{"id":162782,"date":"2017-05-05T08:31:49","date_gmt":"2017-05-05T06:31:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=162782"},"modified":"2017-05-05T08:31:49","modified_gmt":"2017-05-05T06:31:49","slug":"bundesweiter-startschuss-fuer-mit-dem-rad-zur-arbeit-in-der-documenta-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=162782","title":{"rendered":"Bundesweiter Startschuss f\u00fcr \u201eMit dem Rad zur Arbeit\u201c in der documenta-Stadt"},"content":{"rendered":"<p>Radfahren ist keine Kunst. Und das leiseste, ges\u00fcndeste und innerorts sogar schnellste Verkehrsmittel war bislang viel seltener ein Sujet f\u00fcr Bildhauer, Konzeptk\u00fcnstler und Maler als das Auto. Wenige Ausnahmen von Duchamp bis Ai Weiwei best\u00e4tigen die Regel. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die AOK \u2013 Die Gesundheitskasse setzen beim Bundesauftakt von \u201eMit dem Rad zur Arbeit\u201c trotzdem auf die N\u00e4he zwischen Rad und Art, denn die Gesamtarchitektur der documenta 14 erschlie\u00dft sich tats\u00e4chlich am besten auf dem Sattel. Doch vor allem sollen Alltagsmobilit\u00e4t und Nahverkehr gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>An mindestens 20 Tagen von Mai bis August 2017 ins B\u00fcro oder zur Werkbank, ob in der Gruppe oder solo, wobei auch Teilstrecken m\u00f6glich sind und es auf geleistete Kilometer ohnehin nicht ankommt: Dieser Zuschnitt der langj\u00e4hrigen Kampagne bleibt unver\u00e4ndert. Allein im vergangenen Jahr haben sich deutschlandweit ca. 154.000 Teilnehmer registriert, \u00fcber 1,9 Mio. Menschen seit Beginn der Aktion. Dieser Zuspruch soll 2017 noch einmal gesteigert werden. Wieder werden gesponserte Einzel- und Teampreise im Wert von 150.000 Euro verlost, darunter eine Ballonfahrt und St\u00e4dtereisen. \u201eFahrradfahrende Arbeitnehmer sind durchschnittlich zwei Tage im Jahr weniger krank, haben einen deutlich niedrigeren BMI als Autofahrer \u2013 und f\u00fchlen sich nachweislich wohler im Leben. Wenn das keine Argumente f\u00fcr moderne Arbeitgeber sind! \u00c2\u00a0Der Arbeitsweg bietet ideale Voraussetzungen f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfige Einbindung der besonders f\u00fcr B\u00fcroarbeiter so wichtigen Aktivit\u00e4tsbl\u00f6cke in den Alltag. Das wollen wir mit unserer erfolgreichen Kampagne weiter f\u00f6rdern\u201c, sagt ADFC-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Burkhard Stork. \u00c2\u00a0 <\/p>\n<p>Die Ordnung der Dinge<br \/>\nAll das kann Dr. Michael Karner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Hessen, nur best\u00e4tigen: \u201eDas kardiovaskul\u00e4re Risiko und der Bluthochdruck liegt bei Viel- und Alltagsradlern nachweislich niedriger. Radfahrer leben im Durchschnitt \u2013 so zeigen es skandinavische Studien \u2013 l\u00e4nger, vor allem leben sie ges\u00fcnder.\u201c Hinzu kommt: Beim Radfahren ordnen sich die Gedanken. \u201eWer auf dem Sattel sitzt, schaut nicht auf sein Smartphone, sondern in die Landschaft \u2013 und r\u00e4umt dabei automatisch seine Gedanken auf.\u201c Gleichwohl, so Karner, sei Radfahren weder Lifestyle noch Ausdruck einer Weltanschauung, sondern ganz einfach die entspannteste Art, um den Arbeitstag zu beginnen oder ausklingen zu lassen. Beim Bundesauftakt in Kassel betonte er, dass sich der Blick auf dem Rad auch f\u00fcr Kulturelles weite. Auf der in wenigen Wochen beginnenden documenta 14 in Kassel k\u00f6nnte per Pedale schlicht mehr Kunst rezipiert werden. <\/p>\n<p>Kopf und K\u00f6rper<br \/>\nAllerdings m\u00fcsse man hierf\u00fcr trotzdem immer wieder absteigen. Noch g\u00e4be es kein Werk, das sich im langsamen Vorbeifahren erschlie\u00dfen lie\u00dfe, so Annette Kulenkampff, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der documenta 14 und diesj\u00e4hrige Schirmherrin von \u201eMit dem Rad zur Arbeit\u201c: \u201eAllerdings sind die Zeiten l\u00e4ngst vorbei, in denen Kunst ausschlie\u00dflich mit dem Kopf wahrgenommen wurde. Die documenta mit ihrem Konzept der Verbreitung im Stadtraum bezieht auch die K\u00f6rper der Besucher und Besucherinnen mit ein. Wir empfehlen allen, die Spa\u00df daran haben, die Ausstellung mit dem Fahrrad zu erleben und werden hierf\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende Infrastruktur schaffen.\u201c Bei der documenta ginge es schlie\u00dflich darum, Neues auszuprobieren und Gewohnheiten zu hinterfragen. \u201eDas schlie\u00dft auch die Fortbewegungsmittel ein. Fahrr\u00e4der wurden in Kassel w\u00e4hrend der letzten documenta schon gern benutzt, um die Distanzen im Stadtraum flexibel und umweltschonend zur\u00fcckzulegen.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Rad zum Schiff<br \/>\nNach Wortbeitr\u00e4gen von Stork, Karner und Kulenkampff sowie einer Diskussionsrunde, an der auch Stadtbaurat Christof Nolda, Holger Schach (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Regionalmanagement Nordhessen) sowie Thomas Sleutel vom AOK-Bundesverband mitwirkten, rundete eine kleine Radtour mit 50 geladenen G\u00e4sten den Bundesauftakt ab. Vom Kulturbahnhof f\u00fchrte die Strecke zur Plastik &#8220;Das Traumschiff Tante Olga&#8221; (documenta 6) von Beuys-Sch\u00fcler Anatol auf dem Au\u00dfengel\u00e4nde der Heinrich-Sch\u00fctz-Schule und wieder zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Radfahren ist keine Kunst. Und das leiseste, ges\u00fcndeste und innerorts sogar schnellste Verkehrsmittel war bislang viel seltener ein Sujet f\u00fcr Bildhauer, Konzeptk\u00fcnstler und Maler als das Auto. Wenige Ausnahmen von Duchamp bis Ai Weiwei best\u00e4tigen die Regel. 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