{"id":164320,"date":"2017-06-13T08:01:28","date_gmt":"2017-06-13T06:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=164320"},"modified":"2017-06-13T08:01:28","modified_gmt":"2017-06-13T06:01:28","slug":"gemeinsamer-gottesdienst-zum-reformationsjubilaeum-der-evangelischen-kirche-von-kurhessen-waldeck-und-des-bistums-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=164320","title":{"rendered":"Gemeinsamer Gottesdienst zum Reformationsjubil\u00e4um der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und des Bistums Fulda"},"content":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal feierten gestern die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und das Bistum Fulda im St. Petri-Dom zu Fritzlar einen festlichen \u00f6kumenischen Gottesdienst, um gemeinsam der Reformation vor 500 Jahren zu gedenken. M\u00f6glich wurde die gemeinsame Feier, an der \u00fcber 500 Gottesdienstbesucher teilnahmen, durch das Aufeinanderzugehen der beiden Konfessionen in den vergangenen Jahren und der daraus gewachsenen Erkenntnis, dass evangelische und katholische Christinnen und Christen \u201eheute mehr eint als trennt\u201c. Der Gottesdienst war die zentrale gemeinsame Veranstaltung des Bistums Fulda und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zum Reformationsgedenken.<\/p>\n<p>Bischof Hein: \u201eWir bilden nur zusammen den Leib Christi!\u201c<br \/>\nIn seiner Predigt zu 1. Kor. 12, 12-31 betonte Bischof Dr. Hein, seit der fr\u00fchen Christenheit sei immer wieder die Frage zu bedenken, wie sich die in Christus geschenkte Einheit zur Verschiedenheit der Kirchen verhalte. F\u00fcr den Apostel Paulus gelte, dass legitime Vielfalt und unbedingte Einheit in Christus unaufgebbar miteinander verbunden seien. 2000 Jahre nach dem Brief des Apostels an die Korinther und 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag bedeute dies in einer Zeit des zunehmenden S\u00e4kularismus, \u201edass unsere Kirchen und Gemeinden sich in aller Unterschiedlichkeit und Vielfalt als Glieder am einen Leib Christi erkennen.\u201c Hein hob hervor: \u201eWir bilden nur zusammen den Leib Christi! Nur gemeinsam wird dieser Leib in unserer Welt sichtbar und erfahrbar \u2013 und das gerade darin, dass wir nicht alle gleich sein m\u00fcssen.\u201c Bleibende Aufgabe im \u00f6kumenischen Zeitalter sei es, Einheit und Unterschiedlichkeit stets in Beziehung zu bringen. Leitend sei dabei der Gedanke, wie die Einheit gewahrt oder erreicht werden k\u00f6nne. Hein \u00e4u\u00dferte sich zuversichtlich, dass sich im Verst\u00e4ndnis der Feier der Eucharistie und des Abendmahls \u201eschon in den n\u00e4chsten Jahren Wege finden lassen, die zumindest eine Teilnahme an der jeweiligen Feier des Mahles Jesu Christi er\u00f6ffnen.\u201c Der gemeinsam gefeierte Festgottesdienst sei ein wunderbarer Ausdruck der Einheit in Christus und zugleich ein starker Auftrag, auf dem Weg der \u00f6kumenischen Gemeinschaft weiterzugehen.<\/p>\n<p>Bischof Algermissen: Spaltung der Christenheit ist ein \u00c4rgernis f\u00fcr die Welt<br \/>\nDer Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, erinnerte an die theologischen Grundlagen der \u00f6kumenischen Bewegung. Das Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils \u00fcber den \u00d6kumenismus von 1964 habe den Mut gehabt, die bestehende Spaltung der Christenheit als \u201e\u00c4rgernis f\u00fcr die Welt\u201c zu bezeichnen und damit die Situation der getrennten Christen beim Namen zu nennen. \u201eDass n\u00e4mlich Christen, die an Jesus Christus als den Erl\u00f6ser der Welt glauben und in seinen eigenen Leib hinein getauft sind, weiterhin in voneinander getrennten Kirchen leben, ist das gro\u00dfe \u00c4rgernis, das die Christenheit der heutigen Welt bietet und das es verdient, als Skandal bezeichnet zu werden\u201c, so der Bischof. An die Christen sei die selbstkritische Frage gestellt, \u201eob wir den schmerzhaften Skandal der Trennung des einen Leibes Christi wirklich noch versp\u00fcren oder ob wir uns mit ihm bereits abgefunden haben\u201c. <\/p>\n<p>Im Kontext mit dem Reformationsgedenken bed\u00fcrfe es des gegenseitigen Eingest\u00e4ndnisses von Schuld und der Erkenntnis, dass es auf beiden Seiten Verantwortung f\u00fcr die Spaltung gebe. \u201eEs kann tats\u00e4chlich ohne Bekehrung keinen wahren \u00d6kumenismus geben. Sie ist das Lebenselixier einer wahrhaften \u00d6kumene.\u201c Es gehe um die jeweils eigene Bekehrung, die die Bereitschaft voraussetze, eigene Schw\u00e4chen und Defizite selbstkritisch wahrzunehmen. Solche Bekehrung setze vor allem das st\u00e4ndige Ma\u00dfnehmen am Evangelium Jesu Christi und den Willen zur Wiederherstellung der Einheit voraus.<\/p>\n<p>An dem Festgottesdienst waren weiterhin beteiligt: Oberlandeskirchenr\u00e4tin Dr. Ruth G\u00fctter, Pfarrer Wolfgang Kallies (beide Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck), Diakon Dr. Stefan Wick (Bistum Fulda), Pfarrer Holger Degen (SELK\/ACK Fritzlar und Umgebung), Dekanin Sabine T\u00fcmmler (evangelischer Kirchenkreis Fritzlar-Homberg), Dechant J\u00f6rg-Stefan Sch\u00fctz (katholisches Dekanat Fritzlar). Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet durch den Evangelischen Posaunenchor Homberg (Efze) und Gunther Hehenkamp an der Orgel.<\/p>\n<p>Bild: (V.l.): Pfarrer Wolfgang Kallies (Referent Catholica, EKKW); Msgr. Prof. Dr. Cornelius Roth (Bistum Fulda); Lavinia Engewald; Dekanin Sabine Tu\u00cc\u02c6mmler (Kirchenkreis Fritzlar-Homberg); Luisa Houska; Bischof Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda); Bischof Prof. Dr. Martin Hein (EKKW); Helena Strehl; Stadtpfarrer Jo\u00cc\u02c6rg-Stefan Schu\u00cc\u02c6tz (Dechant des Dekanates Fritzlar, Bistum Fulda); Diakon Dr. Stefan Wick (O\u00cc\u02c6kumenereferent Bistum Fulda); Pfarrer Holger Degen (Selbst. Ev.-Luth. Kirchengemeinde Berge-Unshausen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zum ersten Mal feierten gestern die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und das Bistum Fulda im St. Petri-Dom zu Fritzlar einen festlichen \u00f6kumenischen Gottesdienst, um gemeinsam der Reformation vor 500 Jahren zu gedenken. 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