{"id":163755,"date":"2017-05-31T08:58:26","date_gmt":"2017-05-31T06:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=163755"},"modified":"2017-05-31T08:58:26","modified_gmt":"2017-05-31T06:58:26","slug":"4-alsfelder-kulturtage-gehen-mit-jazz-zu-ende-nur-zufriedene-gesichter-nach-11-tagen-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=163755","title":{"rendered":"4. Alsfelder Kulturtage gehen mit Jazz zu Ende \u2013 nur zufriedene Gesichter nach 11 Tagen Kultur"},"content":{"rendered":"<p>Genau das Richtige f\u00fcr einen gechillten Sommerabend war der New Orleans \u2013 Jazz, den Trevor Richards and Friends am Sonntag zum Ausklang der 4. Alsfelder Kulturtage darboten. Fans des gepflegten Jazz und des in Heimertshausen ans\u00e4ssigen Drummers hatten sich schon lange auf diesen \u2013 fast schon traditionellen \u2013 Abschluss der Kulturtage gefreut und kamen an deren Ende noch einmal reichlich in die Aula der Albert-Schweitzer-Schule in der Krebsbach. Doch auch die Tage zuvor hatten noch jede Menge f\u00fcr Kultur- und Kunstinteressierte zu bieten.<\/p>\n<p>Musik-M\u00e9lange \u2013 ein ganz besonderes Konzert mit ganz besonderen Gastgebern: Wladimir, Marina und Ilja Pletner spielten am Himmelfahrtstag im Alsfelder Marktcaf\u00e9 auf und lie\u00dfen dort die legend\u00e4re Atmosph\u00e4re vergangener Kaffeehauszeiten wieder auferstehen. Im einzigartigen Stil dieser Epoche spielten sie bekannte Melodien aus den 20er- und 30er-Jahren: Walzer, Foxtrott, Tango, Lieder aus dem Repertoire der Comedian Harmonists \u2013 Erinnerungen an die \u201egute alte Zeit\u201c, in denen die Zuh\u00f6rer bei einem St\u00fcck Torte und einem Kaffee (was sonst?) schwelgen konnten.<\/p>\n<p>Sagenhaftes Hessen \u2013 Ein spannendes Thema war es, dem der Neu-Romr\u00f6der Syrdal von Ro sich am Donnerstagabend in Karo\u00e2\u20ac\u2122s TeeOase widmete. In seinem musikalisch-literarischen Programm ging der aus Berlin stammende Fernsehjournalist nicht nur den \u00dcberlieferungen und Geschichten der heimatlichen Regionen nach, er hatte auch eine kleine Auswahl seines eigenen lyrischen Schaffens mitgebracht und unterhielt mit dieser guten Mischung ein sehr gut aufgelegtes Publikum, das sich dieser stimmungsvoll-vergn\u00fcglichen Soir\u00e9e gerne hingab. Als Liedbeitr\u00e4ge hatte der K\u00fcnstler so sch\u00f6ne Klassiker wie \u201eDer Liebenbach\u201c oder \u201eDas Kind im Br\u00fcckenpfeiler\u201c mitgebracht, die den sagenhaften Geschichten einen sch\u00f6nen Rahmen gaben.<\/p>\n<p>Souldance goes Classic \u2013 Unter diesem Motto zeigten am Donnerstagabend die T\u00e4nzer und T\u00e4nzerinnen des Tanzstudios \u201eSouldance\u201c der T\u00e4nzerin und Tanztherapeutin Vicky Gabriel, was sie an Grazie und Akrobatik, K\u00f6rperhaltung und Moves so zu bieten haben. Eine sehr bunte Mischung unterschiedlichster Stilrichtungen boten T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer ganz verschiedenen Alters \u2013 alle hatten sich voller Begeisterung f\u00fcr diesen Auftritt vorbereitet, ganz gleich, ob sie Klassik, Jazz oder Breakdance interpretierten. Getanzte Lebensfreude und Leidenschaft hatten die G\u00e4ste an diesem Abend zu sehen und auch zu f\u00fchlen bekommen.<\/p>\n<p>Swingit &#8211; Wer noch ein wenig Lust auf einen musikalischen Absacker hatte, dem waren am Himmelfahrtstag schlie\u00dflich noch die St\u00fccke f\u00fcr Klarinette und Orgel in der Walpurgiskirche empfohlen. Dorthin hatten der Organist Simon Wahby und der Klarinettist Mikael B\u00c3\u00b8rresen eingeladen. Mitgebracht zu ihrem Nachtkonzert hatten sie Geschichten aus dem Traumland \u2013 St\u00fccke von Freude und Tanz, Liebe und Sehnsucht, Licht und Schatten. Musik wie gemacht f\u00fcr einen Abend nach einem Sommertag!