{"id":163832,"date":"2017-05-31T09:12:58","date_gmt":"2017-05-31T07:12:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=163832"},"modified":"2017-05-31T09:12:58","modified_gmt":"2017-05-31T07:12:58","slug":"vogelsberger-landrat-uebt-kritik-am-unfairen-verfahren-beim-verteilen-der-investitionsprogramme-15-millionen-euro-vogelsberger-ausstattungsoffensive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=163832","title":{"rendered":"Vogelsberger Landrat \u00fcbt Kritik am \u201eunfairen Verfahren beim Verteilen der Investitionsprogramme\u201c \u2013 1,5 Millionen Euro \u201eVogelsberger Ausstattungsoffensive\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Berufliche Bildung ist ein Standortfaktor \u2013 und die Max-Eyth-Schule in Alsfeld (MES) hat einen weit \u00fcber die Kreisgrenzen hinausgehenden sehr guten Ruf. Die gr\u00f6\u00dfte Schule des Vogelsbergkreises verdankt dies au\u00dfer dem Siegel \u201eEuropa-Schule\u201c vor allem der \u201eMagnetwirkung\u201c der \u00fcberregionalen Fachklassen, wie Schulleiter Friedhelm Walther bei einem Besuch von Landrat Manfred G\u00f6rig (SPD) deutlich machte. Die Schule lobt die \u201ekraftvolle Entscheidung des Landrats\u201c anstelle einer zun\u00e4chst vorgesehenen Bundesf\u00f6rderung (Kommunalinvestitionsprogramm 2\/KIP 2) nun mit eigenen Kreismitteln die Investitionen innerhalb der Schule voranzutreiben.<\/p>\n<p>So wird 2016 und 2017 mit der \u201eVogelsberger Ausstattungsoffensive f\u00fcr die Berufsschulen\u201c sowohl in der Vogelsbergschule Lauterbach (wir berichteten bereits) als auch in der Alsfelder Kreisberufsschule an vielen Stellen \u201eein Investitionsstau aufgel\u00f6st\u201c, betonte Landrat G\u00f6rig im Fachgespr\u00e4ch in Alsfeld. Insgesamt hat der Landkreis mit rund 1,5 Millionen Euro etwa 100 Einzelinvestitionen erm\u00f6glicht, vor allem Ger\u00e4te und Maschinen wurden oder werden angeschafft. \u201eDer Investitionsschub wurde zum Motivationsschub f\u00fcr die gesamte Lehrerschaft\u201c, kommentierte Helmut Reitschky, stellvertretender Schulleiter, den Modernisierungseffekt.<\/p>\n<p>Dieser Effekt ist von Landrat und Schulleitung auch ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht. Denn gerade die MES-Fachklassen seien \u201eein Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr die gesamte Region\u201c. Die Strahlkraft reiche in viele Bundesl\u00e4nder hinein und sei auch f\u00fcr die Region Alsfeld ein Wirtschaftsfaktor \u2013 allein schon durch die vielen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die im Blockunterricht einen wichtigen Baustein ihrer Ausbildung in Alsfeld erwerben, so Schulleiter Walther. \u00dcber 1000 \u00dcbernachtungen j\u00e4hrlich ergeben sich hieraus.<\/p>\n<p>Die Schulleitung hob insbesondere die Bedeutung der Landesfachklasse \u201eKarosserie- und Fahrzeugbaumechaniker\u201c und der Bezirksfachklasse \u201eBau- und Landmaschinenmechatroniker\u201c hervor. Beide Bereiche erreichen nach den Worten Walthers \u00fcberragende Abschlussergebnisse. Die Schulleitung berichtete vom Interesse des Daimler-Ausbildungschefs an der praxisnahen Ausbildung in der Max-Eyth-Schule. \u201eDas ist wirklich bemerkenswert\u201c, freute sich Landrat G\u00f6rig. Klar ist f\u00fcr Schulleiter Walther: \u201eWir wollen erreichen, dass die bestehende Landesfachklasse vermehrt von Auszubildenden anderer Bundesl\u00e4nder besucht werden kann.\u201c<\/p>\n<p>In der Unterredung mit der Schulleitung \u00fcbte Landrat G\u00f6rig deutliche Kritik am Verteilungsverfahren des Landes hinsichtlich der Investitionsprogramme des Bundes. \u201eWir hatten bei der zweiten Runde \u2013 bei KIP 2 \u2013 mit 20 Millionen Euro gerechnet; es sind aber nur knapp 12 Millionen geworden.