{"id":162319,"date":"2017-04-21T10:37:55","date_gmt":"2017-04-21T08:37:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=162319"},"modified":"2017-04-21T10:37:55","modified_gmt":"2017-04-21T08:37:55","slug":"lars-streiberger-neuer-leiter-der-justizvollzugsanstalt-huenfeld-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=162319","title":{"rendered":"Lars Streiberger neuer Leiter der Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld"},"content":{"rendered":"<p>In einer Feierstunde f\u00fchrte Justizministerin <strong>Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann<\/strong> heute <strong>Lars Streiberger<\/strong> als neuen Leiter der Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld offiziell in sein Amt ein. Bereits im Dezember 2016 \u00fcbernahm er diese Aufgabe von <strong>Dr. Philipp Gescher<\/strong>, der an das Amtsgericht H\u00fcnfeld wechselte.<\/p>\n<p>Zu Beginn ihres Gru\u00dfwortes dankte die Ministerin dem fr\u00fcheren Anstaltsleiter sowie der gesamten Belegschaft der Justizvollzugsanstalt f\u00fcr die geleistete Arbeit. \u201eJustizvollzug, das ist keine leichte Aufgabe. Wer sich diesem Themenfeld widmet, wei\u00df, dass er oftmals mit schwierigen Lebensl\u00e4ufen konfrontiert wird. Nicht selten ist der Strafvollzug der vorl\u00e4ufige Endpunkt einer kriminellen Karriere und auch einer pers\u00f6nlichen Entwicklung eines Menschen. Fehlende Schulabschl\u00fcsse, Analphabetentum, schulische Misserfolge und Drogenkarrieren haben das Leben vieler Inhaftierter vor der Haft gepr\u00e4gt. Wir wollen aber, dass Strafvollzug keine Endstation, sondern Wendepunkt im Leben dieser Menschen ist. Viele Programme, vom Erlernen eines regelm\u00e4\u00dfigen Alltages bis hin zum Schul- und Berufsabschluss, helfen dabei, Menschen auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten. Im Strafvollzug braucht man vor allem eines: Optimismus\u201c, so die Ministerin, die an Herrn Dr. Gescher gerichtet fortfuhr: \u201eSehr geehrter Herr Dr. Gescher, der Leiter der Justizvollzugsanstalt in H\u00fcnfeld zu sein, ist etwas ganz besonderes. H\u00fcnfeld ist die einzige teilprivatisierte Anstalt in Hessen und dies hat Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Hoheitliche Aufgaben werden ausschlie\u00dflich durch Landesbedienstete \u00fcbernommen, andere Aufgaben, etwa das Betreiben der Arbeitsbetriebe oder die Organisation der Reinigung durch einen privaten Dienstleister. Das \u00f6ffentliche Interesse war stets und ist nach wie vor sehr gro\u00df, so dass die Anstalt mit ihren insgesamt 507 Haftpl\u00e4tzen und 187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer unter einer ganz besonderen Aufmerksamkeit stand. Sie haben diese Anstalt stets mit Augenma\u00df und Fingerspitzengef\u00fchl geleitet. Sie haben dabei hervorragende Arbeit geleistet, wof\u00fcr ich Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Gescher, ausdr\u00fccklich danke. F\u00fcr Ihre neue Aufgabe als Direktor des Amtsgerichts H\u00fcnfeld w\u00fcnsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, Tatkraft und Elan.\u201c<\/p>\n<p>Die Justizministerin nutzte die Gelegenheit der Amtswechselfeier auch, um die Ausweitung des Programmes \u201eFit f\u00fcr den Rechtsstaat \u2013 Fit f\u00fcr Hessen!\u201c f\u00fcr den Justizvollzug anzuk\u00fcndigen: \u201eSeit Mai 2016 k\u00f6nnen wir die Rechtsstaatsklassen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge landesweit anbieten. Seitdem haben wir weit \u00fcber 10.000 Fl\u00fcchtlinge als Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer in unseren Rechtsstaatsklassen begr\u00fc\u00dfen k\u00f6nnen. Das ist ein \u00fcberaus gro\u00dfer Erfolg der hessischen Justiz. Denn das Programm ist sowohl f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge als auch f\u00fcr die Dozenten der Justiz ein Freiwilligenprogramm\u201c, betonte Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann.<\/p>\n<p>\u201eIch bin aber auch von vielen Seiten darauf angesprochen worden, dieses Konzept der Wertevermittlung auch auf andere Gruppen zu \u00fcbertragen. Insbesondere kam aus dem Bereich des Vollzuges die Idee, dass man vergleichbare Kurse auch als Teil der Resozialisierungs- und Wiedereingliederungsma\u00dfnahmen in die Gesellschaft anbieten sollte. Wir haben deshalb entschieden, auch f\u00fcr den Strafvollzug in Hessen ein vergleichbares Programm aufzulegen. Denn wenn wir unser Ziel erreichen wollen, dass der Strafvollzug, wie angesprochen, eben keine Endstation, sondern ein Wendepunkt im Leben der Betroffenen sein soll, dann m\u00fcssen wir nicht nur weiterhin Aus- und Fortbildung im Vollzug anbieten, wie wir es schon seit langem und sehr gut machen, sondern wir m\u00fcssen nach M\u00f6glichkeiten suchen, die Inhaftierten noch intensiver auf ein straffreies Leben nach der Haft vorbereiten. Und dazu geh\u00f6rt eben auch die Vermittlung von Werten wie Respekt und Toleranz. Denn oftmals liegt den Taten ein Mangel an Respekt zugrunde, weswegen vor allem Jugendliche in Strafhaft kommen. Ein Mangel an Respekt vor dem Eigentum, ein Mangel an Respekt vor Andersdenkenden und oftmals auch ein Mangel an Respekt vor dem eigenen Dasein, wenn es zum Beispiel um Drogenmissbrauch geht\u201c, so Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann, die darauf hinwies, dass das spezielle Programm in den n\u00e4chsten Monaten auf die besonderen Verh\u00e4ltnisse im Strafvollzug angepasst wird.