<\/p>\n<p>Wege der Reformation in Hessen \u2013Als Beitrag zum Reformationsjubil\u00e4umsjahr 2017, aber auch als Programmpunkt der 4. Alsfelder Kulturtage, hatte der Geschichts- und Museumsverein Alsfeld vergangenen Freitag zu einem Vortrag in die Aula der Geschwister-Scholl-Schule geladen. Der Kirchenhistoriker Dr. Dirk Richhardt (Neukirchen) bot den 35 Besuchern einen detaillierten \u00dcberblick \u00fcber die \u201eWege der Reformation in Hessen\u201c. Ausgehend von der Christianisierung Hessens und des sowohl hierf\u00fcr als auch f\u00fcr die sp\u00e4tere Reformation bedeutenden Stra\u00dfennetzes behandelte der Vortragende grundlegende Fragestellungen: Wie kam es zu reformatorischen Ideen? Welche wichtigen Ereignisse fanden statt? Welche Hindernisse mussten \u00fcberwunden werden? Wie entwickelte sich die Reformation nach dem sogenannten konfessionellen Zeitalter? Nat\u00fcrlich nahmen auch bedeutende handelnde Personen wie z. B. Philipp der Gro\u00dfm\u00fctige, Luther oder Melanchthon breiten Raum ein. Die politischen, kulturellen, sozialen und kirchlichen Auswirkungen der Reformation wurden betrachtet. Lokale Bez\u00fcge wie Luthers Besuch in Alsfeld, der Bauernkrieg oder die Rolle Tilemann Schnabels wurden ebenfalls nicht ausgespart. Zahlreiche Bild- und Textpr\u00e4sentationen unterst\u00fctzten Richhardts engagierte Ausf\u00fchrungen. Er verstand es gl\u00e4nzend, mit klaren, manchmal auch humorvollen Formulierungen die Aufmerksamkeit der Zuh\u00f6rer \u00fcber eineinhalb Stunden zu fesseln.<\/p>\n<p>C\u00e2\u20ac\u2122est si bon \u2013 Wenn man sich im Gebrauchtwarenkaufhaus der Alten Molkerei f\u00fchlt wie in einem Pariser Stra\u00dfencaf\u00e9, geh\u00f6rt dazu schon eine Menge Magie! Diese brachten am Freitagabend die drei Musiker der Gruppe \u201eLes Voisins\u201c \u2013 namentlich Axel Lorth, Matthias Kippert und Stefan Kortenbusch &#8211; mit in die Fachwerkstadt, die sie mit klassischen franz\u00f6sischen Chansons zu unterhalten gedachten. Den Start machten sie mit einer kleinen Hymne auf Alsfeld, kamen dann aber gleich zur Sache und packten ein weites Repertoire aus: Charles Trenet, Edith Piaf, Gilbert B\u00e9caud, Joe Dassin, Georges Mustaki \u2013 kein Name der Bl\u00fctezeit des Chansons, der hier unerw\u00e4hnt blieb. Mit Spielfreude und Leidenschaft spielten und sangen die Herren ein St\u00fcck nach dem anderen, schier unerm\u00fcdlich gaben sie auch deutsche Texte zum Besten und hatten zu vielen Titeln und S\u00e4ngern kleine Anekdoten auf Lager. In ihrer Auswahl hatten sie nicht nur die gro\u00dfen Chansonniers bedacht, sondern legten auch die ganze Bandbreite der in den franz\u00f6sischen Liedern verarbeiteten Gef\u00fchle dar: \u00fcberschw\u00e4ngliche Lebensfreude, tiefste Trauer, Sehnsucht, Liebe und Tod. Zum Abschluss entf\u00fchrten sie die G\u00e4ste noch in die Welt des deutschen Chansons. Mit viel Humor und jeder Menge Spa\u00df lie\u00dfen sie die Welt eines schillernden Berlins zwischen den Weltkriegen auferstehen und schlossen erst, als der Abend wirklich schon sehr, sehr weit fortgeschritten war. Da war es gut, dass das Team der Alsfelder Kulturtage f\u00fcr reichliche franz\u00f6sisches Essen und Wein gesorgt hatte \u2013 ein weiteres Highlight dieses sehr franz\u00f6sischen Abends.