{"id":162711,"date":"2017-05-03T20:17:43","date_gmt":"2017-05-03T18:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=162711"},"modified":"2017-05-03T20:17:43","modified_gmt":"2017-05-03T18:17:43","slug":"der-arbeitsmarkt-im-april-guter-start-ins-zweite-quartal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=162711","title":{"rendered":"Der Arbeitsmarkt im April Guter Start ins zweite Quartal"},"content":{"rendered":"<p>Der hessische Arbeitsmarkt zeigte sich im April unver\u00e4ndert stabil. Das zweite Quartal startete dynamisch und robust. Die Arbeitslosenzahlen und \u2013quoten liegen konstant unter den Vorjahreswerten. Die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung und die Arbeitskr\u00e4ftenachfrage befinden sich weiterhin in einem Aufw\u00e4rtstrend.<\/p>\n<p>Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, sieht den hessischen Arbeitsmarkt auch f\u00fcr das zweite Quartal 2017 gut aufgestellt.<\/p>\n<p>\u201eDie Arbeitslosenquote ist die niedrigste in einem April seit 26 Jahren. Die Arbeitskr\u00e4ftenachfrage ist konstant hoch und die Betriebe melden den Agenturen f\u00fcr Arbeit durchg\u00e4ngig neue Vakanzen. Das hat \u00fcber die Monate zu einem Bestand von derzeit \u00fcber 50.000 offenen Stellen gef\u00fchrt. Vor allem die etwa 9.000 Helferstellen bieten auch Langzeitarbeitslosen gute Einstiegsm\u00f6glichkeiten, zudem sind knapp 70 Prozent aller gemeldeten Stellen au\u00dferhalb der Zeitarbeit. Dies signalisiert die Bereitschaft der Betriebe, sich l\u00e4ngerfristig zu binden und auf diesem Weg Fachkr\u00e4fteengp\u00e4ssen vorzubeugen\u201c, so Martin.<\/p>\n<p>Aktuell sind etwa 50.600 Stellen bei den hessischen Agenturen und Jobcentern zur Besetzung gemeldet, ein Zuwachs von fast 2.700 Stellen oder 5,6 Prozent zum Vorjahr. Folgende Branchen stehen dabei an der Spitze: Forschung und Entwicklung (+113 Stellen = 152,7%); Verwaltung und F\u00fchrung von Unternehmen (+692 Stellen = +34,1%), Information und Kommunikation (+225 Stellen = +39,1%), Geb\u00e4udebetreuung, Garten- und Landschaftsbau (+345 Stellen = +29,8%), Baugewerbe (+328 Stellen = +14,5%).<br \/>\nDer monatliche Zugang lag mit 14.302 um 591 (+4,3 Prozent) \u00fcber dem Vorjahresergebnis.<\/p>\n<p>\u201eDer Mythos, bei den Agenturen gebe es ausschlie\u00dflich Zeitarbeits- und Helferjobs ist damit klar widerlegt\u201c, erg\u00e4nzt Martin.<\/p>\n<p>Im Bestand der Agenturen f\u00fcr Arbeit befanden sich im Monat April rund 32.600 Stellen f\u00fcr Fachkr\u00e4fte, 9.000 Helferstellen sowie rund 4.200 Vakanzen f\u00fcr Spezialisten und etwa 4.700 Stellen f\u00fcr Experten.<\/p>\n<p>Arbeitslosigkeit in Hessen: Entwicklung im April<\/p>\n<p>Im April waren 168.683 Frauen und M\u00e4nner in Hessen arbeitslos. Das waren 3.151 (-1,8 Prozent) weniger als im M\u00e4rz und 7.323 (-4,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 5,4 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat eine Ver\u00e4nderung um 1.000, zum Vorjahr ging die Zahl um 7.000 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Vom R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vormonat konnten wiederholt alle betrachteten Personengruppen profitieren. Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang verzeichnete die Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren -3,8 Prozent gefolgt von den M\u00e4nnern: -2,8 Prozent. Weitere Personengruppen 50 Jahre und \u00e4lter: -1,8 Prozent; Langzeitarbeitslose:<br \/>\n-1,6 Prozent; Frauen: -0,6 Prozent; Ausl\u00e4nder: &#8211; 0,6 Prozent.<\/p>\n<p>Zum Vorjahresmonat unver\u00e4ndert blieb der Anstieg der Ausl\u00e4nder (+5,1 Prozent) und der arbeitslosen Jugendlichen (+2,5 Prozent) bestehen. Alle anderen Personengruppen zeigen r\u00fcckl\u00e4ufige Arbeitslosenzahlen: Langzeitarbeitslose -8,0 Prozent; \u00c4ltere: -6,8 Prozent; Frauen: -5,2 Prozent; M\u00e4nner: -3,3 Prozent.<\/p>\n<p>Die Unterbesch\u00e4ftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen  Ma\u00dfnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunf\u00e4higkeit mitz\u00e4hlt, belief sich im April auf 234.250 Personen. Das waren 3.747 (+1,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Differenz zur Arbeitslosenentwicklung erkl\u00e4rt sich insbesondere durch deutlich gestiegene F\u00f6rderaktivit\u00e4ten der Agenturen und Jobcenter, nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Investitionen beispielsweise in Sprach- und Orientierungskurse f\u00fcr Menschen mit Fluchthintergrund.<\/p>\n<p>Entwicklung in den Rechtskreisen: Belebung des Arbeitsmarktes betrifft derzeit insbesondere SGB III-Empf\u00e4nger<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) nochmals und lag bei 55.955. Das sind -4,2 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat und +4,4 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. 