<\/p>\n<p>An den neuen Leiter der Haftanstalt gerichtet sagte die Justizministerin: \u201eSehr geehrter Herr Streiberger, Sie sind nun \u00fcber 20 Jahre Teil der hessischen Justiz und Sie haben in diesen Jahren die enormen Ver\u00e4nderungen innerhalb der Justiz miterleben k\u00f6nnen. Die Notwendigkeit, sich st\u00e4ndig an aktuelle Ereignisse und Gegebenheiten anpassen zu m\u00fcssen, geht auch am Strafvollzug nicht vor\u00fcber. Ob der Einsatz von Handysp\u00fcrhunden im Vollzug, das Netzwerk Deradikalisierung im Strafvollzug oder auch die Herausforderungen, die mit immer \u00e4lter werdenden Inhaftierten verbunden sind: Der Vollzug ist nicht selten ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklungen und deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben des Vollzugsalltages, sowohl im Bereich der Sicherheit als auch im Bereich der Resozialisierung, mit der Zeit zu gehen. In vielf\u00e4ltigen Funktionen haben Sie nicht nur hervorragende Arbeit geleistet, Sie haben auch immer wieder gezeigt, dass Sie dem Justizvollzug verbunden sind. Neben Stationen als Staatsanwalt in Gie\u00dfen, Limburg und Marburg waren Sie als stellvertretender Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Butzbach und in der Justizvollzugsabteilung des Hessischen Ministeriums der Justiz t\u00e4tig. Sie bringen deshalb nicht nur die notwendige Erfahrung f\u00fcr diese Aufgabe mit, sondern auch die eben angesprochene Flexibilit\u00e4t und das so wichtige Herzblut, diese neue Aufgabe mit Einsatz und Engagement anzugehen. F\u00fcr diese verantwortungsvolle Funktion w\u00fcnsche ich Ihnen viel Erfolg und Kraft sowie das obligatorische Qu\u00e4ntchen Gl\u00fcck\u201c, so die Justizministerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"1814\"><strong>Lars Streiberger<\/strong> wurde am 30. Oktober 1965 in Gie\u00dfen geboren, er ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach dem Abitur und seiner Zeit bei der Bundeswehr begann er 1987 das Studium der Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen. 1993 legte er sein erstes und\u00c2\u00a0 1996 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Er begann seinen juristischen\u00c2\u00a0 Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Gie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1996 war er zun\u00e4chst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl f\u00fcr Kriminologie an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Von November 1996 bis August war er als Staatsanwalt mit Dienstleistungsauftr\u00e4gen bei den Staatsanwaltschaften Gie\u00dfen, Limburg und Marburg. Danach war er von September 1999 bis Dezember 2000 Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Gie\u00dfen. Es folgten Abordnungen an die Justizvollzugsanstalt Butzbach, das Hessische Ministerium der Justiz und das Bundesministerium der Justiz. Am 1. Mai 2005 kehrte er zur Staatsanwaltschaft Gie\u00dfen zur\u00fcck. Eine weitere Abordnung erfolgte von Juni bis Dezember 2006 an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 25. M\u00e4rz 2011 wurde er zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Fulda ernannt. Zum 12. November 2015 erfolgte die Ernennung zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Fulda und als St\u00e4ndiger Vertreter der Leitenden Oberstaatsanw\u00e4ltin oder eines Leitenden Oberstaatsanwalts, zum 12. November 2016 die Ernennung zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter und als St\u00e4ndiger Vertreter der Leitenden Oberstaatsanw\u00e4ltin bei der Staatsanwaltschaft Fulda.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Wirkung vom 1. Dezember 2016 wurde Lars Streiberger zum Leiter der Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld ernannt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"1814\"><strong>Dr. Philipp Gescher <\/strong>wurde am 25. Juli 1969 in Thuine geboren. Nach dem Hochschulabschluss und geleistetem Zivildienst begann er 1990 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universit\u00e4t Regensburg. 1995 legte er sein erstes und 1997 sein zweites juristisches Staatsexamen ab.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst war er als Rechtsanwalt in Fulda t\u00e4tig. Am 1. Juni 1999 wurde er zum Richter auf Probe beim Landgericht Fulda und am 6. Februar 2002 zum Richter beim Amtsgericht Fulda ernannt. Vom 1. August 2003 bis 6. Mai 2010 war Dr. Gescher Richter am Landgericht Fulda.<\/p>\n<p>Zum 7. Mai 2010 erfolgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, am 8. November 2010 an das Hessische Ministerium der Justiz f\u00fcr Integration und Europa und am 7. Februar 2011 an die Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld und die Bestellung zum Leiter dieser Justizvollzugsanstalt.<\/p>\n<p>Am 1. November 2011 wurde Dr. Philipp Gescher zum Leitenden Regierungsdirektor der Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld ernannt.<\/p>\n<p>Mit Wirkung vom 5. Februar 2016 erfolgte die Ernennung zum Direktor des Amtsgerichts H\u00fcnfeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In einer Feierstunde f\u00fchrte Justizministerin Eva K\u00fchne-H\u00f6rmann heute Lars Streiberger als neuen Leiter der Justizvollzugsanstalt H\u00fcnfeld offiziell in sein Amt ein. Bereits im Dezember 2016 \u00fcbernahm er diese Aufgabe von Dr. Philipp Gescher, der an das Amtsgericht H\u00fcnfeld wechselte. 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