<br \/>\nWer piept denn da? \u2013 Sehr fr\u00fch aufstehen musste man f\u00fcr den ersten Programmpunkt des Samstags. Zur Naturstimmenwanderung mit Tilman Oeppert vom NABU-Kreisverband hatte das Forstamt Romrod eingeladen, und nicht wenige Fr\u00fchaufsteher nutzten die Morgenstunde f\u00fcr eine sch\u00f6ne Exkursion durch den Schlosswald rund um Liederbach und Altenburg. Neben den vielen kleinen und gro\u00dfen Morgens\u00e4ngern gab es in dem verwunschenen Wald noch jede Menge anderes Getier zu h\u00f6ren und mitunter auch zu sehen. Eine Entdeckung, die das fr\u00fche Aufstehen mehr als wettmachte!<\/p>\n<p>Vergessene Legenden \u2013 der Helden Berufung \u2013 Candrac von Hainrich alias Cornelius Klein las am Samstagnachmittag im sch\u00f6nen Ambiente des Antiquariats Buchbasalt. Der Roman das Homberger Autors erwies sich dabei als spannendes Lesevergn\u00fcgen, nicht nur f\u00fcr Fantasy-Fans! \u201eIn einer kriegsbedrohten Welt, die durch umstrittene Entscheidungen der Regierungsf\u00fcrsten eines m\u00e4chtigen Landes im Chaos zu versinken scheint, suchen vier Freunde auf unterschiedlichen Wegen nach einem erf\u00fcllten Leben \u00e2\u20ac\u00a6\u201c Einen tiefgehenden Roman stellte Klein den interessierten Zuh\u00f6rern vor, einer der am Ende auch an politisch-soziale und philosophische Fragestellungen unserer Zeit ankn\u00fcpft. Der philosophische Diskurs \u00fcber Macht und Ohnmacht, Freundschaft, Verrat und Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei erleben die Protagonisten auf ihren Reisen nicht nur anschaulich und atmosph\u00e4risch dicht beschriebene Abenteuer; es sind zugleich auch Reisen in das Innere ihrer selbst, hochspannende Abenteuer ihrer Seelen, psychologisch stimmig dargestellt. Nie zu kurz kommt dabei der sinnliche Lesespa\u00df, ebenso wenig wie die Komik, die immer wieder Raum zum Lachen und Schmunzeln l\u00e4sst \u2013 nicht ohne Wiedererkennungswert bei sich selbst, sofern man f\u00e4hig zur Selbstironie ist. Sogar Assoziationen zum Fu\u00dfball, mit all seinen Symbolen von Sieg und Niederlage, Kampf und Leidenschaft und der Liebe zum Spiel sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die letzten Dinge \u2013 Oratorium vom Louis Spohr \u2013 Ein Ausnahmekonzert in Alsfeld, auf das sich Musikfreunde aus Nah und Fern schon lange gefreut hatten: Gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim pr\u00e4sentierte der Alsfelder Konzertchor unter der Leitung von Thomas Walter Louis Spohrs Oratorium \u201eDie letzten Dinge\u201c. In dieses Thema f\u00fchrte zun\u00e4chst Pfarrer Walter Bernbeck ein: Das Oratorium beinhalte ausschlie\u00dflich Bibelworte, so Bernbeck, n\u00e4mlich aus der Offenbarung Johannes und der Propheten Hesekiel und Jeremia. Nach der Ouvert\u00fcre der Kammerphilharmonie setzte im zweiten Satz der Chor ein \u2013 ein perfektes Zusammenspiel von Musik und Gesang er\u00f6ffnete sich dem entr\u00fcckten Publikum, das begeistert von dieser Darbietung war. Als Solisten gl\u00e4nzten Gabriele Hierdeis, Birgit Schmickler, Marcus Ullmann und Christoph K\u00f6gel. Sie hielten musikalische Zwiesprache mit dem Chor und erz\u00e4hlten die Geschichte auf ihre eigene Weise. Wie gut das alles gelang, wie mitrei\u00dfend der Gesang war, wie kongenial die musikalische Begleitung und wie ausgezeichnet das Konzert als musikalische Einheit, das konnte man am anhaltenden Applaus erkennen, den das Publikum aus tiefstem Herzen spendete.