{"id":165024,"date":"2017-06-29T20:54:54","date_gmt":"2017-06-29T18:54:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=165024"},"modified":"2017-06-29T20:54:54","modified_gmt":"2017-06-29T18:54:54","slug":"erfolgsbilanz-wohnen-lernen-arbeiten-41-frauen-und-maenner-binnen-sechs-monaten-fuer-den-ersten-arbeitsmarkt-qualifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=165024","title":{"rendered":"Erfolgsbilanz \u201eWohnen \u2013 Lernen \u2013 Arbeiten\u201c: 41 Frauen und M\u00e4nner binnen sechs Monaten f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt qualifiziert"},"content":{"rendered":"<p>Insgesamt 41 Asylbewerberinnen und Asylbewerber wurden in den vergangenen sechs Monaten im Rahmen des Fuldaer Pilotprojektes \u201eWohnen \u2013 Lernen \u2013 Arbeiten\u201c begleitet, das aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Hessen gef\u00f6rdert und vom Landkreis Fulda sowie der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Hersfeld \u2013 Fulda kofinanziert wird. Am gestrigen Dienstag fand eine gemeinsame Abschlussfeier statt, bei der alle Beteiligten eine positive Bilanz ziehen konnten. Anl\u00e4sslich der Feierstunde \u00fcberreichte Ulrich Nesemann, Kommunales Kreisjobcenter, der seitens des Landkreises Fulda das Verbundprojekt unterst\u00fctzt, allen Teilnehmern ihre Zertifikate. \u201eWir sind sehr stolz, heute den erfolgreichen Abschluss der ersten Runde feiern zu k\u00f6nnen und insgesamt bereits 13 Teilnehmer direkt in ein Arbeitsverh\u00e4ltnis bei Fuldaer Unternehmen vermittelt zu haben\u201c, betonte Nesemann und Horst Kramer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Hersfeld \u2013 Fulda, erg\u00e4nzte: \u201eDas macht deutlich, dass dieses Konzept ankommt und den Asylbewerberinnen und Asylbewerbern hilft, sich f\u00fcr das Leben und Arbeiten in Deutschland optimal vorzubereiten.\u201c<\/p>\n<p>Genau das stellt auch den Grundgedanken des Verbundprojekts dar, das von antonius \u2013 Netzwerk Mensch, der gemeinn\u00fctzigen Perspektiva GmbH und des R\u00dcBSAM Weiterbildungszentrums (WBZ) entwickelt und realisiert wurde: \u201eFrauen und M\u00e4nner, die sich zum Beispiel in einem Asylantragsverfahren befinden und Wohneinheiten des Landkreises Fulda beziehen, sollen hier intensive pers\u00f6nliche Betreuung und nachhaltige individuelle Entwicklungsm\u00f6glichkeiten hinsichtlich ihrer Erwerbsf\u00e4higkeit geboten bekommen\u201c, erl\u00e4utert Susanne Hartmann, Leiterin des R\u00dcBSAM WBZ. \u201eGleichwohl steht diese Ma\u00dfnahme auch allen anderen benachteiligten Personen zur F\u00f6rderung der Besch\u00e4ftigungsf\u00e4higkeit zur Verf\u00fcgung.\u201c<\/p>\n<p>Nachhaltig angelegter Integrationsprozess<\/p>\n<p>F\u00fcnf Frauen und 36 M\u00e4nner, die aufgrund ihrer Herkunft aus unsicheren Drittstaaten eine gute Bleibeperspektive, einen Aufenthaltstitel oder einen Duldungsstatus vorweisen k\u00f6nnen, haben in den vergangenen Wochen und Monaten an Sprachkursen, Weiterbildungen und vielf\u00e4ltigen Freizeitangeboten teilgenommen. \u201eWir konnten die deutsche Sprache von Grund auf lernen und haben wichtige Kenntnisse in verschiedenen Berufsfeldern vermittelt bekommen\u201c, erz\u00e4hlt Ali Sifati, der vor neun Monaten aus Syrien nach Deutschland kam. Bei diesem nachhaltig angelegten Integrationsprozess spielt nat\u00fcrlich auch das Leben abseits von Sprachkursen und Qualifikationen eine Rolle: Lebensqualit\u00e4t, Zugeh\u00f6rigkeit, ein gutes soziales Umfeld und damit verbunden auch die M\u00f6glichkeit, Besch\u00e4ftigung zu finden, um sich selbst finanzieren zu k\u00f6nnen sind die Ziele, die auch Perspektiva-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Bien in den Fokus r\u00fcckt: \u201eWir freuen uns, dass wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das Arbeiten auf dem Theresienhof und die vermittelten Praktika gut vorbereiten konnten.