{"id":165199,"date":"2017-07-03T07:43:04","date_gmt":"2017-07-03T05:43:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165199"},"modified":"2017-07-03T07:43:04","modified_gmt":"2017-07-03T05:43:04","slug":"im-gruenen-paradies-sind-pilger-und-wanderer-herzlich-willkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165199","title":{"rendered":"Im  \u201eGr\u00fcnen Paradies\u201c sind Pilger und Wanderer herzlich willkommen"},"content":{"rendered":"<p>Armin Silvester Dietrich ist ein Mann mit viel Humor. \u201eDie Pilger, die bei uns ankommen, haben eine Durststrecke hinter sich\u201c, sagt der 60j\u00e4hrige. Armin Silvester Dietrich ist Gastronom in Hochwaldhausen im Vogelsberg. Sein Lokal ist \u201eDer Sauwirt\u201c. Was auf den ersten Blick als Scherz aus den Worten eines Gastwirts klingt, h\u00e4lt einen Rat f\u00fcr alle bereit, die  auf den Etappen der Bonifatius-Route durch den Vogelsberg laufen: Sich stets vorausschauend mit Getr\u00e4nken zu versorgen. Nicht zuletzt, weil auf der Strecke vor dem Luftkurort  mitten im Vulkangebirge der h\u00f6chste Punkt auf dem Pilgerweg  von Mainz nach Fulda zu \u00fcberwinden ist.  Von diesem kann es auf einem Abzweig noch hinauf zum 773 Meter hohen Taufstein gehen und zum Bonifatius-Brunnen, \u201eeiner in Stein gefassten, heute versiegten Quelle\u201c, an der der Legende nach Bonifatius getauft haben soll. Aber das ist eben ein Abzweig.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck nach Hochwaldhausen &#8211; dem staatlich anerkannten hessischen Luftkurort. Der gemeinsam mit Ilbeshausen zur Gemeinde Grebenhain geh\u00f6rt. Zun\u00e4chst in den umgebenden Wald des kleinen Ortes. Denn dort lassen sich bizarre Gebilde aus Stein entdecken, wie die \u201eUhu-Klippen\u201c, Felsformationen aus Basalt. Sie belegen, dass der heute so ruhige Vogelsberg vor Millionen von Jahren ein Vulkanfeld war und die Vulkane nach au\u00dfen spuckten, was in  ihnen so heftig brodelte. Ein kleines Felsenmeer k\u00fcndet auch heute noch unweit der Pension \u201eGr\u00fcnes Paradies\u201c von den gewaltigen vulkanischen Kr\u00e4ften. Zwischen den Felsbrocken des Biotops \u201eAm Fiebig\u201c weiden im Sommer im Schatten gro\u00dfer Birken und Tannenb\u00e4ume Schafe und Ziegen.<\/p>\n<p>Direkt vor \u201eWald, Flur und Wiese\u201c, wie die Namen der drei Blockbohlenh\u00e4user lauten, die unmittelbar an das Gel\u00e4nde \u201eAm Fiebig\u201c angrenzen. Mit dem \u201eSauwirt\u201c bieten die Ferienh\u00e4user, die Pension und der Aufenthalt in Caravans im \u201eGr\u00fcnen Paradies\u201c G\u00e4sten in Hochwaldhausen unterschiedliche M\u00f6glichkeiten, eine Nacht, Tage oder auch den Urlaub an der Bonifatius-Route zu verbringen. \u201eWir sind, uff, da muss ich \u00fcberlegen,  mindestens schon zehn Jahre Mitgliedsbetrieb im Verein der  Bonifatius-Route\u201c, sagt Diana Dietrich. Die 38-j\u00e4hrige ist mit Mutter Christiane f\u00fcr die \u00dcbernachtungen im, \u201eGr\u00fcnen Paradies\u201c zust\u00e4ndig. Was die beiden in dieser Zeit festgestellt haben: \u201eEs sind vor allem viele Frauen, die den Weg gehen. Und das alleine.