{"id":164177,"date":"2017-06-08T08:09:12","date_gmt":"2017-06-08T06:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=164177"},"modified":"2017-06-08T08:09:12","modified_gmt":"2017-06-08T06:09:12","slug":"traditioneller-priestertag-im-hotel-maritim-mit-170-geistlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=164177","title":{"rendered":"Traditioneller Priestertag im Hotel Maritim mit 170 Geistlichen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWir m\u00fcssen unbedingt lernen, zwischen Notwendigem und W\u00fcnschenswertem zu unterscheiden \u2013 nicht alles, was in der Vergangenheit gut und m\u00f6glich war, ist auch heute noch sinnvoll, und manches, was sinnvoll w\u00e4re, ist einfach nicht mehr zu leisten.\u201c Dies hob der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch vor rund 170 Priestern und Diakonen im Hohen Dom seiner Bischofsstadt hervor. Aufgrund des Priestermangels h\u00e4tten viele Geistliche bereits mehrere Gemeinden oder umfangreiche Arbeitsfelder \u00fcbernommen, und so wie es aussehe, w\u00fcrden die Zust\u00e4ndigkeitsbereiche auf Dauer noch gr\u00f6\u00dfer werden. Es bed\u00fcrfe der F\u00e4higkeit des Unterscheidens, welches auch Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben \u201eAmoris Laetitia\u201c vom 19. M\u00e4rz 2016 als roten Faden der Pastoral empfohlen habe. \u201eHaben Sie den Mut, auf das eine oder andere bisherige Angebot zu verzichten, wenn Sie mit Ihren Kr\u00e4ften an eine Grenze geraten sind!\u201c<\/p>\n<p>Es m\u00fcssten nicht alle Pfarrgemeinden das gleiche umfassende \u201eAngebot\u201c auf die Beine stellen. \u201eWir sollten bei dem ansetzen, was wir als Ressourcen haben und was uns gelingt.\u201c Der Oberhirte rief die Geistlichen dazu auf, die Theologie zu pflegen, denn sie sch\u00e4rfe das Unterscheidungsverm\u00f6gen und bewahre davor, einem \u201epastoralen Pragmatismus und Aktionismus\u201c zu verfallen. Die aktuelle Situation rufe nach Christen, die Verantwortung \u00fcbern\u00e4hmen. Es m\u00fcsse zwar darauf geachtet werden, die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht zu \u00fcberlasten, aber hier sei noch vieles m\u00f6glich. Algermissen rief die Geistlichen dazu auf, ihr Gemeinschaftsleben (Communio) zu pflegen und einander bei der Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Nachrangigem zu helfen.<\/p>\n<p>Priestertag im Maritim<br \/>\nGeneralvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke begr\u00fc\u00dfte im Anschluss im Maritim die Geistlichen, insbesondere die Jubilare, neugeweihten Priester und Diakone und Ruhest\u00e4ndler und gedachte der im vergangenen Jahr Verstorbenen. Als Tagungsthema stellte er \u201eAmoris Laetitia, das Wort der Bisch\u00f6fe \u2013 und jetzt? Aktuelle ehetheologische Fragen im Kontext unserer Seelsorge\u201c vor, zu dem Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Seelsorgeamtsleiter Ordinariatsrat Thomas Renze, Seelsorgeamtsreferentin Doris Meyer-Ahlen und Moraltheologe Prof. Dr. Rupert M. Scheule, sprachen.<\/p>\n<p>Ehetheologische Fragen nach \u201eAmoris laetitia\u201c im Kontext der Pastoral<br \/>\nWeihbischof Diez erinnerte daran, dass das Apostolische Schreiben \u201eAmoris Laetitia\u201c durch ein Wort der deutschen Bisch\u00f6fe nach intensiver Beratung als von hohem pastoralem und theologischem Nutzen eingesch\u00e4tzt werde. Die Schlussfolgerungen daraus lauteten, dass die Ehevorbereitung von Paaren intensiver werden und die Bem\u00fchungen um die Begleitung von Eheleuten verst\u00e4rkt werden m\u00fcssten; Familien m\u00fcssten zudem als Lernorte des Glaubens eine St\u00e4rkung erfahren. Die Zerbrechlichkeit von Ehe und Familie bed\u00fcrfe besonderer Sensibilit\u00e4t. Der Papst habe den Weg zu differenzierten L\u00f6sungen und Betrachtung des jeweiligen Einzelfalls er\u00f6ffnet. Manche Kardin\u00e4le s\u00e4hen darin einen Bruch mit der Tradition, anderen hingegen eine Kontinuit\u00e4t oder sogar eine neue Perspektive der traditionellen Lehre von der Ehe. Man werde dem Apostolischen Schreiben nicht gerecht, wenn man es allein auf die Frage der wiederverheiratet Geschiedenen reduziere. Das pastorale Bem\u00fchen m\u00fcsse in der Kirche dahingehen, die Ehen zu festigen.