{"id":164268,"date":"2017-06-12T07:56:06","date_gmt":"2017-06-12T05:56:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=164268"},"modified":"2017-06-12T07:56:06","modified_gmt":"2017-06-12T05:56:06","slug":"herdbuchzucht-bei-schafen-chancen-und-schwierigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=164268","title":{"rendered":"\u201eHerdbuchzucht bei Schafen \u2013Chancen und Schwierigkeiten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das Biosph\u00e4renreservat hatte Arnd Ritter, Zuchtberater f\u00fcr Schafzucht vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, eingeladen, um \u00fcber Chancen und Schwierigkeiten der Herdbuchzucht zu berichten. Hintergrund ist unter anderem, dass es f\u00fcr Rh\u00f6nschafe, die als reinrassige Tiere im Herdbuch gef\u00fchrt werden, eine Pr\u00e4mie beantragt werden kann.<\/p>\n<p>Ritter erl\u00e4uterte, dass Grundlage aller Zucht die gezielte Auswahl von sogenannten Paarungspartnern ist, um g\u00fcnstige Eigenschaften in die Nachkommenschaft zu \u00fcbertragen. Als Rasse wird eine Paarungsgemeinschaft innerhalb einer Art bezeichnet, die einheitliche erbliche Eigenschaften aufweist. So geht man aktuell von bis zu 600 Schafrassen weltweit aus. Im hessischen Herdbuch werden derzeit rund 40 Schafrassen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Aufnahme ins Herdbuch behaltet Dokumentations- und Nachweispflichten sowie Leistungspr\u00fcfungen. Zu dokumentieren sind zum Beispiel Geburt, Elterntiere und Aufzuchtleistung. Die Tiere m\u00fcssen mit Ohrmarken versehen sein und eine Bewertung und Beschreibung der Tiere ist erforderlich. Diese umfasst z. B. die Bewertung der Wolle, die Bemuskelung, die \u00e4u\u00dfere Erscheinung, Schlachtleistung und Milchleistung. Ritter verdeutlicht, dass das Herdbuch inzwischen digital gef\u00fchrt wird und die Z\u00fcchter viele Eingaben selbst vornehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als reinrassig gelten Tiere, die die \u00e4u\u00dferen Merkmale sowie die Eigenschaften der Rasse erf\u00fcllen und deren Vorfahren bis zu den Gro\u00dfeltern vollst\u00e4ndig oder mit L\u00fccken erfasst sind.<br \/>\nF\u00fcr das Ausstellen von Zuchturkunden ist der Hessische Schafzuchtverband zust\u00e4ndig. Ma\u00dfgebliche Reglementierungen finden sich in der EU-Tierzuchtverordnung und der Hessischen Zuchtbuchverordnung. Ritter verdeutlicht, dass f\u00fcr die Ausstellung der Zuchtpapiere Kosten anfallen, die f\u00fcr B\u00f6cke derzeit 36 Euro und f\u00fcr Muttertiere 18 Euro betragen. Mit entsprechenden Zuchturkunden kann dann der Eigent\u00fcmer auch an Auktionen teilnehmen und im Markt h\u00e4ufig h\u00f6here Erl\u00f6se f\u00fcr Zuchttiere erzielen. Die n\u00f6tige Mitgliedschaft im Hessischen Schafzuchtverband kostet den Z\u00fcchter weitere 60 Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Dabei muss sich der Z\u00fcchter allerdings nicht verpflichten, seine komplette Herde in das Herdbuch aufnehmen zu lassen. Nur Tiere, die f\u00fcr die Zucht weiterhin eingesetzt werden sollen, sollten im Herdbuch erfasst werden.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der aktuellen hessischen F\u00f6rderprogramms zur Erhaltung bedrohter Nutztierrasssen erl\u00e4utert Ritter, dass das Land Hessen die sogenannte Reinzucht bei Rh\u00f6nschafen derzeit mit 30 Euro pro Jahr und Schaf f\u00f6rdert. Ebenfalls in der F\u00f6rderung ist die Schafrasse der Coburger F\u00fcchse und die Wei\u00dfe Deutsche Edelziege. Die Z\u00fcchter m\u00fcssen mindestens 10 f\u00f6rderf\u00e4hige Tiere vorhalten. Die Laufzeit betr\u00e4gt zun\u00e4chst f\u00fcnf Jahre. Antr\u00e4ge sind beim Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen zu stellen. Ritter berichtet, dass das Programm gut angenommen wird und die Zahl der im Herdbuch eingetragenen Rh\u00f6nschafe nach langj\u00e4hrigem R\u00fcckgang aktuell eine positive Entwicklung nimmt.<\/p>\n<p>Befragt zu den geforderten \u00e4u\u00dferen Erscheinungsmerkmalen bei Rh\u00f6nschafen verweist der Zuchtberater auf die Rassebeschreibung \u201eRh\u00f6nschaf\u201c der Deutschen Landschafzuchtverb\u00e4nde. Demnach hat ein Rh\u00f6nschaf wei\u00dfe Beine, ein wei\u00dfes Fell und einen schwarzen Kopf. H\u00f6rner und wei\u00dfe Ohren oder wei\u00dfe Flecken auf den Ohren sind tabu. Braune Flecken auf dem Fell werden nicht geduldet. Eine braune Halskrause wird bis zu etwa 1,5 Handbreite toleriert. Der schwarze Kopf ist bis hinter die Ohren unbewollt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Biosph\u00e4renreservat hatte Arnd Ritter, Zuchtberater f\u00fcr Schafzucht vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, eingeladen, um \u00fcber Chancen und Schwierigkeiten der Herdbuchzucht zu berichten. Hintergrund ist unter anderem, dass es f\u00fcr Rh\u00f6nschafe, die als reinrassige Tiere im Herdbuch gef\u00fchrt werden, eine Pr\u00e4mie beantragt werden kann. 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