarbeit mit den Aktiven in Mosocho\/Kenia. Aufgrund der starken Nachfrage wurde die Arbeit des FULDA-MOSOCHO-Teams auf weitere Regionen \u2013 Marani und Kisii-South \u2013 in Kenia ausgeweitet.<\/p>\n<p>Die Ausbildung in Kenia <\/p>\n<p>Den Anfang bildete von 2002 bis 2005 eine berufsbegleitende Intensivausbildung f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer sowie f\u00fcr Schulleitungen aus allen Schulen der Projektregion. Durchgef\u00fchrt wurde die Intensivausbildung von hierf\u00fcr speziell geschulten Mitarbeiterinnen \u2013 Anti-FGM-Fachkr\u00e4fte &#8211;  des Vereins Lebendige Kommunikation aus Fulda, vor Ort unterst\u00fctzt von einem deutsch-kenianischen Team. Die Ausbildung umfasste insgesamt 210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen 50 Prozent M\u00e4nner waren. M\u00e4nner als Entscheidungstr\u00e4ger in den Ethnien sind Hauptzielgruppe dieser Arbeit. Seither folgen aufgrund gro\u00dfer Nachfrage aus der Bev\u00f6lkerung weitere Wert-Zentrierte Schulungen und Seminare, auch in Wert-Zentrierten Elternschulen. <\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Schulungseinheiten stehen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Bereichen Sexuelle und Reproduktive Gesundheit, Wissen zur Anatomie und Funktionsweise des weiblichen Sexualorgans, der Klitoris, zudem Fakten zu FGM, Sensibilisierende Inhalte zu Themen wie Gleichberechtigung, Situation von M\u00e4dchen und Frauen, Familienleben. Und Elemente der P\u00e4dagogik, wie Reflexionsf\u00e4higkeit, Kommunikationsskills, Teamarbeit. Die Umsetzung des Gelernten in die Praxis wird begleitet und durch regelm\u00e4\u00dfige Weiterbildungen fortgef\u00fchrt.<br \/>\nJede Zielgruppe ben\u00f6tigt individuelle Ansprache, einen individuellen Umgang mit den Themenbereichen. Die Anti-FGM-Fachkr\u00e4fte von Lebendiger Kommunikation e.V. sind daf\u00fcr qualifiziert, sich auf die jeweiligen Bed\u00fcrfnisse einzustellen. <\/p>\n<p>CENTER for PROFS<\/p>\n<p>Das CENTER for PROFS ist ein unabh\u00e4ngiges Forschungs- und Praxisinstitut, hervorgegangen aus der Hochschule Fulda, geleitet von Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe. Es betreibt Grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung. Auf Basis dieser Forschungserkenntnisse entwickelt es innovative Strategien, Ans\u00e4tze und Modelle, die zur Verwirklichung der Gleichberechtigung \/ Gleichstellung \/ Gleichbehandlung von Mann und Frau und zur Verwirklichung der Menschenrechte f\u00fcr Frauen global und lokal anwendbar sind. Dabei geht es insbesondere um die L\u00f6sung solcher Probleme, die den Bereichen \u201eGewalt gegen Frauen\u201c und \u201eSexualit\u00e4t und Fortpflanzung\u201c zuzurechnen sind, wie traditionelle Praktiken, Weibliche Genitalverst\u00fcmmelung\/FGM, HIV\/Aids, \u00dcberbev\u00f6lkerung, etc.<br \/>\nZudem bildet das CENTER for PROFS M\u00e4nner und Frauen auf Nachfrage darin aus, auf der Basis des Wert-Zentrierten Ansatzes individuell entwickelte Vorhaben und Modelle in ihrer Berufspraxis umsetzen zu k\u00f6nnen. Ein Ergebnis seiner Grundlagenforschung ist der Wert-Zentrierte-Ansatz, der aktuell im Kampf gegen Weibliche Genitalverst\u00fcmmelung in Kenia zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p>Die internationale Studie des Innocenti Research Centre von UNICEF aus 2010 zeichnet nicht nur das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT als eines der besten weltweit im Kampf gegen FGM aus, sondern vor allem den Wert-Zentrierten Ansatz als Schl\u00fcssel f\u00fcr diesen Erfolg.<\/p>\n<p>Der organisatorische Hafen Lebendige Kommunikation e.V.<br \/>\nUm die Arbeit in Kenia zu erm\u00f6glichen, werden auf Einladung der jeweiligen Ethnie speziell geschulte Anti-FGM-Fachkr\u00e4fte aus dem osthessischen Fulda nach Kenia entsandt, die vor Ort in Seminaren, Schulungen und Workshops Professionelle, wie Lehrer\/-innen, Schulleitungen, B\u00fcrgermeister, Clan\u00e4lteste f\u00fcr den von ihnen angestrebten gesellschaftlichen Wandel ausbilden und solche, die sich ehrenamtlich f\u00fcr das Ende von FGM in ihrem Kontext engagieren wollen. <\/p>\n<p>Bei allen Schritten und Ma\u00dfnahmen des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES ist gew\u00e4hrleistet, dass sie durch hohe Beteiligung und Einsatz der Menschen vor Ort realisierbar sind. Alles, was angegangen und geleistet wird, f\u00fchrt nicht zu bilateralen Abh\u00e4ngigkeiten, sondern ist Ausbildung Hilfe zu direkter nachhaltiger, fl\u00e4chendeckender Umsetzung (Hilfe zur Selbsthilfe). Die gesamte Kooperation mit den Menschen vor Ort, Hand in Hand und auf gleicher Augenh\u00f6he, ist dem Ziel verpflichtet, vorhandene Potentiale zu wecken, zu aktivieren und zum Wohle des\/der Einzelnen und der gesamten Community zum Einsatz zu bringen, mit dem Ergebnis, dass sich die Lebensbedingungen ganzer Gemeinden vor Ort qualitativ  &#8211; und somit auch in \u00f6konomischer Hinsicht &#8211; verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In Hessen stehen Schulb\u00e4nke gerade einsam und vergessen in sommerferienruhigen Schulgeb\u00e4uden. In den kenianischen Regionen Marani und Kisii-South stehen die Menschen Schlange, um einen Platz an einem der Tische in den Seminaren des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES zu bekommen. 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