\u201c Dieser Integrationsprozess ist f\u00fcr 13 Personen durch eine Anstellung direkt gelungen. \u201eAlle weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Anschlussma\u00dfnahmen gem\u00e4\u00df ihrer St\u00e4rken und Schw\u00e4chen weitergebildet\u201c, erkl\u00e4rt Karina G\u00f6llmann, Startbahn von antonius \u2013\u00c2\u00a0Netzwerk Mensch, und f\u00fcgt an: \u201eHierdurch bieten wir ihnen eine solide Basis f\u00fcr einen Eintritt in den Arbeitsmarkt.\u201c<\/p>\n<p>Feste Wohneinheiten und kurze Wege<\/p>\n<p>Neben den Fl\u00fcchtlingen haben auch die Verantwortlichen viel im ersten Projektdurchlauf gelernt: Mehr Teilnehmer als erwartet konnten zu Beginn kaum ein Wort Deutsch sprechen und waren mit den neuen Lebensbedingungen vor Ort \u00fcberfordert. \u201eEs ist nicht einfach, in einem fremden Land Fu\u00df zu fassen\u201c, erinnert sich Teilnehmerin Awa Armed an die ersten Wochen in Deutschland. \u201eDoch durch die umfassende Betreuung hier im Projekt haben wir neben der Sprache auch die Kultur und Mentalit\u00e4t der Deutschen kennen- und sch\u00e4tzen gelernt.\u201c Auf die gesteigerten Anforderungen hatten die Projektverantwortlichen bereits mit Umstrukturierungen der Kurse und Aktivit\u00e4ten reagiert: \u201eIm Laufe der ersten Phase haben wir uns immer wieder neuen Herausforderungen gestellt\u201c, erinnert sich Susanne Hartmann. \u201eDie unterschiedlichen und teilweise nicht vorhandenen Sprachkenntnisse haben zum Beispiel dazu gef\u00fchrt, dass aus urspr\u00fcnglich zwei dann drei Sprachkurse wurden, um den Bed\u00fcrfnissen jedes einzelnen gerecht werden zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Ziel: 240 Projektteilnehmer in vier Gruppenphasen<\/p>\n<p>Besonders die Kombination aus Unterbringung in festen Wohneinheiten und kurzen Wegen zu Sprachkursen und Weiterbildungen hat sich als erfolgreiches Modell best\u00e4tigt. \u201eWir waren schnell vor Ort in den Kursen, und auch die Betreuer waren f\u00fcr uns immer direkt erreichbar. So konnten wir uns gut auf das Erlernen der Sprache und das Einleben in der f\u00fcr uns neuen Kultur konzentrieren\u201c, beschreibt Teilnehmer Ali Sifati die Vorteile, von denen er wei\u00df, dass nicht jeder Asylbewerber von ihnen profitieren kann. Denn das Projekt \u201eWohnen \u2013 Lernen \u2013 Arbeiten\u201c ist in seiner Ganzheit einmalig und stellt damit ein \u201eLeuchtturmprojekt mit Modellcharakter dar\u201c, so Ulrich Nesemann. Insgesamt ist vorgesehen, 240 Asylbewerberinnen und Asylbewerber in vier Gruppenphasen zu begleiten. \u201eWir freuen uns sehr, dass der erste Durchgang so erfolgreich verlaufen ist und wir es gemeinsam geschafft haben, die Teilnehmer erfolgreich f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und zu qualifizieren\u201c, blickt Karina G\u00f6llmann auf das Projekt zur\u00fcck. Ulrich Nesemann erg\u00e4nzt mit einem Blick in die Zukunft: \u201eDie zweite Gruppe mit 62 Teilnehmern ist schon im Mai 2017 gestartet, und die n\u00e4chste Runde beginnt Ende Oktober.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Insgesamt 41 Asylbewerberinnen und Asylbewerber wurden in den vergangenen sechs Monaten im Rahmen des Fuldaer Pilotprojektes \u201eWohnen \u2013 Lernen \u2013 Arbeiten\u201c begleitet, das aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Hessen gef\u00f6rdert und vom Landkreis Fulda sowie der Agentur f\u00fcr Arbeit Bad Hersfeld \u2013 Fulda kofinanziert wird. 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