33,2 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen entfielen somit auf den Rechtskreis SGB III, 66,8 Prozent aller Arbeitslosen wurden dem Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) zugerechnet.<br \/>\nDie Zahl der Menschen, die Leistungen aus der Grundsicherung erhielten, sank im M\u00e4rz lediglich um -0,6 Prozent auf insgesamt 112.728 und somit auf -7,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von der noch anhaltenden Fr\u00fchjahrsbelebung des hessischen Arbeitsmarktes konnten Arbeitslosengeld II \u2013 Empf\u00e4nger (Grundsicherung) wenig profitieren.<\/p>\n<p>Sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung: Wachstum leicht besser als im Bund<\/p>\n<p>Der hochgerechnete, vorl\u00e4ufige Wert der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung lag f\u00fcr den Monat Februar 2017 bei 2.499.700. Mit einem Anstieg um 2,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr liegt Hessen somit leicht \u00fcber dem Bund und Westdeutschland mit einem Anstieg von 2,3 Prozent. Den gr\u00f6\u00dften prozentualen Anstieg gab es im Februar in den Wirtschaftszweigen Baugewerbe, Arbeitnehmer\u00fcberlassung, Heime und Sozialwesen sowie Information und Kommunikation. Die meisten Besch\u00e4ftigten gab es in Hessen in den Wirtschaftszweigen Verarbeitendes Gewerbe (447.800), Handel (341.700) sowie dem Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (221.800).<\/p>\n<p>Regionen: Fulda kehrt zur\u00fcck auf 3,0 Prozent<\/p>\n<p>Der April lie\u00df die Arbeitslosenquote im Landkreis Fulda wieder auf die 3,0 Prozent-Marke zur\u00fcckfallen. Die Stadt Offenbach blieb die Kommune mit der h\u00f6chsten Arbeitslosenquote (10,0 Prozent).<br \/>\nDie Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke Kassel, Gie\u00dfen und Darmstadt verteilen sich folgenderma\u00dfen: Kassel 4,9 Prozent, Gie\u00dfen 5,0 Prozent, Darmstadt 5,2 Prozent.<br \/>\nIm Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien St\u00e4dte stieg die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr in sechs Kreisen an, am st\u00e4rksten im Kreis Darmstadt-Dieburg (+9,2 Prozent). Den prozentual st\u00e4rksten R\u00fcckgang gab es mit 10,4 Prozent im Kreis Gro\u00df-Gerau.<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge: 8,4 Prozent aller Arbeitslosen haben einen Fluchthintergrund<\/p>\n<p>Mittlerweile haben 14.144 Arbeitslose in Hessen einen Fluchthintergrund (europ\u00e4ische und nichteurop\u00e4ische Asylzugangsl\u00e4nder). 12.685 davon kamen aus den nichteurop\u00e4ischen Asylzugangsl\u00e4ndern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.<\/p>\n<p>Rund 4.200 Menschen mit einem Fluchthintergrund aus europ\u00e4ischen und nichteurop\u00e4ischen Asylzugangsl\u00e4ndern nahmen im Januar an arbeitsmarktpolitischen Ma\u00dfnahmen teil.<\/p>\n<p>Zum Stichtag 30.09.2016 lag die Gesamtzahl der Besch\u00e4ftigten in Hessen aus den au\u00dfereurop\u00e4ischen Asyl-Zugangsl\u00e4ndern bei 20.240, ein Anstieg um 25,7 Prozent zum Vorjahr.<\/p>\n<p>Ausbildungsmarkt: \u00dcber die H\u00e4lfte der Stellen noch nicht besetzt<\/p>\n<p>Bis jetzt meldeten die hessischen Betriebe 444 Lehrstellen (+1,5 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum und somit 31.053. Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Lehrstellen um 325 (+1,8 Prozent) auf 17.908. Die Zahl der Bewerber stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1.353 (+4,1 Prozent) auf 33.965 deutlich an. Als unversorgt z\u00e4hlten zum Stichtag 18.068 Bewerber und Bewerberinnen. Das waren lediglich 17 (+0,1 Prozent) mehr als im Vorjahr.<\/p>\n<p>\u201eWie die Zahlen zeigen, kommen Bewerber\/innen und Ausbildungsbetriebe immer schwerer zusammen. Bis jetzt ist \u00fcber die H\u00e4lfte der gemeldeten Lehrstellen noch unbesetzt. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr k\u00f6nnen unterschiedlich sein. Oftmals liegt es an der fehlenden Mobilit\u00e4t und der unzureichenden beiderseitigen Flexibilit\u00e4t in Bezug auf Wunschberuf und Wunschbewerber. Gleichzeitig gilt es, gefl\u00fcchteten Jugendlichen und ausbildenden Betrieben eine gr\u00f6\u00dfere Sicherheit zu geben: Eine Abschiebung w\u00e4hrend sowie unmittelbar vor der Ausbildung muss vermieden werden. Eine bundesweit einheitliche Handhabung der 3 plus 2-Regelung w\u00e4re ein erster Schritt und im Interesse der oft verunsicherten Betriebe\u201c, so Frank Martin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der hessische Arbeitsmarkt zeigte sich im April unver\u00e4ndert stabil. Das zweite Quartal startete dynamisch und robust. Die Arbeitslosenzahlen und \u2013quoten liegen konstant unter den Vorjahreswerten. Die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung und die Arbeitskr\u00e4ftenachfrage befinden sich weiterhin in einem Aufw\u00e4rtstrend. 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