\u201c Grund daf\u00fcr sei, dass im Verteilungsmechanismus des Landes leider auch Landkreise und kreisfreie St\u00e4dte Geld erhalten haben, die wirtschaftlich sehr gut dastehen.<\/p>\n<p>Zum \u2013 nun eigenst\u00e4ndig aufgelegten zus\u00e4tzlichen \u2013 Kreis-Investitionsprogramm sagte Schulleiter Walther: \u201eDas hat uns richtig gut getan!\u201c Neue Projekte und neue Ideen erhielten nun ihre lang ersehnte Chance.<\/p>\n<p>Zur Fachklassensicherung f\u00fchrte Schulleiter Walther aus: \u201eLeider werden die Auszubildenden der \u201eBau- und Landmaschinenmechatronik erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr in Alsfeld zusammengef\u00fchrt\u201c. Sinnvoll sei die Beschulung ab dem ersten Ausbildungsjahr an der Max-Eyth-Schule, um die aktuell bestehenden Niveauunterschiede der Auszubildenden zu vermeiden. Landrat G\u00f6rig sagte zu, auf die Landesregierung entsprechend zuzugehen. Eine Schule in einem Fl\u00e4chenlandkreis m\u00fcsse zwingend anders betrachtet werden als der Ballungsraum. Das sei in Wiesbaden noch immer nicht verstanden worden.<\/p>\n<p>Aktuell l\u00e4uft ein Beteiligungsverfahren zur neuen \u201eVerordnung \u00fcber die Fachklassenstandorte\u201c. Landrat und Schulleitung kritisieren gemeinsam, dass die regionalen Bed\u00fcrfnisse nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt werden. \u201eSollte das so in Kraft treten, dann werden die Ausbildungschancen der Jugendlichen der Region einschr\u00e4nkt\u201c, warnte Schulleiter Walther.<\/p>\n<p>Beim Vogelsberger Berufsbildangebot werde zum Beispiel \u00fcber folgende Berufsbilder diskutiert: Maler und Lackierer, B\u00e4cker und B\u00e4ckereifachverk\u00e4ufer. Ohne ein \u00f6rtliches\u00c2\u00a0 Berufsschulangebot in den genannten Bereichen k\u00f6nnten mittelfristig keine Auszubildenden mehr in der Region gewonnen werden, da es f\u00fcr die jungen Auszubildenden fast unm\u00f6glich sei, die Berufsschulen in den Ballungszentren mit dem m\u00e4\u00dfig vorhandenen \u00d6PNV zu erreichen. Das k\u00f6nne zur Folge haben, dass noch vorhandene Handwerksbereiche nach und nach wegbrechen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Landrat G\u00f6rig erneuerte seine These, dass bei der m\u00f6glichen Zusammenlegung von Fachklassen aufgrund zu niedriger Sch\u00fclerzahlen \u201eAuszubildende genauso so gut auch zu uns in den Vogelsberg pendeln k\u00f6nnen\u201c. Denn: \u201eDie A5 und die Vogelsbergbahn verkehren durchaus in beide Richtungen.\u201c<\/p>\n<p>Die Schulleitung der Max-Eyth-Schule w\u00fcnscht sich in diesem Kontext ein verst\u00e4rktes Auftreten der Innungen und Kammern gemeinsam mit der Kreispolitik, um die entsprechenden Fachklassenstandorte in der Region zu erhalten.\u00c2\u00a0 Dies k\u00f6nne beispielsweise \u00fcber ein modifiziertes\u00c2\u00a0 Unterrichtsstunden-Zuweisungsverfahren seitens des Kultusministeriums geschehen, schlug Schulleiter Walther vor.<\/p>\n<p>700.000 Euro umfasst das Volumen in der Max-Eyth-Schule, mit denen der Landkreis bewirken will, die Fachbereiche auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die gr\u00f6\u00dften Anschaffungen werden in den Bereichen Landmaschinentechnik, Karosseriebau\/Fahrzeugtechnik und EDV get\u00e4tigt. Drei Viertel der Investitionen sind bereits umgesetzt, der Rest erfolgt innerhalb dieses Jahres.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Berufliche Bildung ist ein Standortfaktor \u2013 und die Max-Eyth-Schule in Alsfeld (MES) hat einen weit \u00fcber die Kreisgrenzen hinausgehenden sehr guten Ruf. Die gr\u00f6\u00dfte Schule des Vogelsbergkreises verdankt dies au\u00dfer dem Siegel \u201eEuropa-Schule\u201c vor allem der \u201eMagnetwirkung\u201c der \u00fcberregionalen Fachklassen, wie Schulleiter Friedhelm Walther bei einem Besuch von Landrat Manfred G\u00f6rig (SPD) deutlich machte. 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