<br \/>\nFr\u00fchlingszeit \u2013 Unter diesem Titel hatte die Alsfelder Kolumnistin Traudi Schlitt ihre Lesung f\u00fcr den Sonntagnachmittag angek\u00fcndigt, das Thema jedoch kurzerhand den hei\u00dfen Temperaturen angepasst. \u201eSunny\u201c war es im Innenhof des malerischen Kleinen Caf\u00e9s, als die Chronistin von \u201eAlltag, Alsfeld, Aberwitz\u201c alle Register ihres K\u00f6nnens zog, den Vatertag sezierte, den Pfingstmarkt nicht minder und die vermeintlichen Segnungen der Digitalisierung pries. Unterst\u00fctzt w\u00fcrde sie dabei von der Band Jamsession, die sehr gechillten Swing in die lauschigen Ecken des Kleinen Caf\u00e9s trug und f\u00fcr die n\u00f6tige Abwechslung sorgte. Ihre Sommerkolumnen \u2013 ganz gleich, ob es sich dabei um einen sehr genauen Rundumblick im Schwimmbad handelte oder um die Frage, wann aus \u201eW\u00fcrstchengrillen\u201c \u201eBBQ\u201c geworden ist \u2013 sorgten wie die Texte zuvor f\u00fcr viel Spa\u00df und auch f\u00fcr jede Menge Wiedererkennen. Alte und neue Fans dankten es Traudi Schlitt und den Musikern Christoph Euler, Hendrik Schlitt und Lorenz Stamm mit viel Applaus.<br \/>\nMal mal ein Denkmal \u2013 Eine ganze Reihe Kinder war am Sonntagnachmittag der Aufforderung von Ilona Kurz gefolgt und hatte sich vor der br\u00fctenden Hitze unter die schattigen Rathausb\u00f6gen gefl\u00fcchtet, die gleichzeitig auch Motiv f\u00fcr die jungen K\u00fcnstler war. Entstanden sind in dieser Zeit bunte Bilder des Rathauses und des Markplatzes, gesehen mit Kinderaugen, festgehalten in Acryl auf Leinwand. Kursleiterin Ilona Kurz lobte die Kreativit\u00e4t der jungen Maler, die sie sehr beeindruckt hat. Sie hofft, dass in K\u00fcrze die Bilder des Alsfelder Wahrzeichens im Rathaus selbst zur Ausstellung kommen!<br \/>\nSunset Jazz \u2013 Und dann waren sie auch schon vorbei, die Alsfelder Kulturtage! Mit New Orleans \u2013 Jazz von Trevor Richards and Friends, swingten sie aus \u2013 ein sch\u00f6neres Finale h\u00e4tte man sich kaum vorstellen k\u00f6nnen! \u201eEine kultiviertere Art, Jazz zu spielen, kann man sich kaum vorstellen\u201c, hie\u00df es dazu in der S\u00fcddeutschen Zeitung. Das wussten die meisten Besucher auch schon vor diesem Abend, schlie\u00dflich hat Trevor Richards in seiner neuen Vogelsberger Heimat schon lange eine treue Fangemeinde, die auch seine Freunde schon l\u00e4ngst in ihr Herz geschlossen haben. John Shillito begeisterte die Jazzliebhaber mit seiner Trompete und seiner unglaublich jazzigen Stimme, die selbst die Aula der Albert-Schweitzer-Schule augenblicklich in einen rauchigen Jazzkeller zu verwandeln imstande war. Frank Roberscheuten als Klarinettist, Saxophonist und S\u00e4nger lie\u00df mit seinem unvergleichlichen Stil die Swing\u00e4ra in Alsfeld auferstehen und sorgte, wie Pianist Harold John von Abstein f\u00fcr gro\u00dfe Begeisterung. Bob Culverhouse schlie\u00dflich spielte den Kontrabass in dieser gutabgestimmten Combo, die wirklich jeden einzelnen Gast verz\u00fcckte und \u2013 wenn auch manchmal nur insgeheim \u2013 mitswingen lie\u00df. Trevor Richards indes \u00fcberzeugte wie eh und je an seinem Drum Set und als launiger Moderator, der seine Liebe zum Jazz unverhohlen mit seinem Publikum teilte.<br \/>\nTja, und dann war es Zeit Abschied zu nehmen von den diesj\u00e4hrigen Kulturtagen. Was mit so viel Liebe und Herzblut geplant und umgesetzt worden war, war zu Ende. Bleiben jedoch wird auch dieses Mal wieder viel Gespr\u00e4chsstoff, viel Input f\u00fcr den Geist und viel Freude auf die n\u00e4chsten Alsfelder Kulturtage.<br \/>\nAlles zum Nachlesen und viele Bilder gibt es auf der Website unter www.alsfelder-kulturtage.de.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Genau das Richtige f\u00fcr einen gechillten Sommerabend war der New Orleans \u2013 Jazz, den Trevor Richards and Friends am Sonntag zum Ausklang der 4. Alsfelder Kulturtage darboten. 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