\u201c<br \/>\nFrauen in der Mitte der Lebensh\u00e4lfte. Doch nicht nur sie, sondern auch M\u00e4nner oder Familien, die auf der Boni-Route im \u201eGr\u00fcnen Paradies\u201c gen\u00e4chtigt haben, seien weniger aus kirchlich-religi\u00f6sen Gr\u00fcnden unterwegs gewesen, wie Vater Dietrich sagt. Vielmehr h\u00f6rten  sie als Gastgeber an der Boni-Route in Gespr\u00e4chen mit Wanderern und Pilgern, dass sie nach einem Weg suchten, aus ihrem allt\u00e4glichen Trott zu kommen.\u201c  <\/p>\n<p>Hochwaldhausen ist ein junger Luftkurort mitten im gr\u00f6\u00dften Vulkanfeld in Mitteleuropa. Mit der neuen Karte des Rhein-Main-Verkehrsverbundes zur Bonifatius-Route nicht zu verfehlen. Auf der Bonifatius-Route von Mainz aus gesehen bei Kilometer 142 in Richtung der Begr\u00e4bnisst\u00e4tte des Heiligen im Dom zu Fulda. Wo in unmittelbarer Umgebung die Teufelsm\u00fchle ist, ein Fachwerkbau der sch\u00f6nsten Art aus dem Oberhessischen in Hochwaldhausen, ausgezeichnet mit dem Hess. Denkmalschutzpreis 2014. Wo es in Ilbeshausen die evangelische Pfarrkirche aus dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert zu entdecken gilt. Wo der Weg an der Disselbr\u00fccke vorbeif\u00fchrt, vermutlich eine schon im Mittelalter genutzte Handelsverbindung. Wo auf dem \u201eTotenhof\u201c, einem aufgelassenen Friedhof oberhalb von Ilbeshausen \u2013 heute Naturdenkmal -, einzelne Grabsteine an Menschen erinnern, die vor vergangener Zeit am s\u00fcd\u00f6stlichen Rande des Vogelsbergs lebten. Die jenen Dialekt noch gesprochen haben, an den zwei  gerahmte Poster in der Gaststube vom \u201eSauwirt\u201c erinnern. <\/p>\n<p>Es sind \u201eSchembw\u00f6rter\u201c, die dort zu lesen sind. Schimpfw\u00f6rter wie das vom Jammerlabbe, also einem Menschen, der sich st\u00e4ndig beklagt. Wer wissen m\u00f6chte, was es mit dem Mausfallskremer auf sich hat: Auf seiner Tour von Mainz nach Fulda bekommt man eine  Antwort am Besten im Gespr\u00e4ch mit Menschen im Vogelsberg. Schlie\u00dflich ist \u201eLeben wie Radfahren. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man sich bewegen\u201c, wie es auf einer Gru\u00dfkarte aus Hochwaldhausen hei\u00dft. Das gilt auch f\u00fcr die Wanderer, die vom \u201eGr\u00fcnen Paradies\u201c noch \u00fcber den \u201eAlten  N\u00f6sbertser Weg\u201c nach Herbstein-Steinfurt  pilgern und weiter \u00fcber die Grenze zum Landkreis Fulda bis hin zur Grabst\u00e4tte des Heiligen Bonifatius.<br \/>\nAuch wenn sie in Hochwaldhausen im Schwarzbachtal nicht das Kneipptretbecken in den Parkanlagen genutzt haben, auf ihrem Weg nicht noch einen Abstecher auf den Naturerlebnispfad, zur Minigolf-Anlage oder das Freibad machen konnten. Die Familie Dietrich ist \u00fcberzeugt: \u201eEin Weg entsteht, wenn man ihn geht\u201c- und f\u00fchrt den ein oder anderen wieder zu Menschen, die ihn freundlich aufgenommen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Armin Silvester Dietrich ist ein Mann mit viel Humor. \u201eDie Pilger, die bei uns ankommen, haben eine Durststrecke hinter sich\u201c, sagt der 60j\u00e4hrige. 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