<\/p>\n<p>Ordinariatsrat Renze gab einen \u00dcberblick \u00fcber die Familienseelsorge im Bistum Fulda, die unter der Frage stehe, wie das Ideal von Familie mit der Realit\u00e4t, wie sie in der heutigen Gesellschaft erlebt werde, verbunden werden k\u00f6nne. W\u00e4hrend die Wirtschaft die Familie unter der Pr\u00e4misse von Vereinbarkeit von Familie und Beruf f\u00fcr die Arbeitswelt verzwecke, sehe die Kirche sie als Keimzelle des Glaubens und als pastoralen Ort. Die Familien gelte es zu unterst\u00fctzen und zu begleiten. Renze nannte als Beispiele des kirchlichen Engagements f\u00fcr Familien und m\u00f6gliche Ankn\u00fcpfungspunkte, um \u00fcber den Glauben ins Gespr\u00e4ch zu kommen, Taufgespr\u00e4che mit jungen Familien, kirchliche Kindertagesst\u00e4tten, die Kommunion- und Firmvorbereitung, Familiengottesdienste, Segnung von Paaren und seelsorgliche Betreuung geschiedener katholischer Ehepaare. Das Bistum habe einen \u201egro\u00dfen Schatz an M\u00f6glichkeiten, um Familien zu unterst\u00fctzen\u201c, der noch ausbauf\u00e4hig sei.<\/p>\n<p>Doris Meyer-Ahlen, die im Seelsorgeamt unter anderem f\u00fcr die Ehevorbereitungskurse zust\u00e4ndig ist, verwies auf die strukturelle und konzeptionelle Ver\u00e4nderung der Kurse auf der Grundlage von \u201eAmoris Laetitia\u201c. Die Begleitung der Paare durch die Eheseminare sei bedeutsam f\u00fcr die Art, wie diese auf ihre kirchliche Hochzeit blickten. \u201eDie Paare sollen sich verstanden f\u00fchlen.\u201c F\u00fcr die Zeit nach der Eheschlie\u00dfung sei ein tieferes Entdecken der spirituellen Ebene der Ehe wichtig, daher komme es auf eine gute Ehebegleitung an. Eine tragende Beziehungsf\u00e4higkeit erlerne man in den Herkunftsfamilien. \u201eDer Lebens- und Erfahrungshorizont der Paare steht in den Kursen im Mittelpunkt\u201c, stellte sie heraus. Die sakramentale Dimension der Ehe solle dabei durch die Paare selbst erschlossen werden. Da die Paare bei der Eheschlie\u00dfung oft durchschnittlich 30 Jahre seien, komme es auch auf die Betrachtung der eigenen Beziehungsgeschichte an. Die Partner sollten aneinander und miteinander wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Prof. Scheule stellte sieben Thesen zur aktuellen Ehetheologie vor. Zun\u00e4chst beruhe eine Ehevorbereitung im Geist von \u201eAmoris Laetitia\u201c auf der Freiheit der Beteiligten, was nicht mit dem Relativismusvorwurf verwechselt werden d\u00fcrfe. Sodann bed\u00fcrfe es einer situationssensiblen, verstehenden Moraltheologie. Der Schwerpunkt der Seelsorge und die Frage nach dem Sakramentenempfang f\u00fcr wiederverheiratet Geschiedene werde auf den Weg verlegt, der zur Beantwortung dieser Frage f\u00fchre. Des Weiteren m\u00fcsse es Strukturen der Selbsthilfe f\u00fcr Priester gegen \u00dcberforderung geben. \u201eAmoris Laetitia\u201c stelle keinen Bruch mit der kirchlichen Lehrtradition dar, sondern sei deren Fortentwicklung. Dieses Apostolische Schreiben sei \u201eeine \u00c4u\u00dferung des ordentlichen Lehramts der Kirche, die unseren Respekt und unseren religi\u00f6sen Gehorsam verdient\u201c, zeigte sich Scheule \u00fcberzeugt. Das Lehramt sollte aber die kritischen Fragen dazu h\u00f6ren und beantworten. Es m\u00fcsse auch von Schuld und Vergebung gesprochen werden. Es komme dem kirchlichen Lehramt zu, auch das Scheitern in der Ehe, Schuld und Vergebung zu thematisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eWir m\u00fcssen unbedingt lernen, zwischen Notwendigem und W\u00fcnschenswertem zu unterscheiden \u2013 nicht alles, was in der Vergangenheit gut und m\u00f6glich war, ist auch heute noch sinnvoll, und manches, was sinnvoll w\u00e4re, ist einfach nicht mehr zu leisten.\u201c Dies hob der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch vor rund 170 Priestern und Diakonen im Hohen &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":164186,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-164177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=164177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":164187,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/164177\/revisions\/164187"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/164186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=164177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=164177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=164177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}